Schadenfreude ist die schönste Freude: Zum Jahresende präsentiert Oliver Kalkofe (48) in "Zapping - Die Show" (30.12., 20.15 Uhr, Sky Cinema) die schönsten TV-Missgeschicke des Jahres. Der schwergewichtige Niedersachse, dessen Parodien von Florian Silbereisen & Co. längst als Ritterschlag empfunden werden, zeigt die amüsantesten Fehltritte seiner TV-Kollegen. Wir sprachen mit Kalkofe über seine persönlichen Sehgewohnheiten.

Bissige Fernsehsatire von Oliver Kalkofe: "Kalkofes Mattscheibe - Rekalked" gibts hier auf DVD

Was ist Ihre prägendste TV-Erinnerung?

Kalkofe: Als ich "Die bezaubernde Jeannie" das erste Mal in Farbe gesehen habe. In einer Zeit, in der es nur zweieinhalb TV-Sender gab, war das wirklich berauschend. Ich wuchs in einer Reihenhaussiedlung in der Nähe von Hannover auf, und das Spannendste was es dort gab war das Fernsehprogramm. Der Fernseher war über lange Zeit mein bester Freund, bis ich den Videorekorder kennenlernte. Damit war ich der Held in der Schule, weil wir uns am Nachmittag immer bei mir zum Videoschauen trafen.

Andere Kinder spielen Fußball.

Kalkofe: Das war nie mein Ding, Sport und ich sind nie wirklich Freunde geworden. Ich schaue nicht mal im TV Sport, weil ich es unfair fände, von der Couch aus die Leistungen der anderen zu beurteilen. Ich schaue generell nicht viel konventionelles Fernsehen. Ich mag Serien wie "Breaking Bad", "Walking Dead" oder "Boardwalk Empire". Das sind komplex erzählte Geschichten, bei denen man sich was traut, was es im deutschen TV nicht gibt.

Ist Ihre Figur dem Chips-Konsum auf der Couch zuzuschreiben?

Kalkofe: Ich bin so geboren, ich muss Essen nur anschauen und ich gehe auf wie ein Hefekloß. Jeder Mensch braucht ein Manko, meins ist meine Wampe. Mein Leben ist eine einzige Dauer-Diät und trotzdem schmilzt da nichts weg. Andere Körper verbrennen bei Stress, meiner sammelt Fett an für schlechte Zeiten und kapiert nicht, dass da schon genug Reserven für eine Hungerkatastrophe vorhanden sind. Ich habe einen blöden Körper!

Ihre persönliche Lieblings-Panne bei "Zapping"?

Kalkofe: Nach über 6.000 Nummern kann ich das nicht sagen. Aber generell gilt: Desto ernster es gemeint ist, desto höher ist die Fallhöhe! Toll finde ich zum Beispiel, wenn sich irgendein staubtrockener Wissenschaftler verspricht. Bei dem ist das viel komischer, als bei der Wetterfee von RTL.

Bei was zappen Sie niemals weg?

Kalkofe: Bei "Wer wird Millionär?"! Das ist eine entspannte ehrliche Sendung, die niemandem wehtut. Das läuft bei uns Zuhause parallel zum Abendbrot. Die anderen Vorführ-Formate des Senders finde ich peinlich und oft auch viel zu böse.

Über die muss sich doch Ihr Parodisten-Herz freuen.

Kalkofe: Nein, die nutzen mir nichts, da die sich ja alle selber demontieren. Mein größter Fundus findet sich derzeit auf Astro TV. Das ist ein Füllhorn an Wahnsinn, wie man ihn sonst kaum findet. Brigitte aus der Sternenmitte - da trifft Irrsinn auf Beschiss. Herrlich!

Wie albern ist der private Kalkofe?

Kalkofe: Privat bin ich eher ein langweiliger Typ. Ich nehme nicht das ganze Leben als Bühne, sondern übe einfach einen Beruf aus, der mir im Blut liegt, weil ich schon immer gern Leute zum Lachen gebracht habe. Das kann ich einfach besser als Fußballspielen.