Schwerin
Festnahme

Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern: SEK-Polizisten sollen "Prepper"-Szene mit Munition versorgt haben - Innenminister Caffier fassungslos

In Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) wurden vier Polizisten festgenomemn. Sie stehen unter Verdacht Mitglieder eine Gruppe, die sich für Krisenfälle und den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung vorbereitet, mit Munition versorgt zu haben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolfoto: Oliver Killig
Symbolfoto: Oliver Killig

Vier teils noch aktive Polizisten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Mecklenburg-Vorpommern sind am Mittwoch unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz festgenommen worden, berichtet die Deutsche Presseagentur.

Munition aus Beständen des Landeskriminalamts beschaffen

Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft den drei aktiven Beamten und einem ehemaligen Beamten der Landespolizei vor, sich von April 2012 an Munition aus den Beständen des Landeskriminalamts beschafft zu haben.

Kontakte zur "Prepper"-Szene

Diese hätten sie einem weiteren Beschuldigten überlassen, der Kontakt zur "Prepper"-Szene haben soll, teilte die Staatsanwaltschaft Schwerin mit. "Prepper" bereiten sich mit Vorräten auf Krisen oder einen Zusammenbruch der staatlichen Ordnung vor - manche kalkulieren den Einsatz von Waffen ein.

Durchsuchung der Wohnungen und Arbeitsplätze

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft seien Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnräume und Arbeitsplätze der Polizisten erlassen worden. Durchsucht worden seien 14 Objekte unter anderem in Rampe, Waldeck, Banzkow, Rostock und Güstrow. Die Beschuldigten würden einem Haftrichter vorgeführt, der über den Vollzug der Untersuchungshaft zu entscheiden habe.

Nach der Festnahme von drei aktiven und einem pensionierten Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Mecklenburg-Vorpommern hat sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU) "zutiefst erschüttert und fassungslos" gezeigt. "Beamte des SEK genießen ein besonderes Vertrauen", sagte er am Mittwoch in Schwerin. Deshalb treffe ihn das Verhalten der Festgenommenen besonders hart. Sie hätten offensichtlich schwer gegen Dienstpflichten und Gesetze verstoßen.

Strukturelle und personelle Umstrukturierung

Caffier nahm die Polizei also solche in Schutz. "Das ist nicht die Landespolizei." Er sei zuversichtlich, dass LKA und Justiz die Vorfälle lückenlos aufklären. Er kündigte eine "strukturelle und personelle" Überprüfung der Diensteinheit an, "um jeglichen Anschein und Unterstellungen einer Verstrickung auszuräumen".

Beamte sollen entlassen werden

Die festgenommenen Beamten sollen nach Caffiers Worten möglichst aus dem Polizeidienst entlassen werden. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz sowie wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Betrugs ermittelt. Caffier sagte, er habe beim Vorsitzenden des Innenausschusses im Landtag angeregt, in der morgigen Sitzung über die Vorfälle zu informieren und dazu auch die Justiz einzuladen.