Seit letzter Woche ist Moderator Jan Böhmermann (33) in aller Munde. Hat er doch Show-Titan Stefan Raab (47) mit seiner vermeintlichen "China-Kopie" gehörig aufs Glatteis geführt. Dabei war dies nicht der erste Streich den Jan Böhmermann gespielt hat. Die Nachrichtenagentur spot on news zeigt Ihnen die besten und gewagtesten Späße des Entertainers.

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Beim Radiosender 1Live erfand Böhmermann die Rubrik "Lukas Tagebuch", eine Satire über Fußballer Lukas Podolski. Er war damit so erfolgreich, dass der Spruch "Fußball ist wie Schach - nur ohne Würfel" unter anderem von "Spiegel Online" und dem "Kicker" dem echten Podolski zugesprochen wurde und beinahe zum Fußballerzitat des Jahres 2008 gewählt wurde. Der Fußballer verklagte den NDR zwischenzeitlich für das Format, die Klage wurde aber abgewiesen.

Für die Sendung "TV-Helden" fingierten Böhmermann und seine damaligen Kollegen Pierre M. Krause (36)und Caroline Korneli (32) 2009 die Gründung des 1. Türkischen Karnevalsverein Deutschlands und sorgten für einen immensen Medienrummel bei der Bekanntgabe. Nur der "Kölner Express" entlarvte die Satiriker im Vorfeld als Nicht-Türken. In Folge dessen wurde aber tatsächlich der erste türkische Karnevalsverein gegründet.

Als Teil des Ensembles von "Harald Schmidt" im Ersten gab sich Böhmermann unter dem Pseudonym Rüdiger Alt als Schweinegrippe-Erkrankter aus. Daraufhin verschickte er eine Pressemeldung unter anderem an ProSiebenSat.1, in der er über die Ausgrenzung als Erkrankter im Alltag klagte. Es folgten Berichte mit Jan Böhmermann in seiner Rolle, die in den verschiedenen Nachrichtensendungen verwendet wurden. Die Falschmeldung mussten die Sender am Tag darauf richtig stellen.

Für die Doku-Reihe "16xDeutschland" im Ersten widmete sich der Entertainer seiner Heimatstadt Bremen, aber anstatt eine Dokumentation über die Hansestadt zu drehen, machte Böhmermann eine verdeckte Satire daraus und veräppelte sowohl die Personen im Beitrag, als auch die Zuschauer, indem er Ihnen Worte in den Mund legte und Inhalte erdichtete.

Als der Star Geiger David Garrett (33) bei Böhmermanns Sendung "Neo Magazin" zu Gast war, um seinen Film "Der Teufelsgeiger" vorzustellen, ließ ihn der Moderator auflaufen und präsentierte dem Geiger einen eigenen Trailer mit dem Titel "Der Satanstriangilist". Mit völlig überzogenen Gesten macht er sich darin über Garretts Rolle lustig. Diesem blieb nur ein höflich-gezwungenes Lächeln.

Letzte Woche kam es dann zum aktuellen Meilenstein von Böhmermanns Satire, als er Stefan Raab ein selbstgedrehtes Video unterjubelte, das eine angebliche chinesische Kopie eines Show-Elements aus Raabs "TV Total" zeigte. Von der scheinbaren internationalen Beachtung geschmeichelt, verwertete Raab das Video bereitwillig in seiner Sendung. Nun, nachdem Böhmermann den Schwindel aufdeckte, muss Raab Häme und Spott über sich ergehen lassen. Wie er auf die Aktion reagiert bleibt abzuwarten.

Mit Blick auf Böhmermanns Historie an erfolgreicher, bissiger und entlarvender Satire stellt sich die Frage, warum das ZDF nicht den Mut aufbringt, den talentierten Moderator von der digitalen Sparte ins Hauptprogramm zu holen. Hat dieser doch den Ruf mit seinem zynischen und bissigen Humor der legitime Erbe von Großmeister Harald Schmidt (56) zu sein.