Zehn Jahre "Tatort"-Kommissar Borowski: Das waren die Highlights

Einbalsamierte Leichen, auf Pfählen aufgespießte Opfer, zerstückelte Körper - in den vergangenen zehn Jahren hatte "Tatort"-Kommissar Klaus Borowski alias Axel Milberg viele grausame Fälle zu lösen. Dafür sorgte auch Bestsellerautor Henning Mankell.

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Zehn Jahre "Tatort"-Kommissar Borowski: Das waren die Highlights
Axel Milberg in "Borowski und der Engel" Foto: NDR/Christine Schröder

Seit zehn Jahren ermittelt Klaus Borowski alias Axel Milberg (57, "Feuchtgebiete") als "Tatort"-Kommissar in Kiel. Den typisch norddeutschen Eigenbrötler mimt er nicht von ungefähr so perfekt: Milberg stammt selbst aus Kiel und prägte die Figur des Ermittlers entscheidend mit: "Ich komme so selten nach Kiel und Schleswig-Holstein ist so interessant, die Küsten, die Menschen, das Einsilbige, die Grenzen am Rande Deutschlands - was für Möglichkeiten", sagt Milberg, der in München lebt, in einem ARD-Interview zum "Tatort".

Axel Milberg und Matthias Brandt im "Tatort: Stirb und werde" gibt es hier

In den vergangenen zehn Jahren ist aus Borowskis Kordanzug zwar eine Jeans geworden, statt schicker Autos fährt er aber weiter alte Rostlauben und auch seine kauzige, reduzierte Art hat der beliebte Kommissar erhalten. "Borowski ist ein Typ, der polarisiert, der aneckt und Widerspruch herausfordert, dabei aber authentisch, echt und glaubhaft bleibt", wird Milberg laut ARD von Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, gelobt. Auch seine "Tatort"-Kollegin Maria Furtwängler hofft, "dass ich mich noch ganz oft, nach dem Klingeln seines Telefons, auf sein 'Ich höre' freuen kann."

"Wallander"-Autor Henning Mankell sagt zu zehn Jahren Borowski: "Meine Beziehung zu Axel Milberg und die Stücke, die ich für den 'Tatort' geschrieben habe, basieren auf der Tatsache, dass Axel so ein beeindruckender Schauspieler ist." Die beiden Folgen, die Mankell beigesteuert hat, zählen auch zu den herausragenden der Kieler Episoden. In "Borowski und der coole Hund" (2011) verfolgt der Kommissar einen Mörder, der seine Opfer aus Liebe zu einer Frau mit Tollwut infiziert und auf Bambuspfähle aufspießt. Auch "Borowski und der vierte Mann" (2010) zeigte einmal mehr menschliche Abgründe. Eine Gruppe Millionäre jagt zu ihrem Vergnügen ausgesetzte Wildtiere, bis ein Serienkiller, der seine Opfer zerstückelt, ihnen einen Strich durch die Rechnung macht.

Ein weiteres Highlight aus den Borowski-Fällen war "Borowski und der stille Gast" (2012), in dem Lars Eidinger ("Was bleibt") den Kurierfahrer Kai Korthals spielt. Ohne Spuren zu hinterlassen, dringt er in Wohnungen von Frauen ein, wird ihr heimlicher Mitbewohner und tötet sie, als er entdeckt, dass sie seine Liebe nicht erwidern. Großartige Gegenspieler hatte Borowski auch in "Stirb und werde" (2004) - Matthias Brandt spielte den psychopathischen Serienkiller Stefan Gärtner, der seine Opfer einbalsamiert - und in "Borowski und die Frau am Fenster" (2011): Die Tierärztin Charlotte Delius (Sibylle Canonica) sprengt nicht nur Zecken in der Mikrowelle in die Luft, die neurotische Stalkerin tötet aus Eifersucht auch die Freundin ihres Nachbarn.

Der Kieler "Tatort" lebt aber nicht nur von abgründig bösen Figuren, sondern auch von komischen Elementen: Borowski erschießt schon mal sein Auto oder tanzt im finnischen Wald Tango. Und natürlich von den Personen um Borowski herum. Seit 2011 ermittelt Sibel Kekilli als Sarah Brandt an seiner Seite, zuvor leistete ihm Maren Eggert als Kriminalpsychologin Dr. Frieda Jung Gesellschaft. Und dann ist da sein Chef Roland Schladitz, der auch Borowskis einziger Freund ist und sich bei ihm immer wieder ausheult. "Schladitz ist jemand, der sich um seine Mitarbeiter sorgt. Insbesondere um Borowski, mit dem er lange befreundet ist. Und nun, da sie beide allein sind, von ihren Frauen verlassen, unterstützen sie sich oder haben mehr Zeit, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen", sagt Schauspieler Thomas Kügel über seine Figur. Und das werden die beiden wohl auch weiter tun: "Wir haben eine Reihe von Geschichten, die wir bis über 2014 hinaus entwickeln. Ich verspreche allen, es bleibt spannend, humorvoll und unvorhersehbar", sagt Axel Milberg.

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