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Gesundheit

Vibrionen in der Ostsee: Zweiter Todesfall nach Infektion mit den gefährlichen Bakterien

Vibrionen in der Ostsee: Nachdem Mitte August eine Frau nach dem Bad in der Ostsee an einer Infektion gestorben ist, ist nun ein weiterer Mensch an einer Vibrionen-Infektion gestorben. Ebenso wie die Frau gehörte auch das zweite Todesopfer zur Risikogruppe.
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Update vom 05.09.2019: Zweiter Todesfall nach Vibrionen-Infektion

Nach einem Bad in der Ostsee ist ein weiterer Mensch an einer Vibrionen-Infektion gestorben. Die Person habe an mehreren chronischen Krankheiten gelitten und damit zur Risikogruppe gehört, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Donnerstag in Rostock mit. Weitere Details wurden nicht genannt. Bereits vor rund vier Wochen war eine Frau an einer Infektion gestorben. Auch sie gehörte zur Risikogruppe.

Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden und Hautverletzungen haben, sollten vorsichtshalber nicht baden gehen, erklärte eine Lagus-Sprecherin. Dazu zählen etwa Erkrankungen der Leber, Diabetes mellitus oder Immunschwächen durch eine Transplantation oder HIV. Auch alte Menschen gehörten zur Risikogruppe.

Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten verursachen können. Am bekanntesten dürfte der Erreger der Cholera sein. Die im Salzwasser der Ostsee vorkommenden Keime der Art Vibrio vulnificus vermehren sich sprunghaft bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad und können Wunden infizieren. Zu den Symptomen einer Infektion gehören Schüttelfrost und Fieber. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.

Update vom 14.08.2019 um 15 Uhr: Weitere Infektion durch Vibrionen in der Ostsee

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein weiterer Mensch bei einem Bad in der Ostsee mit Vibrionen infiziert. Damit steige die Zahl der Infektionen in diesem Jahr auf sechs, sagte Heiko Will, Direktor des Landesamts für Ge sundheit und Soziales in Rostock am Mittwoch. Auch in dem neuen Fall sei eine hochbetagte Frau betroffen, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Menschen gehöre. Vergangene Woche war eine ältere Frau an einer solchen Infektion gestorben. In Schleswig-Holstein seien weiterhin keine Erkrankungsfälle bekannt, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Frau stirbt wegen Infektion von Vibrionen

Gefährliche Bakterien in der Ostsee haben ein erstes Todesopfer gefordert. Eine Frau ist nach dem Baden in der Ostsee (in Mecklenburg-Vorpommern) verstorben. Grund sollen nach Informationen der Ostsee-Zeitung Vibrionen im Wasser gewesen sein. Auch beim Grillen wird von Forschern aktuell vor gefährlichen Hepatitits-Infektionen gewarnt: Schwere Leberschäden können die Folge sein.

Vibrionen: Nach Bad in Ostsee gestorben

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat auf Anfrage der Ostsee-Zeitung erklärt, dass es sich bei der toten Frau, um eine ältere Frau handelt, "die zur Risikogruppe der immungeschwächten Personen gehörte."

Seit Juni habe die Behörde vier weitere Erkrankungen durch Vibrionen-Infektionen registriert, sagte Amtsleiterin Dr. Martina Littmann der Ostsee-Zeitung. Wo genau die verstorbene Frau mit den Bakterien in Berührung kam und woher sie stammte, wurde aus Gründen des Datenschutzes nicht mitgeteilt.

Bis Anfang September habe das Amt für Gesundheit und Soziales 14-tägig oder monatlich Proben genommen - in diesem Jahr waren es bislang 16 Proben. Trotz der tendenziell steigenden Erkrankungszahlen in den vergangenen Jahren, gehört die Untersuchung auf Vibrionen nicht zum standardmäßigen Untersuchungsprogramm der Kreis-Gesundheitsämter.

Klimawandel: Vibrionen mögen es warm

Vibrio-Bakterien vermehren sich vor allem bei einem Salzgehalt ab 0,5 Prozent und ab einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius stark, erklärt eine Expertin der Ostsee-Zeitung. Diese Begebenheiten seien in warmen Sommern auch an der Nord- oder Ostseeküste gegeben.

Vibrionen: Gefährliche Bakterien

Vibrionen sind stäbchenförmige Bakterien. Sie können schwere und tödliche Infektionen auslösen. Vorwiegend leben diese Bakterien im Wasser. Die Keime können beim Baden oder Wasserwaten in Hautverletzungen eindringen und rufen in seltenen Fällen schwere Wundinfektionen hervor.

Bei Wundinfektionen sollte deshalb unbedingt auf den Kontakt mit Meerwasser hingewiesen werden. Eine entsprechende Behandlung könne lebensrettend sein.