Augsburg
Anklage wegen Mord

Wird Mordfall nach 25 Jahren gelöst? 50-Jähriger wegen Mord an Prostituierter angeklagt

Eine Prostituierte verschwand vom Augsburger Straßenstrich, wurde erschlagen und in einem Straßengraben entdeckt. Vor 25 Jahren. Jetzt könnte ein Täter in dem ungelösten Mordfall verurteilt werden.
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Eine Prostituierte verschwand vom Augsburger Straßenstrich, wurde erschlagen und in einem Straßengraben entdeckt. Vor 25 Jahren. Jetzt könnte ein Täter in dem ungelösten Mordfall verurteilt werden. Symbolfoto: Polizei Hameln-Pyrmont/dpa
Eine Prostituierte verschwand vom Augsburger Straßenstrich, wurde erschlagen und in einem Straßengraben entdeckt. Vor 25 Jahren. Jetzt könnte ein Täter in dem ungelösten Mordfall verurteilt werden. Symbolfoto: Polizei Hameln-Pyrmont/dpa
Ein Vierteljahrhundert nach dem Gewaltverbrechen an einer Augsburger Prostituierten hat die Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen wegen Mordes angeklagt. Dem 50-Jährigen werde vorgeworfen, im Jahr 1993 die 36 Jahre alte Frau umgebracht zu haben, teilte die Augsburger Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Mann war im November aufgrund neuer Hinweise in dem bislang ungelösten Kriminalfall festgenommen worden. Nach den damaligen Angaben der Ermittler bestritt der Mann nach seiner Festnahme die Tat.


Auch eine Bekannte vergewaltigt?

Die Kriminalpolizei hatte im vergangenen Jahr eine Ermittlungsgruppe gebildet, um den sogenannten Cold Case zu lösen. Auch neue DNA-Spuren sollen bei der Lösung des Falls eine Rolle gespielt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der 50-Jährige zudem auch angeklagt worden, weil er im Jahr 2017 eine Frau aus seinem privaten Umfeld vergewaltigt haben soll. Einen Termin für den Prozess am Augsburger Landgericht gibt es noch nicht.

Details zu dem mutmaßlichen Mord nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Nach der früheren Berichterstattung wurde am 25. September 1993 die Leiche in einem Straßengraben in Gessertshausen (Landkreis Augsburg) entdeckt. Die Prostituierte war erschlagen worden.


Fundort war wohl nicht der Tatort

Ein 16-Jähriger hatte die Tote bei einem Spaziergang entdeckt. Neben der Frau lag ein 20 Zentimeter langer Möbelfuß aus Holz, mutmaßlich die Tatwaffe. Die Polizei ging davon aus, dass der Fundort nicht der Tatort war.

Die 36-Jährige soll etwa 15 Jahre lang als Prostituierte gearbeitet haben. Schon damals gründete die Kriminalpolizei eine Sonderkommission. Die Ermittler suchten Zeugen, die die Frau kurz vor der Entdeckung der Leiche an ihrem Stammplatz auf dem Straßenstrich in Augsburg gesehen haben. Letztlich konnte aber kein Täter überführt werden.