Erfurt
Gerichtsprozess

Sexueller Missbrauch: Mann (57) vergeht sich an bewusstlosen Frauen - und filmt sie dabei

Weil sich ein 57-Jähriger an wehrlosen Frauen sexuell vergangen hat, muss er nun neun Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Erfurt sprach den Mann in fünf Fällen schuldig, seine bewusstlosen Opfer missbraucht und gefilmt zu haben.
 
Weil er sich an wehrlosen Frauen vergangen hat, muss ein 57 Jahre alter Mann jetzt ins Gefängnis. Symbolbild: somkanokwan/Adobe Stock
Weil er sich an wehrlosen Frauen vergangen hat, muss ein 57 Jahre alter Mann jetzt ins Gefängnis. Symbolbild: somkanokwan/Adobe Stock

Sexueller Missbrauch: 57-Jähriger verging sich an wehrlosen Frauen und muss neun Jahre ins Gefängnis. Ein Mann hat seine Sexfantasien an betäubten Frauen ausgelebt und seine Taten auf Video festgehalten. Der Fall erschreckt selbst einen erfahrenen Richter.

Das Landgericht Erfurt sprach den Mann am Mittwoch (30. Oktober 2019) in fünf Fällen schuldig, seine beiden Ex-Partnerinnen und die jugendliche Freundin seines Sohnes im bewusstlosen Zustand missbraucht und sie dabei gefilmt zu haben.

Sexueller Missbrauch: Täter muss in Sicherungsverwahrung

Der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel ordnete am Mittwoch außerdem die anschließende Sicherungsverwahrung an, da der Mann weiter als gefährlich einzustufen sei. Der Missbrauch der beiden Frauen ereignete sich bereits zwischen 2001 und 2004, der des Mädchens im Jahr 2013.

Zu dem Prozess gegen den einschlägig vorbestraften Mann kam es nach Ermittlungen der Jenaer "Soko Altfälle". Die Ermittler hatten den 57-Jährigen zunächst als einen von zwei Tatverdächtigen in dem 23 Jahre alten Mordfall Ramona im Visier. Der Mordverdacht erhärtete sich zwar nicht, aber die Beamten fanden bei Durchsuchungen im vergangenen Jahr Videokassetten, auf denen der Angeklagte beim Sex mit den wehrlosen Frauen zu sehen ist.

Richter bezeichnet Videos als "hartes Brot" - "heftige sexuelle Handlungen"

Die Videos, die die Kammer habe anschauen müssen, seien ein "hartes Brot" gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel. Er sprach von "heftigen sexuellen Handlungen". "Ihr Akte hat auch mir als erfahrenem Vorsitzenden einen Schreck eingejagt; die Hauptverhandlung hat nur begrenzt etwas daran geändert", sagte Pröbstel zu dem Angeklagten.

Der Mann, der ganz in schwarz gekleidet sein Gesicht mit einer Lederjacke über dem Kopf vor den Fotografen versteckte, hatte während des Prozesses den sexuellen Missbrauch gestanden. Er leugnete jedoch, seine Opfer betäubt zu haben. Die Frauen sollen Drogen und Alkohol genommen haben. Der Angeklagte erklärte zudem, sich kastrieren lassen zu wollen. Pröbstel sagte zu dem Angeklagten: Sexualität fängt im Kopf an. Sie werden ihre Fantasien kaum los bekommen." Es sei derzeit nicht auszuschließen, dass so etwas noch einmal passiere.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft und Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine sechseinhalbjährige Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen die Entscheidung kann noch Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt werden.