Franziska Reichenbacher (45) ist seit 15 Jahren die Lotto-Fee im Ersten. Jeden Samstag präsentiert sie die Lotto-Zahlen und wird somit zur Glücksbotin für Gewinner. Ab 6. Juli wird die Sendung "Lotto am Samstag" in einem neuen Format präsentiert. Die Zahlen werden nicht mehr live im Fernsehen, dafür aber im Netz gezogen. Die ganze TV-Sendung wird verknappt und bekommt wieder eine feste Uhrzeit: um 19.57 Uhr. Mit spot on news hat Franziska Reichenbacher über die Veränderungen in der Sendung gesprochen.

Franziska Reichenbacher hat bereits eine CD aufgenommen, auf der sie Gedichte über das Glück vorliest. Hören Sie hier rein

Wie fühlen Sie sich kurz vor der Premiere der neuen Sendung?

Franziska Reichenbacher: Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, denn es beginnt etwas ganz Neues. Ich freue mich auch auf die neue Sendung, gleichzeitig spüre ich, dass vergangenen Samstag ein Stück Fernsehgeschichte zu Ende gegangen ist. Aber so ist das ja oft - Abschied und Neuanfang liegen meist nah beieinander.

Wie liefen die Proben zur neuen Lotto-Sendung im Ersten?

Reichenbacher: Sehr gut, wir haben die Sendung in allen Varianten mehrfach durchgespielt, Licht, Technik, Regie, Kulisse, Moderation, alles muss ja aufeinander abgestimmt werden, damit es die perfekten 90 Sekunden werden.

Wie wird die neue Sendung?

Reichenbacher: In einem Studio beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt stehe ich vor einem großen Touchscreen. Auf meine Berührung hin erscheinen dann die berühmten weißen Kugeln mit den Gewinnzahlen, leicht und spielerisch, sieht richtig schön aus. Es ist etwas komplett anderes als die frühere Lotto-Sendung, aber ich glaube, es wird den Zuschauern auch gefallen

Werden die Zuschauer die Live-Ziehung im TV nicht vermissen?

Reichenbacher: Das wissen wir noch nicht, schauen wir mal. Aber es ist ja ein guter Kompromiss gefunden worden, wer will, kann sich die ganze Ziehung im Netz ansehen und bei uns im Ersten gibt es in moderner und kompakter Form die Ergebnisse. Auf jeden Fall werden viele Zuschauer sich über den neuen Sendeplatz freuen.

Die Sendung wurde auch gekürzt, weil sie zu langatmig sei, hieß es. Wie sehen Sie das?

Reichenbacher: Für die Leute, die Lotto spielen, war die Sendung natürlich absolut in Ordnung, da hätten sich die Trommeln vielleicht auch noch länger drehen können. Die Sendung wurde übrigens im Laufe der letzten Jahre immer wieder modernisiert und geringfügig beschleunigt. Früher drehte sich das Ziehungsgerät viel länger, es wurde viel länger gemischt, bis eine Kugel gezogen wurde und die Sendung war auch einige Minuten länger. Als ich 1998 zu dieser Sendung kam, war das eine ziemlich gemütliche Angelegenheit. Doch das war absolut in Ordnung, das entsprach den damaligen Sehgewohnheiten.

Sind Sie froh, dass es jetzt die neue feste Uhrzeit um kurz vor acht Uhr gibt?

Reichenbacher: Ich freue mich erst Mal für die Lottospieler, denn ich weiß, dass für diese Zuschauer unsere Sendung einfach oft viel zu spät kam und die werden die neue feste Uhrzeit mögen. Und meine Familie freut sich, denn bisher kam ich samstags häufig weit nach Mitternacht nach Hause. Das hatte einen großen Einfluss auf mein Wochenende, das ich im Grunde genommen kaum mehr hatte. Mir persönlich hat die späte Uhrzeit nichts ausgemacht, aber die neue Uhrzeit ist definitiv familienfreundlicher.

Was haben Sie Ihrer Kollegin Heike Maurer gesagt, die ihren Job als Lotto-Fee beim ZDF verliert?

Reichenbacher: Heike Maurer und ich haben schon lange von den Planungen gewusst. Es tut mir unheimlich leid für sie und ich habe sie auch getröstet, wir sind ja auch gute Bekannte.

Ist Lotto-Fee ein Traumjob?

Reichenbacher: Die Überbringerin der guten Nachricht, quasi die Glücksbotin zu sein, ist eine wirklich schöne Aufgabe und im Prinzip habe ich diese Rolle auch in der neuen Sendung. Allerdings ist mir im Laufe der Jahre klar geworden, dass es genauso wichtig ist, für die da zu sein, die keine gute Nachricht, also keinen Gewinn bekommen haben - und das ist nun mal die Mehrheit. Daher muss man ebenso in der Rolle der Trösterin und der Hoffnungsspenderin auftreten. Man muss auf sein Glück vertrauen und darf die Hoffnung nie aufgeben, genau das versuche ich in den Moderationen zu vermitteln.

Werden Sie häufig auf der Straße erkannt?

Reichenbacher: Es ist ganz verschieden. Es kommt darauf an, wenn ich ungeschminkt und ganz leger unterwegs bin, auch mal mit zusammengesteckten Haaren, dann erkennt man mich eher nicht. Man lernt im Laufe der Jahre, sich unsichtbar zu machen, wenn man das Bedürfnis hat, ganz privat zu sein, wenn ich zum Beispiel mit meinen Kindern unterwegs bin. Manche Leute erkennen mich an der Stimme. Mich stört es allerdings nie, wenn die Menschen mich erkennen, weil sie immer sehr freundlich sind und etwas Positives mit mir verbinden.

Kennen Sie jemanden, den Sie zum Millionär gemacht haben?

Reichenbacher: Ja ich kenne einige, allerdings ist das immer ein Zufall, wenn ich Lotto-Millionäre kennen lerne, denn die Lottogesellschaften geben keine Daten heraus. Einmal wurde ich auf einem Peter-Maffay-Konzert, das ich privat besucht habe, von einem Einlasskontrolleur angesprochen. Er meinte: ,Ah Frau Reichenbacher, das ist ja toll, dass ich sie mal treffe, ich wollte mich mal bei Ihnen bedanken'.

An welchem Ort würden Sie gerne mal die Lottozahlen präsentieren?

Reichenbacher: Ich würde die Arena in Mallorca vorschlagen (lacht). Das wäre sicherlich ein Spaß als Sommersspecial aber das ist natürlich nur reine Phantasie.