Aschaffenburg
Betrug

Warnung: Vermehrt Trickbetrüger in Franken - Seniorin um mehr als 30 000 Euro gebracht

Trickbetrüger brachten am Mittwoch zwei ältere Damen in Ober- und Unterfranken um mehrere tausend Euro. Die Polizei warnt vor vermehrten Anrufen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Trickbetrüger brachten am Mittwoch zwei ältere Damen um mehrere tausend Euro. Die Polizei warnt vor vermehrten Anrufen in  Ober- und Unterfranken. Symbolfoto: Marc Müller/dpa
Trickbetrüger brachten am Mittwoch zwei ältere Damen um mehrere tausend Euro. Die Polizei warnt vor vermehrten Anrufen in Ober- und Unterfranken. Symbolfoto: Marc Müller/dpa

Die Polizei in Ober- und Unterfranken erhielt in den vergangenen Tagen vermehrt Meldungen von Senioren, die von Trickbetrügern angerufen wurden. Zwei Rentnerinnen wurden, wie die Polizei mitteilt, am Mittwochnachmittag Opfer des Betrugs: Eine 69-jährige Aschaffenburgerin gab 30 000 Euro an eine vermeintliche Bekannte, eine 90-Jährige aus Bad Rodach mehrere tausend Euro an einen Geldabholer.

Die Polizei gibt daher Hinweise und sucht nach Zeugen.
 


30.000 Euro für vermeintlichen Autokauf

Eine 69-jährige Aschaffenburgerin erhielt am Mittwochnachmittag einen Anruf von einer vermeintlichen Bekannten, die Geld für einen Autokauf benötigte. Die ältere Dame wollte ihr helfen und gab kurz darauf mehr als 30 000 Euro Bargeld an eine ihr unbekannte Abholerin.

Bereits in den vorangegangenen zwei Stunden hatte die Unbekannte zwei andere Damen in Sulzbach a. Main und Goldbach angerufen und sich als Bekannte ausgegeben. In diesen beiden Fällen reagierten die Angerufenen allerdings skeptisch, beendeten das Gespräch und verständigten die Polizei.


Zeugen gesucht

Im Zuge der Ermittlungen bittet die Kriminalpolizei Aschaffenburg um Hinweise aus der Bevölkerung. Die Geldabholerin war etwa 150 cm groß, dunkel gekleidet, trug einen oliv- oder ockerfarbenen Mantel und hatte die Kapuze mit Fellansatz über den Kopf gezogen. Personen, die die gesuchte Frau zur Tatzeit in Tatortnähe gesehen haben oder Hinweise zur Ermittlung ihrer Identität gaben können werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06021/857-1732 zu melden.



Enkelkindertrick: 90-Jährige wird Opfer

Eine Seniorin ist in Bad Rodach (Lkr. Coburg) auf den sogenannten Enkelkindertrick hereingefallen. Wie die Polizei berichtet, gab sie am Mittwoch, gegen 15 Uhr, den Geldabholer mehrere tausend Euro in der Thermalbadstraße. Zuvor meldete sich eine Betrügerin telefonisch bei der 90-Jährigen und gab sich als ihre Enkelin aus.

Die Anruferin behauptete, dass sie dringend einen hohen Bargeldbetrag zum Kauf einer Wohnung benötige. Nur kurze Zeit später rief auch ein vermeintlicher Rechtsanwalt der Enkelin an, der die Seniorin unter Zeitdruck setzte und einen Geldabholer schicken wolle. Nachdem sie dem Abholer das Geld ausgehändigt hatte, bemerkte die 90-Jährige den Betrug und ein Angehöriger verständigte die Polizei.


Zeugen gesucht

Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben: etwa 35 Jahre alt, rund 165 Zentimeter groß und schlank. Er trug eine dunkelgraue Jacke und eine Mütze und spricht hochdeutsch.

Die Ermittler bitten um Mithilfe bei der Fahndung: Wem sind dort der beschriebene Mann und/oder weitere verdächtige Personen sowie Fahrzeuge aufgefallen? Hinweise nimmt die Kripo Coburg unter der Telefonnummer 09561/645-0 entgegen.
 


Hinweise der Polizei

Damit Sie kein Opfer des Betrugs werden, sollten sie folgende Hinweise beachten:
• Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte, Bekannte oder angebliche Polizeibeamte ausgeben und Geldforderungen stellen.
• Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
• Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
• Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, z.B. nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
• Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
• Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen - auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.
• Lassen Sie sich von Amtspersonen immer den Dienstausweis zeigen und prüfen Sie diesen sorgfältig.
• Rufen Sie im Zweifelsfall selbst bei der Polizeidienststelle an und lassen sie sich von dort den Einsatz bestätigen.
• Echte Polizeibeamte werden Sie niemals zu einer Geldübergabe auffordern.
• Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt - Notruf: 110