Osnabrück
Überraschende Wendung

Doch kein Hundeangriff: Säugling lebensgefährlich verletzt - trägt das Jugendamt Mitschuld?

Ein freilaufender Hund soll auf einer Wiese in Osnabrück einen erst wenige Tage alten Säugling angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Inzwischen schließt die Polizei einen Hundeangriff jedoch aus.
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Ein herrenloser Hund habe in Osnabrück einen Säugling angegriffen, hieß es am  Donnerstag. Doch anscheinend stammen die Verletzungen nicht von einem Hundebiss. Symbolfoto: Foto: Ronald Rinklef
Ein herrenloser Hund habe in Osnabrück einen Säugling angegriffen, hieß es am Donnerstag. Doch anscheinend stammen die Verletzungen nicht von einem Hundebiss. Symbolfoto: Foto: Ronald Rinklef
Überraschende Wende im Fall des angeblich von einem Hund lebensgefährlich verletzten Säuglings in Osnabrück:


Update 18. Mai 2018: Jugendamt erhielt Hinweis über Familie bereits vor Angriff

Im Fall des wohl von seinem Vater lebensgefährlich verletzten Säuglings aus Osnabrück hat das Jugendamt schon während der Schwangerschaft einen Hinweis aus der Familie erhalten. "Wir haben den Kontakt gesucht", sagte Stadtsprecher Gerhard Meyering am Freitag. "Dabei ist klar geworden, dass die Familie Hilfe braucht." Das Amt habe Angebote gemacht, die Eltern seien "sehr kooperativ" gewesen. Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls habe es nicht gegeben. Zuvor hatte NDR 1 Niedersachsen darüber berichtet.

Nach Angaben des Sprechers wurde vereinbart, dass die Eltern sich nach der Geburt melden. "Wer genau aus dem Umfeld des Paares den Hinweis gegeben hat, werden wir aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht sagen", erklärte Stadtsprecher Sven Jürgensen später.
"Es gibt keinen Anfangsverdacht für Versäumnisse", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. "Gegen die Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Osnabrück ermitteln wir nicht, das ist absurd", betonte er am Freitag. Staatsanwaltschaft, Polizei und Stadt wollten keine näheren Angaben zum Hintergrund der Familie machen.

Zum Gesundheitszustand des kleinen Jungen gab es am Freitag keine neuen Erkenntnisse. Das Kind sei lebensgefährlich verletzt worden, sein Zustand sei aber weiterhin stabil, sagte Retemeyer. "Sollte das Kind überleben, so sind bleibende Schäden zu befürchten."
Gegen den Vater des erst wenige Tage alten Kindes hatte das Amtsgericht Osnabrück am Donnerstag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, hatte der 24-Jährige in der polizeilichen Vernehmung nach Angaben der Staatsanwaltschaft ausgesagt.

Nach der ursprünglichen Darstellung der Eltern sollte angeblich ein fremder Hund das Kind auf einer Wiese im Ortteil Hellern angegriffen haben. "Wir gehen davon aus, dass sich die Mutter zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung aufgehalten hat", sagte Retemeyer am Freitag. "An der erlogenen Hundegeschichte war sie aber beteiligt." dpa

Nicht ein Hund, sondern der eigene Vater soll einen Säugling in Osnabrück lebensgefährlich verletzt haben.

Gegen den 24-Jährigen wurde am Donnerstag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. "Die ganze Hundegeschichte ist erlogen", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer der dpa. Der Vater des wenige alten Kindes sitzt jetzt in Untersuchungshaft.


Hundeangriff ausgeschlossen


"Wir können ausschließen, dass das Kind durch Hundebisse verletzt wurde", sagte Retemeyer nun. Der Säugling sei geschlagen worden, offene Wunden gab es nicht. "Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, sagte der Vater in der polizeilichen Vernehmung aus."

Untersuchungen hätten ergeben, dass die Verletzungen des nur wenige Tage alten Säuglings nicht von einem Hundebiss stammen. "Das Kind wurde lebensgefährlich verletzt, sein Zustand ist aber weiterhin stabil", teilte die Polizei mit.

Am Mittwoch hieß es noch, dass das Baby am Dienstagabend mit seinen Eltern auf einer Decke auf einer Wiese lag. Ein fremder Hund sei hinzugekommen und habe den kleinen Jungen gebissen, wie erste Befragungen der Polizei ergeben hatten.


Beiß-Attacke: Hund soll Säugling schwer verletzt haben

Zunächst war berichtet worden, dass sich ein freilaufender "mittelgroßer" Hund einer Familie genähert hatte, die sich mit ihren beiden eigenen Hunden und einem erst wenige Tage alten Säugling auf einer Grünfläche im Osnabrücker Stadtteil Hellern aufhielt. Zunächst hätte der fremde Hund demnach mit den Hunden der Familie gespielt - dann habe er unvermittelt den Säugling angegriffen, der auf der Wiese auf einer Decke lag. Er habe dem Baby lebensgefährliche Verletzungen zugefügt. Das Baby wurde ins Krankenhaus eingeliefert.


Angeblicher Hunde-Angriff in Osnabrück: Polizei suchte nach dem Tier und seinem Besitzer

Nach angeblichen Angriff sei der fremde, offensichtlich herrenlose Hund einfach davongelaufen. Die betroffenen beschrieben ihn als "mittelgroß" - weitere Angaben lagen nicht vor.

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