Halle (Saale)
Ermittlungen

Terror in Halle: Stephan B. gesteht Tat und rechtsextremes Motiv

Am Mittwoch starben zwei Menschen in Halle: Ein mutmaßlicher Rechtsxtremist schoss vor einem Dönerbude um sich. Er wollte unter anderem auch eine Synagoge stürmen. Am Freitag besucht Ministerpräsident Söder eine Nürnberger Synagoge um sich über die Sicherheitslage zu informieren.
Artikel drucken Artikel einbetten

Update, 11.10.2019: Attentäter von Halle gesteht Tat und rechtsextremistisches Motiv

Der Todesschütze von Halle hat die Tat gestanden und auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt. Der 27-jährige Stephan B. habe in dem mehrstündigen Termin beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am Donnerstagabend umfangreich ausgesagt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Karlsruhe am Freitag.

Update, 11.10.2019: Söder besucht Nürnberger Synagoge

Nach dem Terrorakt von Halle und dem versuchten Anschlag auf die dortige jüdische Synagoge kommt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag (12.00 Uhr) zu einem Besuch der Israelitischen Kultusgemeinde nach Nürnberg. Er wolle dort mit Vertretern der Gemeinde, Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und Mittelfrankens Polizeipräsident Roman Fertinger über die Sicherheitslage von jüdischen Einrichtungen und Synagogen sprechen, teilte die Staatskanzlei mit. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

In Bayern sollen am Freitagabend zudem Menschenketten um die Synagogen als Zeichen der Solidarität gebildet werden. Als Sprecher des "Bayerischen Bündnisses für Toleranz" rief der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zur Teilnahme auf: "Setzen Sie ein Zeichen gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und Menschenverachtung und beteiligen Sie sich bei den Menschenketten um die Synagogen - auch in Bayern." Das Bündnis wurde nach dem vereitelten Attentat bei der Grundsteinlegung der Münchner Synagoge im Jahr 2003 gegründet.

Am Mittwoch hatte ein mutmaßlicher Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge in Halle/Saale ein Blutbad unter Gläubigen anzurichten. Der 27-jährige Deutsche scheiterte beim Versuch, die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Danach soll der Mann vor dem Gebäude und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er wurde festgenommen.

Update, 10.10.2019: Vier Kilo Sprengstofff im Auto des Täters

Im Auto des mutmaßlichen Täters von Halle sind nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank insgesamt vier Kilo Sprengstoff in zahlreichen Sprengvorrichtungen sichergestellt worden. Dem mutmaßlichen Täter Stephan B. werde zweifacher Mord und versuchter Mord in neun Fällen vorgeworfen, sagte Frank am Donnerstag in Karlsruhe. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror."

Update, 10.10.2019: Opfer identifiziert

Nach dem Anschlag in Halle sind die erschossenen Opfer identifiziert. Es handelt sich um eine 40 Jahre alte Frau aus Halle sowie einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Die Frau war am Mittwochmittag von dem schwer bewaffneten Täter vor der Synagoge erschossen worden, der Mann wenig später in einem nahen Dönerladen.

Auf seiner Flucht hatte der mutmaßliche Rechtsextremist auch zwei Menschen verletzt. Bei ihnen soll es sich nach dpa-Informationen um ein Ehepaar handeln, das im 15 Kilometer entfernten Landsberg ein Geschäft betreibt. Die 40 Jahre alte Frau und der 41 Jahre alte Mann werden mit Schussverletzungen im Krankenhaus behandelt.

