Ab 21. März lässt Martina Hill ihre "Knallerfrauen" (22.30 Uhr in Sat.1) wieder auf die Menschheit los. In der dritten Staffel, die es ab dem 11. April übrigens auch auf DVD zu kaufen gibt, legt die 39-Jährige sogar noch eine Schippe drauf. So hemmungslos Hill vor der Kamera allerdings auch ist - einigen der Frauen aus ihren Sketchen möchte auch sie nicht im Dunkeln begegnen, wie sie im Interview mit spot on news erzählt.

Ab 11. April gibt es die dritte Staffel der "Knallerfrauen" auf DVD - hier können Sie diese vorbestellen

Was erwartet den Zuschauer in der dritten Staffel von "Knallerfrauen"?

Martina Hill: Natürlich jede Menge nigelnagelneue Sketche! Wir machen da weiter, wo wir letztes Jahr aufgehört haben und legen in dieser Staffel noch eine Schippe drauf. Wir haben an tollen neuen Locations gedreht, unter anderem in einem Freizeitpark in einer fahrenden Achterbahn, ich habe Autos zu Schrott gefahren, ein Haus angezündet und war wieder ganz besonders reizend zu Kindern. Und es gibt ein Wiedersehen mit der Biermama aus der zweiten Staffel, die immer leicht angetütert mit ihrem Sohn in der Welt unterwegs ist.

Die Kindersketche sind ja besonders beliebt.

Hill: Ja, vor allem Eltern lieben die Art und Weise, wie ich in den Sketchen eher unkonventionell mit den kleinen Rackern und den jeweiligen Situationen umgehe. Bei uns gibt's halt keinen Welpenschutz. Dafür krieg ich dann im nächsten Sketch wieder einen auf die Mütze.

Sie nehmen sich tatsächlich auch gern selbst aufs Korn. Kostet Sie das manchmal Überwindung?

Hill: Solange ich hinter der Sache stehe, kostet mich das auch keine Überwindung. Niemand verlangt von mir Dinge zu tun, die ich nicht will. Die Grenzen setze ich mir selbst. Also fühle ich mich auch nicht blamiert und lasse mich von meiner Intuition leiten. Ich habe da keine Hemmungen. Wenn Hemmungen da sind, dann stimmt auch meistens was mit dem Sketch nicht. Und unterm Strich bleiben es natürlich auch immer fiktive Rollen in einer Sketchcomedy, die nichts mit mir im Privaten zu tun haben.

Sie haben also eher wenig mit den Knallerfrauen gemein?

Hill: Ich hole natürlich viele Ideen aus mir heraus, aber ich würde im Alltag nie so handeln, wie ich das in den Sketchen mache. Das wäre ja schrecklich! Wenn ich in meinem Privatleben auch so hemmungslos wäre, hätte ich wahrscheinlich keine Freunde mehr.

Macht es denn Spaß, diese Hemmungslosigkeit im Fiktiven spielen zu dürfen?

Hill: Absolut, ich liebe das. Die Sketche orientieren sich zwar am alltäglichen Leben, aber anders als im realen Alltag muss ich dort die Konsequenzen für mein Handeln nicht tragen. Insofern ist es natürlich schon ein Geschenk, mal derart aus sich herausgehen zu können und eine solche Spielwiese zu haben.

Kommen die Inspirationen für die Sketche denn aus dem eigenen Leben?

Hill: Ja, auch. Ich schaue mir aus meinem Leben etwas ab, und gucke natürlich auch, was der Freundeskreis so fabriziert. Und gemeinsam mit den Autoren und dem Regisseur werfen wir dann die ganzen Ideen zusammen. Der kreative Prozess, bis dann endlich die 200 Sketche für eine Staffel zu Papier gebracht sind, dauert zirka drei Monate. Manche Dinge entstehen allerdings auch ganz spontan und da weiß ich manchmal selbst nicht, wo ich die herhole.

Ihre Sketche haben oft einen sehr frivolen, anzüglichen Humor. "Dürfen" sie das eher, weil Sie eine Frau sind?

Hill: Da mögen sie vielleicht Recht haben. Auch wenn wir diese Ebene gar nicht so oft bedienen. Aber meines Erachtens nach ist es vor allem auch eine Frage der Inszenierung. Aber grundsätzlich ist Humor für mich geschlechtsunabhängig. Sexy Frauen kommen im Alltag eben genauso vor, wie gestresste Mütter, Kinder und graue Mäuschen. Und deswegen behandeln wir das auch in "Knallerfrauen".

Darf Comedy alles?

Hill: Comedy darf so Einiges. Aber eine Sketch-Comedy im Fernsehen hat natürlich auch Grenzen. Sich im Vorfeld welche zu setzen, fände ich allerdings schwierig. Deswegen ist bei der Ideefindung erst mal alles erlaubt. Dann passiert es schon mal, dass man ein bisschen über die Stränge schlägt. Für mich hört der Spaß da auf, wo Geschmacklosigkeit und Verletzung anfängt.

Sie wirken in Ihren Rollen sehr selbstbewusst und direkt. Sind Männer davon manchmal eingeschüchtert?

Hill: Nö. Hab ich nicht das Gefühl. Wenn man mich kennenlernt, lernt man ja die Frau hinter den Rollen kennen, und die kocht auch nur mit Wasser. Vor einigen Figuren in "Knallerfrauen" hätte ich vielleicht selber Schiss, wenn ich ihnen im Dunkeln begegnen würde.

Wird man von Ihnen vielleicht auch mal einen Ausflug ins Kino sehen?

Hill: Wenn ich ein schönes Drehbuch in die Hände bekomme - warum nicht?! Aber jetzt geht erst mal die dritte Staffel "Knallerfrauen" an den Start und dann schaun' wir mal.

Sie planen Ihre Karriere also nicht akribisch voraus?

Hill: Ich plane schon, aber nicht ewig im Voraus. Ich kann sehr gut damit leben, auch mal nicht zu wissen, was morgen passiert.