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Waldbrand-Katastrophe in Kalifornien: Mindestens 25 Tote, Zehntausende Menschen auf der Flucht - Update

Eine gigantische Feuerwalze rast über Kalifornien hinweg. Bislang kamen mindestens 25 Menschen ums Leben, einige verbrannten auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos. Tausende Gebäude wurden zerstört, Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Auch Malibu bei Los Angeles ist in Gefahr.
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USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen in dem Wohnkomplex am Pacific Coast Highway im Point Dume Gebiet. Bei den Waldbränden in Kalifornien sind bisher mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Foto: Reed Saxon/AP/dpa
USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen in dem Wohnkomplex am Pacific Coast Highway im Point Dume Gebiet. Bei den Waldbränden in Kalifornien sind bisher mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Foto: Reed Saxon/AP/dpa

 

Update vom 11.11.2018: Zahl der Todesopfer steigt, Zehntausende Menschen auf der Flucht

Die Zahl der Todesopfer bei den Waldbränden in Kalifornien ist auf mindestens 25 gestiegen. Allein in der Gegend um die nordkalifornische Ortschaft Paradise seien mittlerweile 23 Opfer geborgen worden, teilte die Feuerwehr von Butte County am Samstagabend (Ortszeit) mit. In den ausgebrannten Häuserruinen werden noch mehr Opfer befürchtet. Wegen starken Windes und geringer Luftfeuchtigkeit würden die Brände und die Ausbreitungsgeschwindigkeit weiter extrem bleiben. Darüber hinaus wurden im von Flammen heimgesuchten Küstenort Malibu zwei weitere Menschen tot aufgefunden, wie Polizeichef John Benedict vom Bezirk Los Angeles mitteilte.

Die Feuerwehr teilte weiter mit, bei den 23 Opfern des sogenannten "Camp Fire" in Paradise handele es sich um Zivilisten, darüber hinaus seien drei Feuerwehrleute verletzt worden. Mehr als 6450 Wohnhäuser seien den Flammen seit Donnerstag zum Opfer gefallen, rund 15.000 Gebäude seien bedroht. Im Kampf gegen die Flammen seien mehr als 4000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Einer der schlimmsten Brände in der Geschichte Kaliforniens

Damit zählt die Feuerkatastrophe in Paradise zu den schlimmsten Flächenbränden in der Geschichte des Westküstenstaates. Das Ausmaß der Zerstörung sei kaum zu beschreiben, sagte die Bürgermeisterin der kleinen Gemeinde dem US-Sender CNN. Auch ihr Haus sei abgebrannt, ebenso hätten alle Mitglieder des Stadtrats ihre Häuser verloren, teilte Jody Jones mit. Ihnen stehe "harte Arbeit" bevor, den Ort wieder aufzubauen.

Zehntausende in Los Angeles auf der Flucht

In der Region am Nordrand von Los Angeles schlugen zwei Flächenbrände Zehntausende Menschen in die Flucht. Das sogenannte Woolsey-Feuer verkohlte bis Samstagabend eine Fläche von mehr als 280 Quadratkilometer. Mindestens 150 Häuser seien abgebrannt, teilte die Feuerwehr mit. Rund 50 000 Gebäude seien noch in Gefahr. Bei abflauenden Winden meldeten die Löschteams aber erste Fortschritte. Die Feuersbrunst sei jetzt zu fünf Prozent eingedämmt, hieß es.

Für mehrere Ortschaften, darunter auch der Promi-Ort Malibu, galt am Wochenende allerdings weiterhin ein Räumungsbefehl. Dutzende Häuser seien dort abgebrannt, sagte der Bürgermeister von Malibu. Er wies die Bewohner an, sich vorerst fern zu halten.

Zahlreiche Prominente evakuiert

Viele Prominente haben an der Küste und in dem angrenzenden Hügelland teure Villen. Stars wie die Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga, der Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro und die TV-Persönlichkeiten Caitlyn Jenner und Kim Kardashian waren von den Evakuierungen betroffen.

Er und seine Frau seien an einem Strand in Sicherheit gebracht worden, sagte der 78-jährige "Apocalypse Now"-Star Martin Sheen in einem Interview. Sie würden die Nacht vermutlich in ihrem Auto verbringen. Dies sei das schlimmste Feuer, das er in 48 Jahren in Malibu erlebt hätte. Er habe wenig Hoffnung, dass ihr Haus noch stehe.

Trump wirft Behörden in Kalifornien Missmanagement vor

US-Präsident Donald Trump warf den zuständigen Behörden in Kalifornien Missmanagement vor. "Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement", schrieb Trump auf Twitter. Milliarden Dollar würden jährlich ausgegeben und trotzdem stürben so viele Menschen. Er drohte dem von den Demokraten regierten Staat mit dem Entzug von Bundesmitteln.

Der Verband der Feuerwehrleute in Kalifornien (CPF) feuerte zurück. Trump habe eine "uninformierte politische Drohung gegen die unschuldigen Opfer dieser verheerenden Feuer" ausgesprochen, sagte Verbandschef Brian Rice. Dies sei auch ein "schmählicher" Angriff auf die Feuerwehrleute, die ihr Leben riskieren würden.

