Nach gut drei Wochen Haft gibt es gute Nachrichten für Boris Becker: Der verurteilte Ex-Tennisprofi ist in Großbritannien in ein Gefängnis mit einer niedrigeren Sicherheitsstufe verlegt worden. Der 54-Jährige sei am Montag (23. Mai 2022) in das Huntercombe-Gefängnis in Nuffield, rund 70 Kilometer westlich von London, gebracht worden, bestätigte Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatten die Sender ARD und RTL berichtet.

Die ersten Wochen seiner Haftstrafe hatte Becker im Londoner Gefängnis Wandsworth abgesessen, das für Überfüllung, Gewalt und schlechte hygienische Zustände bekannt ist. Laut Medienberichten sei er dort aber vor kurzem erst "aufgestiegen" und in einen angeblich bequemeren Gefängnisflügel verlegt worden. Christian-Oliver Moser, der Anwalt von Becker, dementierte dies jedoch.

Mehr Freiheit für Boris Becker? Ex-Tennisstar in neues Gefängnis verlegt

Das Huntercombe Prison könnte für Becker nun noch mehr Freiheiten bedeuten: Es hat eine niedrigere Sicherheitsstufe und ist nach Angaben der britischen Regierung speziell für ausländische Männer vorgesehen. Rund 480 Männer sollen dort der Internetseite zufolge in Einzel- sowie Gemeinschaftszellen leben. Die Insassen sollen außerdem die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und Sport zu treiben.

Becker wurde Ende April in London zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen. Sein Anwalt wies kürzlich Gerüchte zurück, dass Becker sich im Wandsworth-Gefängnis über das Essen beschwert oder einen Notknopf gedrückt habe. "Er hat sich nicht beschwert, er jammert nicht", so Moser in einem Interview mit RTL. Becker gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es.

mit dpa