Der deutsche Schauspieler Sylvester Groth (56) beklagt sich in einem Interview über die Arbeitsbedingungen bei deutschen TV-Produktionen. "Hier geht es vordergründig zu viel um das Finanzielle und nicht mehr um das, was vor der Kamera stattfindet. Diese ständige Verknappung von Drehtagen ist bereits jetzt schon heikel, weil man einfach nicht mehr die Ruhe hat, etwas auszuprobieren", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Groth ermittelt im "Polizeiruf 110" aus Magdeburg. Außerdem spielte er in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds"Joseph Goebbels.

Den "Polizeiruf 110" gibt es bereits seit 1971 - sehen Sie hier die Anfänge

Noch immer schwärmt Groth von der Arbeit mit dem US-Regisseur. "Er ist der Film, er löst alles aus, schreibt das Buch, holt sich die Leute zusammen, besetzt selber und lässt sich von niemandem, auch von keinem Produzenten, reinreden. Das gibt es nur noch ganz selten", so der Schauspieler. Im deutschen Fernsehen dagegen würden die "Schauspieler nicht gut behandelt". "Wenn man dann mal im Ausland arbeitet, merkt man schon, wie wichtig ein Schauspieler ist, dass er sich wohlfühlt, in die Lage versetzt wird, seinen Beruf auszuüben, und nicht mit tausend Problemen konfrontiert wird, die ihn gar nichts angehen."

Als Beispiel nennt er ewta "diese dämliche Diskussion", ob es für die Schauspieler am Drehort einen Wohnwagen oder eine Garderobe gibt: "Verdammt noch mal, es ist doch die Grundvoraussetzung, dass ich mich mal zurückziehen und auf die nächste Szene vorbereiten kann. Aber hierzulande denkt man dann immer gleich, ich hätte sie nicht alle, ich stelle Ansprüche. Das ist kein Anspruch, das ist die Grundvoraussetzung, sonst braucht man doch gar nicht erst anfangen. Soll ich mich etwa auf der Straße umziehen?"