Untertags arbeitet sie in einem gewöhnlichen Beruf. Doch wenn die Nacht anbricht, fühlt sich "Lilith Vampyre" am wohlsten. "Ich kann nach draußen gehen und tagsüber arbeiten, obwohl ich es vorziehe, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Die Sonne ist für mich sehr kräftezehrend“, erklärt die Britin gegenüber dem Daily Star. Sie habe bereits früher Menschenblut getrunken und verkleide sich auch mit Vorliebe wie die Figuren, die man sonst nur aus Horrorfilmen kenne, erklärt sie - und das, seitdem sie 18 Jahre alt ist. Denn in diesem Alter habe sie zum ersten Mal den Film Dracula gesehen.

Lilith erklärt außerdem, dass sie in "Vampirjahren" bereits 600 Jahre alt sei. In "Menschenjahren" ist sie allerdings erst 27 Jahre alt. Ihre Faszination für Vampire erklärt sie folgendermaßen: "Ich wurde zum ersten Mal mit diesem Lebensstil in Verbindung gebracht, als ich Dracula als Kind gesehen hatte. Ich war sofort von diesen geheimnisvollen Kreaturen fasziniert. Ich liebte alles, was mit Vampiren zu tun hatte." Seitdem suche sie Gleichgesinnte. Egal ob on- oder offline: "Ich würde sagen, dass ich mit 18 Jahren ein Vampir wurde, obwohl ich mir dessen damals nicht ganz bewusst war." Während sie begann, ihre "vampirische" Seite weiterzuerforschen, experimentierte sie auch wiederholt mit dem Trinken von Blut.

Lilith Vampyre: Blut trinken ist etwas "sehr intimes"

Allerdings nicht, wie man es aus Gruselgeschichten kennt, sondern nur mit der Einwilligung des "Opfers". "Ich habe menschliches Blut zuerst aus Neugierde getrunken. Es schmeckt metallisch, fast wie Kupfer“, erzählt Lilith. "Für das Ritual machen wir einen kleinen Schnitt auf der Haut an einer diskreten Stelle und trinken es von dort." Dabei trinkt die Britin jedoch nicht wahllos das Blut von anderen Menschen. Vielmehr sei es eine persönliche Geschichte zwischen zwei Menschen. "Es sind enge Freunde oder Leute, die ich treffe und die sich für den Lebensstil interessieren. Es muss auch nicht unbedingt eine große Menge Blut sein. Es geht dabei mehr um den Gesamtakt und ist sehr intim."

Dass Vampire im Allgemeinen eher mit etwas Bösem in Verbindung gebracht werden, stört Lilith etwas. Sie ist davon überzeugt, dass Vampire eine Kraft des Guten sein können. "Ich finde, ein Vampir zu sein ist befreiend und stärkt das Selbstbewusstsein. Außerdem liebe ich die geheimnisvolle Atmosphäre, die damit einhergeht."

Der Lebensstil eines Vampirs bestehe hauptsächlich darin, mit anderen Vampiren Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Veranstaltungen und Clubs zu besuchen. Sie lese auch gerne Bücher, sehe Filme und verkleide sich nach der Maßgabe anderer Vampire, erklärt sie. Liliths Aussehen wirkte sich bislang auch positiv auf ihre Karriere aus. Mehr als 150.000 Fans konnte sie auf Instagram bislang begeistern. 

"Es kommen viele Unternehmen auf mich zu": Lilith Vampire auf Instagram

Außerdem werde sie immer wieder von Unternehmen kontaktiert, die mit ihr zusammenarbeiten wollen. "Das Vampirbild erregt Aufmerksamkeit", schildert die 27-Jährige. "Egal ob bei Fotografen, Marken oder Menschen in den sozialen Medien." Großartige Anfeindungen habe sie indes nicht erlebt, so Lilith. Im Gegenteil, viele Menschen hätten großes Verständnis für ihre Lebensart. "Ich erhalte meistens Komplimente oder Fragen von denen, die den Lebensstil nicht verstehen."

Mit den negativen Stimmen gehe sie gelassen um, auch wenn sie die gelegentlichen kritischen Stimmen frustrieren können, wie sie zugibt. "Ich würde sagen, dass es meistens nur diejenigen sind, die nicht verstanden haben, warum ich so bin, wie ich bin. Meine Familie ist damit einverstanden und hat sich an mich gewöhnt."

Alles in allem sei der Wandel zum "Vampir" für sie äußerst befreiend gewesen. "Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich ebenfalls für den Lebensstil interessieren und an allem, was mit Vampiren zu tun hat, Gefallen finden", erzählt sie. "Wir lieben es, uns zu verkleiden und Reißzähne zu tragen. Ich kann auch verstehen, dass das Vampir-Dasein für manche Menschen ein Fetisch sein kann. Ein Vampir kann schon ziemlich sexy sein", meint Lilith. Obwohl sie sich nicht großartig von anderen unterscheiden würden. "Wir alle sind komplexe Wesen."

Symbolfoto: Sharon McCutcheon/Unsplash