Anschlag auf den Bahnverkehr: Unbekannte Täter haben am Mittwoch (20. Januar 2021) auf einer Bahnstrecke in Marsberg eine menschengroße selbstgebastelte Puppe ins Gleisbett gesetzt und damit einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst.

Wie die Bundespolizei am Donnerstag (21. Januar 2021) berichtet, leitete der Lokführer eines Regionalexpress umgehend eine Schnellbremsung ein, um den vermeintlichen Menschen nicht zu überfahren - doch er konnte dies nicht verhindern. Gegen 22.15 Uhr wurde schließlich die Polizei die Polizei nach Marsberg alarmiert. Der 49-jährige Lokführer erklärte, dass er auf seiner Fahrt von Warburg nach Meschede womöglich einen im Gleis sitzenden Menschen überfahren habe.

Lokführer unter Schock

Im Glauben ein Menschenleben auf dem Gewissen zu haben, erlitt der 49 Jahre alte Mann einen Schock. Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr suchten daraufhin die Gleise ab und fanden zunächst Kleidung unter dem Zug. Somit schien es wirklich, als wäre ein Mensch erfasst worden. Bei der Bergung der vermeintlichen Person stellte sich schließlich heraus, dass es sich um eine aus Holz und Füllmaterial und Bekleidung selbstgebaute Puppe handelte - ähnlich einer Vogelscheuche.

Die Polizei leitete nach dem Fund ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Die Fahrgäste des Regionalzugs wurden mit Taxis zu ihren Zielen befördert. Die Bahnstrecke musste für mehr als zwei Stunden gesperrt werden. 

Wer Hinweise zu möglichen Tatverdächtigen geben kann, soll sich unter der Nummer 0800/6888000 mit der Bundespolizei in Verbindung setzen. Die Tat ereignete sich vermutlich am 20. Januar 2021 gegen 22 Uhr, wie die Polizei abschließend mitteilt.