Eine der Stärken des Fantasy-Hits "Game of Thrones" ist, dass die Story jederzeit unberechenbar bleibt: Der Zuschauer kann sich nie ganz sicher sein, ob liebgewonnene Charaktere nicht unvermittelt das Zeitliche segnen müssen. Die britische Buchhandelskette Waterstones hat nun allerdings auf Twitter einen Brief von George R. R. Martin, dem Autor der Romanvorlage "Das Lied von Eis und Feuer", aus dem Jahr 1993 veröffentlicht, in dem er seinem Verlag die damaligen Pläne für die Handlung darlegt. Wer sich nicht möglicherweise die Überraschung verderben lassen will, sollte nun nicht mehr weiterlesen.

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Demnach sollten fünf Charaktere den Leser bis zum Ende der Saga begleiten: Daenerys Targaryen (in der Serie gespielt von Emilia Clarke), Arya Stark (Maisie Williams), Jon Schnee (Kit Harington), Bran Stark (Isaac Hempstead-Wright) und Tyrion Lennister (Peter Dinklage). Ihnen wollte Martin die ganze Geschichte über folgen und zeigen "wie sie von Kindern zu Erwachsenen werden und dabei sich selbst und die ganze Welt verändern". Doch natürlich hat sich seit 1993 im "Game of Thrones"-Universum einiges geändert, aus der geplanten Trilogie werden voraussichtlich sieben Teile und in einigen Punkten ist Martin schon deutlich von der ursprünglich geplanten Handlung abgewichen, wie ebenfalls aus dem Brief hervorgeht.

Manchmal kommt doch alles anders

So hatte Martin etwa eine schmerzvolle Liebesgeschichte zwischen den Halbgeschwistern Jon und Arya im Sinn. Tyrion sollte dabei mit Jon um die Liebe Aryas wetteifern. Sansa Stark sollte ursprünglich König Joffrey heiraten und ihm einen Thronfolger gebären - eine Entscheidung, die sie laut Martin bitter bereuen würde. In Buch und Serie ehelichte Joffrey stattdessen Margaery Tyrell und wurde schließlich ohne Nachfolger vergiftet. Ob Martin also wenigstens in Bezug auf das Überleben der fünf Hauptfiguren seinem Originalplan treu bleibt, bleibt abzuwarten. Immerhin scheint der Brief tatsächlich brisantes Material zu enthalten, denn Waterstones hat ihn inzwischen wieder vom Netz genommen - doch natürlich haben sich die Informationen längst durch andere Medien wie "Variety" weiterverbreitet.