Im Wiedersdorf, einem Ortsteil von Landsberg, soll der Täter seinen ersten Fluchtwagen abgestellt und ein Taxi gekapert haben, wie dpa aus Sicherheitskreisen weiter erfuhr. Dabei seien weitere Schüsse gefallen. Demnach konnte der mutmaßliche Täter wenig später bei einem Autounfall auf der Bundesstraße 91 auf Höhe des Örtchens Werschen von Spezialkräften festgenommen werden. Er war verletzt und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Update, 10.10.2019: Generalbundesanwalt will Haftbefehl beantragen

Die Bundesanwaltschaft will am Donnerstag einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Synagogen-Attentäter von Halle beantragen. Zu den Ermittlungen gegen den deutschen Staatsangehörigen Stephan B. würden Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Generalbundesanwalt Peter Frank am frühen Nachmittag in Karlsruhe informieren, teilte die Bundesanwaltschaft am Vormittag mit.

Im sachsen-anhaltischen Halle waren am Mittwoch während eines Gottesdienstes zum jüdischen Feiertag Jom Kippur in der Nähe einer Synagoge zwei Menschen erschossen worden. Der Täter soll versucht haben, in die Synagoge einzudringen, was aber misslang. Am frühen Nachmittag wurde Stephan B. festgenommen. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist von einem antisemitischen Motiv und einem rechtsextremistischen Hintergrund auszugehen.

Update, 10.10.2019: Manifest aufgetaucht - fünf Leute streamten Schießerei

Rund um die tödliche Schießerei in Halle (Saale) gibt es neue Details: Angaben des US-Analyseunternehmens SITE Intelligence Group ist am Mittwochabend ein "Manifest" im Internet aufgetaucht. Das gab SITE-Verantwortliche Rita Katz gab das via Twitter bekannt.

Im "Manifest" sollen Fotos enthalten sein, die die verwendeten Waffen und Munition von Stephan B. zeigen. Darin wird wohl auch der Livestream der Tat via Twitch angekündigt.

 

Wohnungsdurchsuchung in Eisleben

 

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle (Saale) ist am Donnerstag eine Wohnung laut einem MDR-Bericht durchsucht worden. Der Einsatz soll in Benndorf bei Eisleben gewesen sein, berichtet MDR Sachsen-Anhalt am Donnerstag. Die Polizei in Sachsen-Anhalt bestätigte die Durchsuchung am Morgen nicht. In Benndorf soll nach Angaben eines Nachbarn des Vaters des mutmaßlichen Täters, der im nahe gelegenen Helbra wohnt, die Mutter von Stephan B. leben.

Der schwerbewaffnete Täter hatte versucht, in die Synagoge einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. Der Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll. Der mutmaßliche Täter, bei dem es sich um einen Rechtsextremisten handeln soll, wurde festgenommen.

Bluttat in Halle/Saale: Jüdische Gemeinde entgeht knapp Katastrophe

Ein schwerbewaffneter Täter hat versucht, in einer Synagoge in Halle/Saale ein Blutbad unter rund 80 Gläubigen anzurichten. Die jüdische Gemeinde entging an ihrem höchsten Feiertag Jom Kippur nur knapp einer Katastrophe.

Der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan B. aus Sachsen-Anhalt wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Mittwochmittag die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll der 27-jährige Deutsche vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde am Nachmittag festgenommen.

Halle (Saale): Handelt sich wohl um Einzeltäter

Erst nach langen Stunden des Wartens wurde klar, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sprach am Abend von einem antisemitischen Motiv. Der Generalbundesanwalt, der die Ermittlungen rasch an sich gezogen hatte, habe zudem "ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund". Seehofer sagte weiter: "Der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur ist heute ein schwarzer Tag. Ein schwer bewaffneter Täter hat versucht, in eine Synagoge einzudringen, in der sich rund 80 Menschen aufhielten."

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte am Abend: "Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock." Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Polizei. "Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös." Er fügte hinzu: "Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen."

Bei dem Angriff legte der Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor dem Gotteshaus ab. Eine Frau wurde nach dpa-Informationen vor der Synagoge von tödlichen Schüssen getroffen. Etwa 30 Meter vor der Synagoge lag sie auf einer Straße mit einer blauen Decke bedeckt gegenüber der Synagoge. Das Opfer aus dem Döner-Imbiss war ein Mann.

