Würzburg
Fasching

Zugedröhnte Narren, Alkohol und Gewalt gegen Helfer: die Faschings-Bilanz der Polizei Unterfranken

In der Fünften Jahreszeit herrscht Ausnahmezustand auf den Straßen - Grund ist häufig der Alkoholkonsum, aus dem sich weitere Probleme ergeben.
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Übermäßiger Alkoholkonsum führte zu vielen Polizeieinsätzen in Unterfranken. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Übermäßiger Alkoholkonsum führte zu vielen Polizeieinsätzen in Unterfranken. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Dass Gewalt gegenüber Rettungskräften zunimmt durften die unterfränkischen Polizisten an Fasching erleben. In Würzburg kam es zu einem Übergriff auf Polizisten. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken betont, dass es sich hierbei um ernstzunehmende Straftaten handle. Beim Rimparer Faschingsumzug wollten sich Sanitäter um eine hilfsbedürftige Person kümmern und wurden daraufhin bedroht und angegriffen.

Alkohol enthemmte die Narren

Auch wenn die meisten Narren friedlich feierten, führte der Alkoholkonsum dazu, dass ein Teil die Kontrolle verlor. So etwa im Landkreis Bad Kissingen. InSteinach kam es zu einer Schlägerei, bei der mehrere Personen medizinisch versorgt werden mussten. Bei einer anderen Veranstaltung im Landkreis Bad Kissingen mussten Jugendliche aufgrund ihres Rausches stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der traurige Spitzenreiter in Veitshöchheim war ein 17-Jähriger mit 2,68 Promille. Die Polizei will deshalb weiter an Jugendschutzkontrollen festhalten.

Polizeieinsätze waren oft erst nach den Umzügen erforderlich

Die Faschingsumzüge selbst verliefen überwiegend friedlich. Polizeieinsätze gab es häufig erst danach. So etwa am Sonntag in Würzburg, als mehrere Sachbeschädigungen und Körperverletzungen bei den Beamten aufschlugen. Ähnliche Situationen spielten sich in Heidingsfeld ab. In Aschaffenburg wurde aus einem Streit eine Schlägerei. Mehrere Männer verletzten dabei einen jungen Mann im Gesicht. Die Miltenberger Lachparade verlief friedlich. Dort kam es lediglich zu Ordnungswidrigkeiten. Beamte erwischten etwa 20 Personen, die im Umfeld des Faschingszuges an Gebäuden urinierten.

Vorbildlich waren dagegen die Schweinfurter Narren. Sowohl während, als auch nach dem Zug kam es zu keinen nennenswerten Störungen. Gestört wurde der Zug lediglich durch einen Brand. Nach einem kurzfristigen Stop leiteten die Organisatoren und Behörden den Zug um.

Narren alkoholisiert am Steuer

Der Fokus der Beamten lag außerdem auf dem Straßenverkehr. Hierbei zogen die Streifen 69 alkoholisierte Fahrzeugführer und 43 unter Drogeneinfluss aus dem Verkehr. Im Vorjahr registrierte die Polizei 67 Alkoholfahrten und lediglich 29 Fahrten unter Drogeneinfluss. In acht Fällen nahmen die Polizisten den nicht mehr Fahrtüchtigen den Autoschlüssel ab. Bei 35 Pkw-Fahrern stellten die Beamten einen Atemalkoholwert zwischen 0,5 und 1,09 Promille fest. Die Fahrer müssen nun mit einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren und Fahrverboten rechnen.

Trunkenheit im Verkehr

Die Beamten stoppten 34 Verkehrsteilnehmer mit Blutalkoholwerten von 1,1 Promille und darüber. Ihnen droht neben der Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr auch der Entzug des Führerscheins. Mit einer Anzeige rechnen müssen auch 51 Verkehrsteilnehmer, die gänzlich ohne Fahrerlaubnis unterwegs waren. In 16 Fällen stellten die Polizisten noch an Ort und Stelle den Führerschein der alkoholisierten Fahrer sicher.

Erfreulich ist laut der Polizei, dass die Zahl der durch Alkohol oder Drogen verursachten Unfällen mit acht zu 17 im Vorjahr deutlich abgenommen hat. Einen Grund für die positive Entwicklung sieht die Polizei in den verstärkten Kontrollen. Positiv entwickelt habe sich auch die Alkoholabgabe an Jugendliche. Lediglich 17 Fälle gab es in Unterfranken. Auch der Aufenthalt auf Tanzveranstaltungen habe abgenommen. Waren im Vorjahr 21 Fälle aufgeschlagen, waren es heuer nur zwei.