Auch, wenn "True Detective" bei den Emmys in diesem Jahr das Nachsehen gegen den übermächtigen Konkurrenten "Breaking Bad" hatte, gehört der Cop-Thriller um zwei Südstaaten-Ermittler zum Besten, was der schier unerschöpfliche Fundus an sehenswerten US-Serien derzeit hergibt. Während andere Geschichten wie etwa "The Wire" oder "Game of Thrones" über mehrere Staffeln erzählt werden und sich oft 50 Stunden oder mehr Zeit nehmen, beweist "True Detective", dass es auch kürzer geht: Nach acht Episoden à 60 Minuten ist Schluss. Zwar wird es auch hier eine zweite Staffel geben, doch die hat bis auf den Namen nichts mit dem Vorgänger gemein.

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Die Vorteile des Formats liegen auf der Hand. So schön es ist, wenn wir unseren Serien-Helden über mehrere Jahre folgen können und sich Autoren Zeit nehmen können, so endlich ist auch der beste Stoff. Selbst "Breaking Bad" hatte Momente, in denen einen das Gefühl beschlich, dass der ein oder andere Aspekt unnötig in die Länge gezogen wurde. Zudem ist es nicht für jeden Zuschauer reizvoll, auf die Auflösung eines Cliffhangers mehrere Monate warten zu müssen.

Studios wiederum profitieren davon, weil sich mit deutlich reduzierter Drehzeit leichter renommierte Hollywood-Stars anheuern lassen, die sich nicht auf Jahre einem Projekt versprechen wollen. Der Erfolg von "True Detective" liegt schließlich nicht zuletzt in der herausragenden Leistung der beiden Hauptdarsteller Matthew McConaughey, seines Zeichens Oscar-Preisträger, und Woody Harrelson, der ebenfalls bereits für einen Goldjungen nominiert war.

Rust Cohle (McConaughey) ist ein saufender Misantroph, der auch einem Hardboiled-Krimi von Raymond Chandler entsprungen sein könnte. Sein Partner Martin Hart (Harrelson) pflegt freilich einen völlig anderen, gesellschaftskonformen Lebensstil. Im Jahr 1995 hatte das ungleiche Paar den mysteriösen Ritualmord an der jungen Prostituierten Dora Lange untersucht. Erst nach zähen Ermittlungen konnten sie den Mord scheinbar klären. Doch 17 Jahre später sollen die Cops den Fall erneut aufrollen. In Rückblenden werden dem Zuschauer die vergangenen Geschehnisse nahe gebracht und das komplizierte Verhältnis zwischen den Beamten gezeigt.

Kreative Köpfe hinter "True Detective" sind Autor und "Erfinder" Nic Pizzolatto sowie Regisseur Cary Fukunaga, die sich für alle acht Folgen alleinverantwortlich zeigen. Auch das ist ein Novum in der amerikanischen Serienindustrie, wo das Team hinter der Kamera oft für jede Episode ausgetauscht wird. "Breaking Bad" etwa hatte über 20 verschiedene Regisseure. Diesem Umstand sowie den herausragenden Hauptdarstellern ist es zu verdanken, dass "True Detective" wie ein achtstündiger, extrem düsterer Krimi wirkt, der sich zwar viel Zeit nimmt, aber niemals die Essenz aus den Augen verliert.

Virtuos entspinnen Pizzolatto und Fukunaga die düstere Reise in die Finsternis Louisianas über verschiedene Zeitebenen, Blickwinkel und Rückblenden. Das Ergebnis ist eine ebenso spannende wie bedrückende Reise in die Finsternis. "True Detective" erscheint am 4. September auf DVD und Blu-ray.