Blutige Schießerei in Halle: Täter per Videokamera beobachtet

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki, bestätigte, dass sich der Angriff der Täter direkt gegen die Synagoge richtete. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte Privorozki der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. "Aber unsere Türen haben gehalten."

Die Tat erinnert an den Anschlag eines Rechtsextremisten auf Muslime in zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem Mitte März mehr als 50 Menschen getötet worden waren. Wie dieser Täter soll auch der Schütze von Halle eine Kamera auf dem Helm getragen haben. In den sozialen Netzwerken soll er ein Bekennervideo hochgeladen haben.

Darin ist ein junger Mann in Kampfanzug mit weißem Halstuch in einem Auto zu sehen. Der Mann gibt in vermutlich nicht muttersprachlichem Englisch extrem antisemitische Äußerungen von sich. In dem Video sind auch mehrere Schießszenen zu sehen. Unter anderem zeigt das Video, wie in einem Döner-Imbiss mehrfach auf einen Mann geschossen wird, der hinter einem Kühlschrank liegt. Das Video liegt dpa vor.

Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitsmus bestätigte der dpa nach einem Telefonat mit Privorozki, der maskierte Täter habe gegen die Tür geschossen, dabei aber nicht in die Synagoge eindringen können. Rund 20 Menschen seien am Nachmittag noch in der Synagoge verschanzt gewesen, darunter auch mehrere Gäste aus den USA. Laut Salomon wurden auch Flaschen mit Flüssigkeit geworfen. Eine habe die Sukka (Laubhütte), eine andere den Jüdischen Friedhof in unmittelbarer Nähe und eine den Hof der Synagoge getroffen. Nur die Flasche gegen den Friedhof habe sich entzündet.

US-Botschafter Richard Grenell sagte, zehn Amerikaner seien in der Synagoge gewesen. "Alle sind sicher und unverletzt", schrieb Grenell auf Twitter. Bundeskanzlerin Angela Merkel informierte sich über die Lage und sprach den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Beileid ausgesprochen. Die Kanzlerin habe mit Seehofer und Haselhoff gesprochen, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Solidarität gelte allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Jom Kippur.

"Amoklage" in Halle

Die Stadt Halle sprach am frühen Nachmittag von einer "Amoklage" und rief die Menschen überall in Halle dazu auf, in Gebäuden zu bleiben. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass mehrere bewaffnete Täter mit einem Auto auf der Flucht seien. Gegen 18.15 Uhr gab sie Entwarnung. "Sie können wieder auf die Straße, die Warnungen sind aufgehoben", twitterte die Polizei. 

Es gab mindestens zwei weitere Verletzte. Sie wurden mit Schussverletzungen in das Universitätsklinikum Halle gebracht, waren aber am Abend außer Lebensgefahr.

Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle, gab es Schüsse. Ein Zusammenhang zu Halle war zunächst von den Behörden aber nicht bestätigt worden.

Die Stadt Halle hatte einen Krisenstab einberufen. Alle Rettungskräfte der Feuerwehr waren in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei hatte seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt abgezogen und sie nach Halle verlegt.

Im benachbarten Leipzig hatte die Polizei ihre Kräfte vor der Synagoge verstärkt. Auch in anderen deutschen Städten wurde der Schutz von Synagogen verstärkt.

Der Bahnhof von Halle war wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Es kam zu Verspätungen. Die Bundespolizei verstärkte ihre Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen in Mitteldeutschland. Das gelte auch für die Verkehrswege nach Polen und Tschechien, hieß es.

Reaktionen auf die Tat von Halle

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich entsetzt über die Tat. "Es wurden durch sie nicht nur Menschen aus unserer Mitte gerissen, sie ist auch ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land."

Aus dem Ausland kamen ebenfalls bestürzte Reaktionen. Das Europaparlament legte eine Schweigeminute für die Opfer ein. In Gedanken sei man bei Deutschland, der deutschen Polizei und bei der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, sagte Parlamentspräsident David Sassoli.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres bewerte den Vorfall als "eine weitere tragische Demonstration von Antisemitismus", teilte ein UN-Sprecher in New York mit.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel twitterte: "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ich hoffe, die Polizei fasst den oder die Täter schnell, ohne dass weitere Menschen zu Schaden kommen."

