So wird der "Tatort: Tanzmariechen" aus Köln

Von wegen lustig. Im "Tatort: Tanzmariechen" aus Köln geht es hinter den Kulissen eines Karnevalsvereins bitterernst zu, wie Ballauf und Schenk herausfinden. Lohnt sich das Einschalten?

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So wird der "Tatort: Tanzmariechen" aus Köln
Auch im Präsidium wird Karneval gefeiert: Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) geht als Vampir, während sein Kollege Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) nur widerwillig die Pappnase trägt Foto: WDR/Thomas Kost

Beim Kölner Karnevalsverein "De Jecke Aape" passiert ein Mord. Schluss mit lustig war aber schon lange vorher, wie sich im Laufe der Ermittlungen von Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) und seinem Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) im "Tatort: Tanzmariechen" (19.2., 20.15 Uhr, das Erste) herausstellt.

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Das ist die Story


Mord in der Wagenhalle: Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth (Joe Bausch, 2.v.l.) teilt den Kommissaren Ballauf (l.) und Schenk (Mitte, hinten) mit, dass eine Kopfverletzung zum Tod der Tanztrainerin Elke Schetter (Katja Heinrich) geführt hat
Foto:WDR/Thomas Kost

An ihr kam kein Tanzmariechen vorbei. Und auch mit dem Vereinspräsidenten Günter Kowatsch (Herbert Knaup) geriet Elke Schetter (Katja Heinrich) aneinander: Doch nun wurde die Tanztrainerin des Karnevalsvereins "De Jecke Aape" ermordet. Schenk und Ballauf finden heraus, dass es dort zuletzt nicht heiter zuging. Zwischen Saskia Unger (Sinja Dieks) und Annika Lobinger (Natalia Rudziewicz) herrscht ein harter Konkurrenzkampf um die Position des ersten Tanzmariechens. Und erst vor zwei Monaten hatte sich die ebenfalls talentierte Evelyn das Leben genommen. Trotzdem spielt der Karnevalsverein im Leben ihrer Familie weiterhin eine große Rolle, besonders für ihren Vater Rainer Pösel (Tristan Seith)...

Lohnt sich das Einschalten?


Rivalinnen: Saskia Unger (Sinja Dieks, l.) und Annika Lobinger (Natalia Rudziewicz, r.) müssen mit der Tanzgarde gleich zum Vortanzen
Foto:WDR/Thomas Kost

Ja. Es ist zwar kein experimentierfreudiger Krimi, doch er passt gut in die Jahreszeit und zeigt den Karneval von seiner weniger spaßigen Seite. Das durchaus realistisch dargestellte kräftezehrende Training und den großen Druck sieht man den Tanzgarden bei ihren glanzvollen Auftritten naturgemäß nicht an. Doch nach diesem "Tatort" dürfte so mancher Zuschauer - vor allem auch im nicht-rheinischen Teil Deutschlands - noch etwas mehr Respekt vor diesen sportlichen Höchstleistungen haben.

Neben dem Karnevalsfieber spielen auch Mobbing in sozialen Netzwerken und küssende Homosexuelle im Film eine Rolle. Beides wird nur angerissen und wirkt ein wenig konstruiert, gesellschaftlich relevant sind die Themen aber natürlich, insofern passen sie auch in diesen Krimi. Überraschenderweise gibt es im "Tatort" übrigens auch zwei bis drei besonders spannende Momente - Stichworte: Wagenhalle, Kabine, Brücke...

Was ist das Tanzmariechen?


Die Tanzgarde von "De Jecke Aape" auf der Bühne
Foto:WDR/Thomas Kost

Das titelgebende "Tanzmariechen" ist eine traditionelle Figur im Rheinischen Karneval. Sie wird auch als "Funkenmariechen" oder "Regimentstochter" bezeichnet und ist Zentrum eines Karnevals- oder Gardetanz-Vereins. Das typische Outfit: Minikleid mit uniformartigem Oberteil und weitem Rockteil samt weißem Petticoat, hautfarbene Glanzstrumpfhose mit weißem Body darüber, Dreispitz und geflochtene Zöpfe. Die karnevalistischen Tanzsportler zeigen ihr Können nicht nur bei ihren Auftritten in der närrischen Zeit, mit ihren akrobatischen Choreografien, Sprüngen, Drehungen und Spagaten messen sie sich auch in regionalen, Landes- oder Deutschen Meisterschaften.

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