Berlin
Schwerer Missbrauch

Erschütternd: Gleichaltrige Mitschüler vergewaltigen Grundschüler (10) während einer Klassenfahrt

Nach einem Missbrauchsfall unter Grundschulkindern aus Berlin dürfen die mutmaßlichen Täter nicht mehr zum Unterricht kommen. Drei Mitschüler sollen einen Zehnjährigen während einer Klassenfahrt brutal vergewaltigt haben.
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Berliner Grundschule: Drei Mitschüler sollen einen Zehnjährigen während einer Klassenfahrt brutal vergewaltigt haben. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
Berliner Grundschule: Drei Mitschüler sollen einen Zehnjährigen während einer Klassenfahrt brutal vergewaltigt haben. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Update 3.9.18, 17.20 Uhr:

Der am Wochenende bekanntgewordene Vergewaltigungsfall an einer Berliner Grundschule ist für Polizei und Justiz im Wesentlichen geklärt. So stehe das registrierte Alter des erst zehnjährigen mutmaßlichen Haupttäters nicht in Frage. "Es gibt keinen Zweifel am Alter", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Daher ermitteln Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft in dem Fall nicht mehr, weil der Haupttäter und seine beiden Mittäter juristisch Kinder und damit nicht strafmündig seien. Erst ab 14 Jahren können Jugendliche für Taten von der Justiz bestraft werden.

Der Junge soll nun erstmal von normalen Schulen ferngehalten werden. "Wir wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, dass der Haupttäter keine Regelschule besucht, sondern besondere Schulmaßnahmen erfährt", sagte eine Sprecherin der Berliner Senatsschulverwaltung. Für den Jungen aus einem der Bezirke im Ostteil Berlins könnte dann Unterricht in besonderen Kleingruppen oder eine spezielle Einzelfallhilfe organisiert werden.

Zuvor:

Ein schrecklicher Missbrauchsfall hat sich mehreren Medienberichten zufolge während einer Klassenfahrt von Viertklässlern einer Berliner Grundschule ereignet. Ein zehnjähriger Junge soll von drei Mitschülern brutal vergewaltigt worden sein. Jetzt fliegen die verdächtigen Kinder von der Schule.

Die schreckliche Tat soll sich bereits vor den Sommerferien ereignet haben. Da ging es zusammen mit 38 Schülern auf Klassenfahrt in die Uckermark, wie die "B.Z." berichtet. In sich deckenden Medienberichten heißt es, zwei elfjährige Mitschüler hätten das zehnjährige Opfer festgehalten, während der ebenfalls zehnjährige Haupttäter den Jungen vergewaltigte.

Nach Angaben der "B.Z." hätten weder Lehrerinnen noch Erzieher etwas davon mitbekommen. Erst eineinhalb Wochen später soll sich ein Freund des Opfers einem Sozialarbeiter der Schule anvertraut haben. Die Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt in Berlin.

Mutmaßliche Täter fliegen von der Schule

Am Sonntagnachmittag meldet die Deutsche Presseagentur, dass die mutmaßlichen Täter nicht mehr zum Unterricht kommen dürfen. "Sie kehren nicht an ihre Schule zurück. Wir haben sofort gehandelt. Schulpsychologie und die Sozialarbeit sind vor Ort", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft der dpa am Samstag.

Das Opfer befinde sich in Obhut seiner Eltern, erklärte die Senatssprecherin weiter. Ob es sich bei den Kindern um Jungen oder Mädchen handelt und wie alt sie sind, teilten weder Polizei noch Senatsverwaltung mit. Auch der genaue Ort, an dem sich die Tat ereignete, wurde noch nicht genannt beziehungsweise offiziell bestätigt. "Aus Opferschutzgründen geben wir keine Einzelheiten heraus", sagte die Sprecherin der dpa.

Bei den Tätern soll es sich um Kinder aus Afghanistan und Syrien handeln, wie die "B.Z." berichtet. Weiterhin sei der Haupttäter bereits mehrfach verhaltensauffällig gewesen sein. Allerdings nicht sexuell übergriffig - und auch nicht gegenüber dem späteren Opfer. Ob das zuständige Jugendamt des Bezirks den Jungen und seine beiden Komplizen aus Flüchtlingsfamilien vorher kannten, ist unklar. Man könne keine Auskünfte zu Einzelfällen geben, hieß es. "Da es sich in allen Fällen um Kinder handelt, gilt dies nicht nur aus Sozialdaten-, sondern auch aus Kinderschutzgründen."

Gegenüber der "Morgenpost" sagte der Schulpsychologe Matthias Siebert: "Gewalt ist oft ein Zeichen fehlender Selbstkontrolle. Die tritt vor allem auf, wenn Kinder vernachlässigt werden. Das kann in Familien mit oder ohne Migrationshintergrund der Fall sein, in bildungsnahen wie bildungsfernen Familien. Entscheidend ist, ob das Kind Empathie erlernt."