Polizei auch in Franken im Einsatz

Die Polizei in Oberfranken stellte sich derweil darauf ein, dass Täter nach Bayern fliehen könnten. Seit den frühen Nachmittagsstunden hatte sich die Bayerische Polizei landesweit an den Fahndungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlagsszenario in Halle beteiligt. "Wir stellen uns auf einen bewaffneten Täter ein", hatte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Mittwochnachmittag gesagt.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach ein bewaffneter Täter aus Halle in Sachsen-Anhalt mit dem Auto auf der Flucht in Richtung Süden unterwegs sei. Mehrere Hundertschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützten die örtlichen Polizeidienststellen insbesondere in Oberfranken mit dem Ziel, ein dichtes Fahndungsnetz zu betreiben. Spezialeinsatzkräfte waren alarmiert und auf polizeiliche Maßnahmen gegen mögliche bewaffnete Täter vorbereitet.

Mittlerweile geht die Polizei von einem Einzeltäter aus - Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen für die politisch motivierten Straftaten gibt es derzeit zwar keine weiteren aktuellen Gefährdungshinweise. Jedoch wurden die laufenden Schutzmaßnahmen für israelitische Einrichtungen im Freistaat, wo an vielen Örtlichkeiten Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, stattfinden, bis auf weiteres deutlich erhöht.

Auch Stunden nach den Vorfällen sind noch viele Fragen offen. Die Lage im Überblick.

Was wir bisher wissen

Zwei Menschen sind in Halle/Saale erschossen worden. Ein Todesopfer wurde nach Informationen eines dpa-Reporters auf einer Straße in der Nähe der Synagoge in der Innenstadt gefunden. Im Universitätsklinikum Halle werden Angaben eines Sprechers zufolge zwei Verletzte behandelt. Dabei handele es sich um einen Mann und eine Frau, beide hätten Schussverletzungen.

Das andere Todesopfer soll in einem Imbiss getötet worden sein, wie der "Spiegel" einen Polizeisprecher zitierte. Ein Döner-Imbiss befindet sich rund 600 Meter entfernt von der Synagoge.

Bei dem Angriff legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter versuchte, in die Synagoge einzudringen.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, sagte, über die Kamera der Synagoge sei zu sehen gewesen, wie der Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht habe, die Türen aufzuschießen. Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte Privorozki der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag).

Auch im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg gab es Polizeiangaben zufolge Schüsse. Auch hier gaben die Behörden eine Warnmeldung heraus, Menschen sollen Gebäude nicht verlassen. Die Zufahrt zu dem Ortsteil Wiedersdorf war am Mittwoch abgesperrt.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung.

Nach Angaben der Polizei waren mehrere bewaffnete Täter mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei dann die Festnahme einer Person. Weitere Fahndungsmaßnahmen liefen. Mittlerweile deute aber vieles auf einen Einzeltäter hin.

Die Polizei dementierte Berichte, wonach sich ein Verdächtiger im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen von Halle im Leipziger Stadtgebiet aufhalten soll.

Die Stadt Halle sprach von einer "Amoklage". Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand berief den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse ein.

Die Menschen im gesamten Stadtgebiet von Halle wurden aufgefordert, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben. Die Gegend im Paulusviertel in Halle wurde großräumig abgesperrt.

Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle.

Der Bahnhof von Halle wurde Angaben der Bahn zufolge wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Der gesamte Linienverkehr wurde nach Angaben der Stadtwerke eingestellt.

Was wir bisher nicht wissen

Der genaue Ablauf der Vorfälle in Halle und auch in Landsberg ist noch nicht bekannt. Die Polizei in Halle machte zunächst keine Angaben zu den näheren Umständen. Die Hintergründe der Tat seien noch nicht bekannt, sagte auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft unklar.

