Vorläufige Polizeibilanz des Rechtsrock-Festivals in Themar (Thüringen): Ingesamt wurden 84 Anzeigen aufgenommen, gab die Landespolizeidirektion Thüringen in der Nacht zum Sonntag (10. Juni 2018) bekannt. Zwischenzeitlich befanden sich bis zu 2243 Menschen auf dem Festivalgelände, die dem rechten beziehungsweise dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen sind.


Journalist angegriffen

Die meisten Anzeigen wurde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Zusätzlich gab es auch Anzeigen wegen Volksverhetzung, Drogendelikten sowie Körperverletzung. Ein 33-Jähriger soll einem Journalisten am Freitagabend (8. Juni 2018) auf dem Weg in den Pressebereich unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben. Der 27-Jährige wurde dabei leicht verletzt. Das Motiv der Tat ist derweil noch unklar. Die Ermittlungen gegen den Angreifer laufen noch.
Begleitet wurde die Veranstaltung von zahlreiche Gegenprotesten. Unter anderem wurden nahe der Festivalwiese weiße Kreuze mit den Namen von Todesopfern rechter Gewalt aufgestellt. An einer Protestmeile mit einigen Ständen von Initiativen und wiederholten "Pilgermärschen" mit den Kreuzen in der Hand beteiligten sich rund 300 Menschen. Der knapp 3.000 Einwohner zählende Ort Themar war bereits wiederholt Schauplatz von Rechtsrockkonzerten.

epd/dpa/tu