Effelder-Rauenstein
Erkrankung

Brechdurchfall in thüringischem Ferienlager - Update: Die Ursache steht fest

Am Donnerstag wurde erneuter Brechdurchfall im Ferienzentrum Rauenstein in Thüringen gemeldet, einen Tag später steht die Ursache fest: Laut Landratsamt haben - wie bereits Ende Juni - Noroviren die Beschwerden ausgelöst. Derzeit sind 50 Personen erkrankt.
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Unter Brechdurchfall leiden die Betroffenen im Ferienlager. Symbolfoto:  Patrick Pleul, dpa/lbn
Unter Brechdurchfall leiden die Betroffenen im Ferienlager. Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa/lbn
Update vom 13. Juli, 12.30 Uhr:
Die viralen Erreger seien in drei Proben von Erbrochenen nachgewiesen worden, die in einem beauftragten Labor untersucht würden, teilt das Landratsamt mit. Auf Grundlage dieses Befunds seien weitere Maßnahmen entsprechend des Infektionsschutzes zu treffen.

Der Zustand der 50 Erkrankten sei stabil, ein Großteil von ihnen zeige Anzeichen der Besserung.
Ein Teil der erkrankten sowie nicht erkrankten Gäste sei bereits privat abgereist. Die Rückreise aller im Camp verbleibenden Personen erfolgte am Samstagvormittag mit Reisebussen. Die Betreuung bis zum Antritt der Heimreise ist sichergestellt. Zwei Jugendliche befinden sich aufgrund anderer Ursachen in stationärer Betreuung.


Weitere Untersuchungen zur Ursache der Ausbreitung laufen


"Angesichts des abermaligen Norovirus-Nachweises könne ein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Erkrankungsereignis und dem vom 28. Juni 2018 weder ausgeschlossen noch zwingend hergestellt werden", erklärt die Behörde. In diesem Zusammenhang weist sie auf die umfassende und fachgerechte Desinfektion der Anlage durch eine Spezialfirma vom 5. und 6. Juli hin. Unter anderem seien Bettwäsche, Decken und Kissen vom Betreiber nicht nur desinfiziert und gereinigt, sondern neu angeschafft worden.

Nach Erfüllung aller Auflagen des Gesundheitsamtes des Landkreises Sonneberg konnte die Anlage am vergangenen Wochenende wieder für den Betrieb freigegeben werden. Daraufhin reiste am 9. Juli die gegenwärtige Besuchergruppe aus Brandenburg an.

Update vom 13. Juli, 10 Uhr:

Die Zahl der erkrankten Personen hat sich leicht von 46 auf 49 erhöht, meldet der Landkreis Sonneberg aktuell. Der Zustand der Erkrankten sei stabil, sie würden weiterhin vor Ort medizinisch betreut.

Die erkrankten und nicht-erkrankten Gäste des Ferienzentrums Rauenstein hätten die Nacht den Umständen entsprechend gut überstanden, heißt es in der Pressemeldung. Zwölf Jugendliche seien bereits von ihren Angehörigen eigenständig abgeholt. Am Samstagmorgen würden die verbliebenen rund 200 Gäste des Ferienlagers mit Reisebussen zurück in die Brandenburger Heimat gebracht.
Bis zur organisierten Abreise werden alle Gäste weiter durch örtliche Einsatzkräfte und externe Caterer versorgt. Erkrankte und gesunde Personen wurden räumlich getrennt (insbesondere Aufenthaltsräume und Toiletten).


Noch keine Erkenntnisse zur Ursache


Es gebe derzeit noch keine Nachweise innerhalb den verschiedenen Beprobungen. Demnach seien noch keine Rückschlüsse auf die Ursache der Erkrankungen möglich.

Erstmeldung:

Vier Tage nach der Wiedereröffnung des Ferienlagers zeigen zahlreiche Gäste im Ferienzentrum Symptome eines mysteriösen Brechdurchfalls. Das Lager wurde unter Quarantäne gestellt. 214 Menschen sind davon betroffen. Wieder sind zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, um den Betroffenen vor Ort zu helfen.

Erst Ende Juni waren45 Schüler und Betreuer im Ferienzentrum Rauenstein im südthüringischen Landkreis Sonneberg an einem Norovirus erkrankt. 20 Menschen mit schwereren Symptomen mussten damals in Krankenhäusern der Region behandelt werden.


Brechdurchfall in Rauenstein - zwei Betroffene im Krankenhaus

Aktuell werden laut dem Landratsamt Sonneberg 46 erkrankte Jugendliche (44) und Betreuer (2) medizinisch behandelt. Laut Landratsamt-Sprecher Michael Volk mussten zwei Betroffene ins Klinikum gebracht werden - allerdings vor allem wegen Vorerkrankungen: Das Krankheitsbild sei in diesem Fall weniger schwer ausgeprägt, als noch vor zwei Wochen. Alle anderen Erkrankten werden derzeit vor Ort, in abgetrennten Bereichen im Ferienlager betreut.

Die Gäste des Ferienzentrums sind alle Teil der Evangelischen Jugendgruppe Oder-Spree. Sie stammen aus Frankfurt/Oder sowie den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland (siehe PDF anbei). Sie reisten am 9. Juli an und sind bis 18. Juli im Ferienzentrum eingebucht. Erste Symptome traten vereinzelt am 10. Juli auf. Der Zustand der Erkrankten ist stabil.


Mysteriöse Krankheit im Ferienlager - was steckt dahinter?

Mysteriös ist die Ursache der Erkrankung: Eine erste Untersuchung fand bisher keine Hinweise auf einen erneuten Ausbruch des Norovirus. Das Gesundheitsamt sowie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Sonneberg sind im Ferienlager im Einsatz und haben Untersuchungen eingeleitet. Hierzu wurden unter anderem Stuhlproben entnommen. Die Proben wurden in ein Speziallabor nach Suhl gebracht und dort untersucht. Nach Vorlage der Untersuchungsergebnisse wird von den Einsatzkräften über das weitere Vorgehen entschieden.