Die genaue Bewaffnung des Täters oder der Täter ist ebenso unbekannt wie die genauen Vorgänge auf dem jüdischen Friedhof.

Offen ist, wie viele Täter es genau gibt und wie viele noch auf der Flucht sind. Die Polizei sprach von mehreren Tätern. Mittlerweile ist aber auch von einem Einzeltäter die Rede. Die "Mitteldeutsche Zeitung" aus Halle zeigte ein Foto, auf dem ein dunkel gekleideter Mann mit Helm und Stiefeln zu sehen ist, der ein Gewehr im Anschlag hat. Der MDR zeigte ein Video, auf dem womöglich derselbe Mann aus einem Auto aussteigt und mehrfach seine Waffe abfeuert.

Die Identität des Tatverdächtigen und wann und wo er genau festgenommen wurde, ist nicht bekannt. Jedoch Auch dazu, wie die Einsatzkräfte auf ihn aufmerksam wurden, gibt es bisher keine offiziellen Informationen.

Die Entwicklung zum Nachlesen

Update, 16.35 Uhr: Fränkische Polizisten unterstützen bei Fahndung

Bei der Fahndung nach dem flüchtigen Täter sind auch einige Beamte aus Oberfranken beteiligt. Das bestätigt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Die Einsatzkonzeption sehe vor, dass bei Fahndungen im Nachbarbundesland Polizisten am Grenzgebiet aufgestellt werden.

Update, 16.10 Uhr: Sicherheit vor Synagogen in ganz Deutschland erhöht

Nach dem Anschlag in Halle wurden in ganz Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen der Synagogen verschärft. In Dresden, Leipzig, Berlin und Frankfurt wurde verstärkter Polizeischutz eingerichtet. Auch in München wurden die Streifen sensibilisiert. "Wir haben unsere Streifen sensibilisiert und darauf hingewiesen, dass der Vorfall in Halle in Zusammenhang mit einer jüdischen Einrichtung steht", sagte ein Polizeisprecher. Derzeit gebe es in München keinen Anlass zu handeln, doch die Polizei könne das Personal für den Schutz von jüdischen Einrichtungen "jederzeit hochfahren", wie der Sprecher sagte.

Update, 16.02 Uhr: Zwei Menschen durch Schüsse verletzt

Im Universitätsklinikum Halle werden nach den tödlichen Schüssen zwei Verletzte behandelt. "Ein Patient hat Schussverletzungen, er wird gerade operiert", sagte Klinikumssprecher Jens Müller der Deutschen Presse-Agentur in Halle. Zur Identität der Verletzten konnte er zunächst keine Angaben machen, auch nicht dazu, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Das Universitätsklinikum habe angesichts der unklaren Lage in der Stadt vorsorglich die Notaufnahme personell verstärkt. Drei Operationssäle stehen zudem zur Verfügung, wie der Sprecher sagte.

Update, 15.45 Uhr: Eine Frau und ein Mann erschossen: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes

Ein Polizeisprecher sagte dem "Spiegel", ein Mann sei in einem Imbiss getötet worden. Das andere Opfer in der Nähe der Synagoge sei eine Frau.

Augenzeugen in Halle berichteten von einem Täter, der einen Kampfanzug und eine Maschinenpistole getragen haben soll. Demnach soll es auch eine Explosion auf einem Friedhof gegeben haben.

Die Bundesanwaltschaft wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handele, sei noch unklar, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Der Generalbundesanwalt verfolgt Taten terroristischer Vereinigungen. Ermittlungen gegen Einzeltäter kann er aber dann übernehmen, wenn dem Fall "besondere Bedeutung" zukommt, etwa wegen des Ausmaßes der Rechtsverletzung und der Auswirkungen der Tat.

