Haldensleben
Todesfälle

Todesfälle bei Hermes: Obduktionsergebnisse bringen Licht in Ermittlungen

Zwei ungeklärte Todesfälle gab es beim Paketdienstleister Hermes. Aktuell deutet alles auf eine Verkettung von Zufällen hin. Am Dienstag starben ein Mann im Versandzentrum und ein weiterer in einem Transportfahrzeug. Die Obduktion ergab nun woran die Männer starben.
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Update vom 17.10.2019, 13.05 Uhr: Betrieb läuft wieder an - 300.000 Sendungen liegen geblieben

Der Paketdienstleister Hermes hat nach dem zunächst rätselhaften Tod zweier Mitarbeiter den Betrieb in seinem Versandzentrum in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) wieder aufgenommen. Seit Mittwochnacht werde daran gearbeitet, den entstandenen Rückstau von rund 300 000 Sendungen abzubauen, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Dies solle innerhalb der kommenden Tage passieren.

Update vom 17.10.2019, 11.15 Uhr: Paketdienstmitarbeiter starben natürlichen Todes

Die Obduktion der beiden Mitarbeiter eines Paketdienstes in Haldensleben hat ergeben, dass die Männer eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Untersuchungen in der Rechtsmedizin hätten keine Hinweise auf Vergiftungen ergeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Auf dem Gelände des Versandzentrums war in der Nacht zum Dienstag zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige soll zusammengebrochen und vor Ort gestorben sein. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz.

Update vom 16.10.2019, 20 Uhr: Polizei gibt Entwarnung in Haldensleben

Nach dem Tod von zwei Paketdienstmitarbeitern in Haldensleben in Sachsen-Anhalt hat die Polizei am Mittwochabend endgültig Entwarnung gegeben. "Die Tatortarbeit ist sehr umfangreich und akribisch gelaufen. Es gab keinerlei Hinweise auf gesundheitsgefährdende Stoffe", sagte Polizeisprecher Frank Küssner am Mittwoch in Magdeburg. Experten für chemische und toxische Stoffe aus Berlin hatten gemeinsam mit der Tatortgruppe des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt nach Hinweisen gesucht, wie die beiden Mitarbeiter am Dienstag binnen 24 Stunden ums Leben kamen. Sie sollten auch Gefahren für medizinisches Personal und weitere Mitarbeiter ausschließen.

Die Leichen der beiden Männer sollten noch am Mittwoch obduziert werden, um die genaue Todesursache zu ermitteln, sagte Küssner. Mit den Ergebnissen sei frühestens am Donnerstag zu rechnen. Nach den bisherigen Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise darauf, dass die Männer eines natürlichen Todes starben.

Auf dem Gelände des Versandzentrums war in der Nacht zum Dienstag zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige soll zusammengebrochen und vor Ort gestorben sein. Laut Hermes handelt es sich um einen Mitarbeiter aus der Betriebstechnik, der keinen Kontakt zu Paketen hatte. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz. Die Polizei ermittelt, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen den Todesfällen.

Ursprüngliche Meldung: Zwei Todesfälle bei Hermes

Mysteriöse Vorfälle bei Hermes: Zwei ungeklärte Todesfälle und ein Schwerverletzter beim Paketdienstleister Hermes in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) geben den Ermittlern Rätsel auf. Nach ersten Erkenntnissen sprach die Polizei am Mittwochmorgen von einer unglücklichen Verkettung von Zufällen. Auf dem Gelände des Versandzentrums war am Dienstagmorgen zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige sei zusammengebrochen und vor Ort gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz.

Zudem wurde am Dienstag auf dem Gelände des Versandzentrums ein Mann schwer verletzt entdeckt. Wie die Polizei mitteilte, stellte sich dies als "ein ganz normaler medizinischer Notfall" heraus.

Todesfälle bei Hermes: Betrieb vorläufig eingestellt

Die ungewöhnliche Häufung der Unglücksfälle am Dienstag führte bis in den frühen Mittwochmorgen hinein zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. 120 Kräfte waren im Einsatz. Der Betrieb im Versandzentrum Haldensleben mit 3000 Mitarbeitern wurde in der Nacht zu Mittwoch vorsichtshalber vorübergehend eingestellt. Dem Polizeisprecher zufolge wurde die Spätschicht früher entlassen, die Nachtschicht habe nicht begonnen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil zwei völlig gesund wirkende Menschen innerhalb kürzester Zeit gestorben seien.

Zwischenzeitlich sorgte am Mittwoch der Fund geringster Mengen eines Stoffes an einem Paket für Aufregung. Laut Polizei könnte er in großen Mengen gefährlich sein. Die Feuerwehr öffnete deshalb alle Pakete in dem Transporter, in dem ein Mitarbeiter vor seinem Tod am Dienstag Pakete ausgeliefert hatte. Kurze Zeit später gab es Entwarnung. "Das sind ganz normale Zustellpakete gewesen mit handelsüblichem Inhalt", betonte der Polizeisprecher. Über die Menge des gefundenen Stoffes sagte er: "Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht." 

Leichen werden am Mittwoch obduziert

Die Leichen der beiden Männer sollten am Mittwoch obduziert werden, um die Todesursache zu klären. Hinweise auf Fremdeinwirkung gab es laut Polizei zunächst nicht.

Der Betrieb in dem Versandzentrum stand auch am Morgen still. Das Wichtigste sei, dass die Mitarbeiter nicht gefährdet seien, sagte ein Hermes-Sprecher. Er könne noch überhaupt nicht sagen, wann der Betrieb wieder aufgenommen werde. "Die Gedanken sind bei den Verstorbenen und ihren Familien." An dem Standort in Haldensleben wickelt Hermes neben der Lagerlogistik auch die Paketzustellung ab.