Ursprüngliche Meldung vom 10.11.2018: Feuer-Inferno wütet in Kalifornien

Die schweren Waldbrände in Kalifornien haben zu stellenweise katastrophaler Zerstörung geführt und nach Angaben der Behörden mindestens neun Menschen das Leben gekostet. In der Stadt Paradise im Norden des Bundesstaats starben Menschen in ihren brennenden Autos. Auch der Promi-Ort Malibu bei Los Angeles ist durch ein weiteres Großfeuer in Gefahr. Wie die Feuerwehr mitteilte, breiteten sich die Brände durch auffrischende Winde extrem schnell aus. In der Nähe fraß das Feuer Flächen von der Größe von sechs Fußballfeldern in nur einer Minute.

Feuer-Katastrophe in Kalifornien: 150.000 Menschen evakuiert

In Paradise nördlich von Sacramento waren alle 27.000 Einwohner aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Dasselbe galt für den bekannten Pazifik-Küstenort Malibu im Süden des Bundesstaates, wie der Regionalsender KTVU berichtete. Insgesamt mussten weit mehr als 150.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Stromleitungen wurden gekappt. Tausende Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpften gegen die Flammen. Mindestens 6700 Gebäude wurden schon zerstört. Viele Menschen müssen in ihren Autos übernachten.

Großbrände außer Kontrolle: 44.000 Hektar in Flammen

Neben dem sogenannten Camp Fire mit einer Größe von mehr als 30.000 Hektar in der Gegend von Paradise tobten im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt, zwei weitere Großbrände, einer davon nach Berichten lokaler Medien mit einer Größe von mehr als 14.000 Hektar im Ventura County in der Nähe der Millionenmetropole Los Angeles. Betroffen ist auch Thousands Oaks, wo die Einwohner erst einen Tag zuvor durch ein schweres Gewaltverbrechen mit zwölf Toten in Angst und Schrecken versetzt worden waren.

Zum Vergleich:Bei dem riesigen Waldbrand in Brandenburg im Sommer dieses Jahres standen 400 Hektar in Flammen.

Feuerwehr: "Das ist ein sehr gefährliches Feuer"

Das Feuer im Norden war am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Bis zum Freitagvormittag konnten es die Feuerwehrleute zu fünf Prozent eindämmen, wie die kalifornische Regierung mitteilte. "Das ist ein sehr gefährliches Feuer", schrieb die Feuerbehörde CalFire auf Twitter.

Menschen suchen verzweifelt nach ihren Angehörigen

Auch aus anderen Teilen des Bundesstaates berichteten Menschen von der verzweifelten Suche nach Verwandten, von niedergebrannten Häusern und gesperrten Autobahnen. Der Pacific Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Kalifornien, wurde nach Angaben der Behörden zwischen Topanga Canyon und Decker Canyon gesperrt.

Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste hoch. Starke Winde erschwerten die Lage. Der nationale Wetterdienst sprach von extremen Bedingungen und warnte vor weiteren Bränden.

Promi-Ort Malibu in Gefahr

Betroffen ist auch die Gegend um Malibu, wo zahlreiche Prominente wohnen. Die Fernsehserie "Baywatch - Die Rettungsschwimmer von Malibu" mit David Hasselhoff und Pamela Anderson machte den Küstenort weltberühmt. Die Stadt bei Los Angeles ist als Wohnort unter anderem von Thomas Gottschalk und Barbra Streisand bekannt. Zahlreiche Stars sind nun von dem dort wütenden Großfeuer betroffen oder in Gefahr.

Kim Kardashian postete auf Social Media, das Feuer habe ihr Anwesen in Hidden Hills erreicht, breite sich aber nicht weiter aus. "Es sieht im Moment nicht so aus, als würde es noch schlimmer werden", schrieb sie auf Twitter. Auch die US-Schauspielerin Alyssa Milano musste ihr Haus verlassen. Sie sei samt Kindern und Hunden geflohen, schrieb sie auf Twitter. "Ich sorge mich um mein Haus, aber ich kann nichts tun", twitterte zum Beispiel Popsängerin Cher, die seit mehr als 45 Jahren dort eine Immobilie besitzt, wie aus dem Tweet hervorging.

Auch Lady Gaga fragte sich bei Twitter, ob ihr Haus in Flammen aufgehe. "Alles, was wir tun können, ist, zusammen und füreinander zu beten." Gaga dankte auch Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften. Aufgrund der Waldbrände in Kalifornien waren der Nachrichtenagentur AP zufolge auch Prominente wie der Schauspieler Scott Baio, der Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro ("Shape of Water - Das Flüstern des Wassers"), die TV-Persönlichkeiten Caitlyn Jenner und Kim Kardashian sowie die Schauspielerin Alyssa Milano und der Schauspieler Rainn Wilson gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.

Jenner postete bei Instagram ein Video, sie sei in Sicherheit. Kardashian, die auch den Feuerwehrleuten dankte, schrieb bei Twitter: "Wir sind alle in Sicherheit und das ist, was zählt."

Vize-Gouverneur Gavin Newsom rief für die Bezirke Butte County, Los Angeles County und Ventura County den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Allein dort kämpften rund 2000 Feuerwehrleute gegen die Brände.

 



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