Update, 15.10 Uhr: Synagoge zum Zeitpunkt voll besetzt

Zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse nahe der Synagoge in Halle/Saale war das jüdische Gotteshaus voll besetzt. Das sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorotzki dem "Spiegel". "Momentan sind 70 bis 80 Personen in der Synagoge", wurde Privorotzki zitiert. Die Sicherungsvorkehrungen am Eingang hätten "dem Angriff standgehalten", zitierte der "Spiegel" ihn am Mittwochnachmittag weiter. Derzeit feiern Juden auf der ganzen Welt den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Update, 14.56 Uhr: Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen übernommen - Leiche liegt vor Synagoge

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe auf Anfrage mit. Zuerst hatte "Spiegel online" berichtet.

Auf Bildern ist eine Leiche zu sehen, die vor einer Synagoge im Paulus-Viertel liegt.

Update, 14.30 Uhr: Stadt Halle (Saale) spricht von "Amoklage"

Informationen des MDR zufolge, spricht die Stadt Halle (Saale) von einer "Amoklage": Demnach befinden sich alle Rettungskräfte der Feuerwehr in Alarmbereitschaft.

 

 

Update, 14.25 Uhr: Video zeigt Tat in Halle

 

 

Via Twitter hat ein Nutzer ein Video zur Tat in Halle (Saale) veröffentlicht.

Update, 14.02 Uhr: Täter soll in Militärkleidung mit Kamera Dönerladen angegriffen haben

Ziel der Schuss-Attacke war wohl ein Dönerladen im Paulusviertel: Der Besitzer des Fast-Food-Restaurants war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht im Laden, wie er Focus Online erzählt. Ein Angestellter habe sich vor der Schießerei retten können, allerdings sei eine Kundin vom Schuss getroffen worden.

Der Beschreibung des Angestellten zufolge, soll einer der Täter Militärkleidung getragen haben und eine Kamera bei sich gehabt haben.

Die Polizei hat via Twitter bekanntgegeben, dass es derzeit noch keine Neuigkeiten gebe. "Bitte unterlasst zu diesem Zeitpunkt Spekulationen", heißt es im Statement weiter.

Update, 14.00 Uhr: Augenzeugen berichten von Schießerei

Ein mutmaßlicher Täter soll aus einem Sportwagen heraus geschossen haben. Das sagte ein Augenzeuge gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Die Schießerei soll sich in der Ludwig-Wucherer-Straße im Halleschen Paulusviertel ereignet haben.

Update, 13.52 Uhr: Weitere Schüsse in Landsberg

Im östlich von Halle (Saale) gelegenen Landsberg sind wohl weitere Schüsse gefallen. Das berichet Focus Online unter Berufung auf polizeiliche Informationen.

Update, 13.47 Uhr: Festnahme in Halle

Angaben der örtlichen Polizei zufolge, wurde eine verdächtige Person festgenommen. Das teilten die Behörden via Twitter mit.

 

Erstmeldung, 13.30 Uhr: Tödliche Schießerei in Halle (Saale)

Am Mittwochmittag (9. Oktober 2019) ist es zu einer Schießerei in Halle (Sachsen-Anhalt) gekommen. Ersten Erkenntnissen der örtlichen Polizei zufolge, sind dabei zwei Menschen ums Leben gekommen.

Halle (Saale): Tödliche Schießerei im Paulusviertel

Laut Angaben der Polizeibeamten fielen dabei mehrere Schüsse. Aktuell läuft eine Fahndung nach den Tätern. Laut dpa-Informationen sind sie mit einem Auto geflüchtet. Die Polizei ist mit verstärktem Aufgebot in Halle (Saale) vor Ort . Derzeit ist unklar, welche Art von Schusswaffe gebraucht wurde. Zudem ist ungewiss, was der Hintergrund der Tat ist. Ein Amoklauf oder ein Terroranschlag können zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden (Stand: 13.40 Uhr).

 

Die Behörden bitten alle Bürger, in ihren Wohnungen zu bleiben. Allgemeine Fragen beantwortet die Polizei telefonisch unter 115.