Stuttgart
Missbrauch

Sexueller Missbrauch von Behinderten: Täter wusste um Erkrankung - Jetzt gesteht er vor Gericht

Geständnis im Fall von schwerem Missbrauch in Stuttgart: Dort hat ein ehemaliger Pfleger gestanden, einen geistig behinderten Jungen (14) und ein ebenso behindertes Mädchen (20) sexuell missbraucht zu haben. Dabei wusste er um deren Erkrankungen Bescheid.
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Obwohl der Pfleger über die Erkrankung der Kinder Bescheid wusste, nutze er diese gnadenlos aus, um seine grausamen Taten zu verrichten. Symbolfoto: Andreas160578/pixabay.com
Obwohl der Pfleger über die Erkrankung der Kinder Bescheid wusste, nutze er diese gnadenlos aus, um seine grausamen Taten zu verrichten. Symbolfoto: Andreas160578/pixabay.com

Ein früherer Pfleger aus der Nähe von Stuttgart hat am Freitag in einem Strafprozess schweren Missbrauch an einem geistig behinderten Jungen zugegeben. Der Angeklagte habe am Landgericht Stuttgart über seinen Verteidiger ein "umfassendes Geständnis" abgelegt, sagte die Vorsitzende Richterin im Anschluss an eine nicht-öffentliche Sitzung, die den Auftakt zum Verfahren bildete.

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Laut Anklage hat sich der 34-Jährige, ein gelernter Heilerziehungspfleger, vor mehr als zwei Jahren an einem damals knapp 14 Jahre alten Jungen vergangen. Er soll ihn mehrfach vergewaltigt haben. Auch an einer geistig behinderten 20-Jährigen soll der Mann sexuelle Handlungen vorgenommen haben, wie aus der Anklage weiter hervorgeht. In der Wohnung des Angeklagten wurden zudem etliche kinder- und jugendpornografische Videos und Bilder gefunden.

Täter kam über Zeitarbeitsfirma an Jungen heran und nutze sein Krankheitsbild skrupellos aus

Der Täter war mehrere Monate über eine Zeitarbeitsfirma in einer kirchlichen Behinderteneinrichtung nahe Stuttgart angestellt, in der es zu den Vorfällen gekommen ist. Der Mann übernahm dort zwischen Dezember 2015 und Oktober 2016 unter anderem Nachtwachen.

Der Jugendliche war dem Angeklagten schutzlos ausgeliefert, hieß es am Freitag zum Prozessauftakt. Bei seinen Taten habe der heute 34-Jährige das Krankheitsbild - die geistige Behinderung - des Jungen gekannt und ausgenutzt. In Haft war der Angeklagte bisher nicht.