Osnabrück

Geschlagen, eingesperrt, gedemütigt, gequält: Mutter misshandelt eigenen Sohn jahrelang schwer

Ein Junge aus Emsbüren soll jahrelang von seiner eigenen Mutter misshandelt worden worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft spricht von "einem der schwersten Misshandlungsfälle der vergangenen Jahre". Wie konnte es dazu kommen, obwohl die Familie vom Jugendamt betreut wurde?
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Ein Junge aus dem niedersächsischen Emsbüren soll über Jahre von seiner Mutter schwer misshandelt worden sein. Die Details des Falls sind grausam. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
Ein Junge aus dem niedersächsischen Emsbüren soll über Jahre von seiner Mutter schwer misshandelt worden sein. Die Details des Falls sind grausam. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Knapp zwei Jahre lang soll eine Frau aus dem Emsland ihren Sohn schwer misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück erhob Anklage gegen die heute 37-Jährige. Es gehe um Misshandlungen, die "sowohl den körperlichen als auch den seelischen Aspekt betreffen", sagte Staatsanwalt Christian Bagung am Samstag.

Der Frau werden unter anderem in der Zeit von 2015 bis 2017 Misshandlung von Schutzbefohlenen und Freiheitsberaubung vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte. Neben der Frau ist auch ein Mann angeklagt. "Es handelt sich um ein Paar", sagte Bagung. Zuvor hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer, dem "Spiegel" gesagt: "Es handelt sich um einen der schwersten Misshandlungsfälle der vergangenen Jahre."

Grausame Details der Misshandlungen

Medienberichten zufolge soll die Mutter den Jungen unter anderem gezwungen haben, sich bei der Rückkehr aus der Schule bis auf die Unterhose auszuziehen und in zwei gelbe Müllsäcke zu kleiden. Geschlafen habe er vermutlich auf dem Boden, zudem habe der Jugendliche wohl die meiste Zeit eingesperrt verbracht. Auch sei er geschlagen worden.

Laut "Spiegel" betreute das Jugendamt die Familie schon seit 2002, griff aber trotz mehrfacher Hinweise der Schule nicht ein. Die Halbschwester des Opfers habe schließlich heimlich ein Video gedreht und es einem Mitschüler gezeigt, dessen Vater Strafanzeige erstattete.

Über die Art und Weise der Misshandlung sagte Staatsanwalt Bagung nichts. Auch Details zu dem mutmaßlichen Opfer werde er nicht nennen. Die Anklage sei am 18. Juni 2018 beim Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Lingen eingereicht worden. Allerdings reichte dieses Gericht die Sache zur Verhandlung an das Landgericht Osnabrück weiter. Ob und wo letztlich verhandelt wird, war zunächst noch nicht entschieden.

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