München
Unfall in München

Autofahrer rammt Jugendliche bei Flucht vor Polizei, 14-Jähriger tot - Update: Dashcam filmte den Raserunfall

In München ist es Freitagnacht zu einem tödlicher Raserunfall gekommen: Ein BMW-Fahrer floh vor der Polizei und rammte mehrere Jugendliche. Ein 14-Jähriger kam dabei ums Leben, eine 16-Jährige wurde schwer verletzt. Die Untersuchung des Unfalls läuft auf Hochtouren. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Film.
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Zwei Jugendliche sind in München von  einem Auto angefahren und so schwer verletzt worden, dass einer von ihnen verstarb.  Wie die Polizei mitteilte, flüchtete der Fahrer des Wagens nach dem Unfall, konnte aber kurze Zeit später gefasst werden. Foto: Sven Hoppe/dpa
Zwei Jugendliche sind in München von einem Auto angefahren und so schwer verletzt worden, dass einer von ihnen verstarb. Wie die Polizei mitteilte, flüchtete der Fahrer des Wagens nach dem Unfall, konnte aber kurze Zeit später gefasst werden. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Tragischer Raserunfall in München: Auf der Flucht vor der Polizei hat ein 34-jähriger Autofahrer ein Mann mehrere rote Ampeln überfahren und zwei Jugendliche gerammt. Dabei starb ein 14-Jähriger und eine zwei Jahre ältere Jugendliche wurde schwer verletzt. Alle Informationen zu dem tödlichen Raserunfall lesen Sie hier:

Update vom 18.11.2019, 14.45 Uhr: Tödlicher Raserunfall wurde gefilmt

Ein Unbeteiligter hat den tödlichen Raserunfall am Freitagabend in München gefilmt. Die Filmsequenz ist für die Ermittler ein wichtiges Beweismittel. "Polizei und Staatsanwaltschaft sind sehr froh, dass es diese Aufzeichnung gibt", sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding, am Montag. Sie stammt von einer so genannten Dashcam - einer Videokamera, die Fahrer in ihren Autos installieren und damit das Geschehen auf der Straße filmen. Eigentlich eine Ordnungswidrigkeit. Der Film könne aber trotzdem als Beweismittel in den Ermittlungen und in einem Strafprozess eingeführt werden, erklärte Leiding. Auch andere Zeugen werden nun gesucht.

Im Raum stehen Mordmerkmale wie Heimtücke, niedrige Beweggründe und Verdeckungsabsicht einer Straftat. "Er fährt ungebremst auf diese Jugendlichen zu", sagt Leiding. Diese seien sich keines Angriffs bewusst gewesen - schließlich zeigte ihre Fußgängerampel grün. Dazu das hohe Tempo: Ein Auto in dieser Geschwindigkeit könne man als Geschoß bezeichnen, meint die Behördensprecherin. Zudem habe der 34-Jährige aus "krassem Eigennutz" gehandelt, weil er sich einer Polizeikontrolle entziehen wollte.

Drogenproblem des Autofahrers könnte Ursache für sein krasses Verhalten gewesen sein

Doch warum so eine heftige Reaktion wegen einer Verkehrswidrigkeit? Das könnte an dem Drogenproblem liegen, das der Angestellte eines Logistikbetriebes offenbar hatte, vermuten die Ermittler. Im Mai 2016 war er laut Polizei wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden - und immer noch auf Bewährung. Als er am Freitagabend in München unterwegs war, hatte er laut Polizei eine geringe Menge Marihuana dabei, zudem roch es im Auto nach Alkohol. Ein Schnelltest ergab zudem Hinweise auf Drogenkonsum.

Oberstaatsanwältin Leiding sprach der Familie des Toten ihr Beileid aus. Jeder mitfühlende Mensch könne verstehen, wie furchtbar das sei, wenn das eigene Kind nicht mehr nach Hause komme. Der 14-Jährige hatte einen großen Freundeskreis, auch seine Mitschüler trauerten. Sie hatten Kerzen, Kuscheltiere und Blumen am Unfallort niedergelegt.

Polizei fassungslos über Reaktionen in sozialen Netzwerken

Umso fassungsloser ist man bei der Polizei von den Reaktionen in den sozialen Netzwerken, wo manche den Beamten Mitschuld an dem Unfall geben. Hättet ihr euch keine Verfolgungsjagd mit dem 34-Jährigen geliefert, wäre der Unfall nicht passiert, so der Tenor. Mit Bestürzung habe er gelesen, dass da immer wieder von einer Hetzjagd die Rede sei, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums München, Marcus da Gloria Martins. "Wir sind hier nicht im amerikanischen Krimi." Es gebe Regeln. So müssten Polizeiautos an roten Ampeln fast bis zum Stillstand abbremsen. Josef Wimmer, Leiter der Mordkommission, pflichtet ihm bei: Wenn sich ein Autofahrer "mehr als auffällig" verhalte, müsse die Polizei dem nachgehen.

Update vom 18.11.2019: 34-jähriger Raser in psychiatrischem Krankenhaus

Der 34-Jährige Autofahrer, der bei seiner Flucht vor der Polizei in München in eine Gruppe Jugendlicher fuhr, ist in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt worden. Dies bestätigte ein Polizeisprecher am Montag. Zu den Gründen für die Verlegung machte er keine Angaben.

Wie jetzt bekannt wurde, war der 34-Jährige bei seiner Flucht vor einer Polizeikontrolle soll der Fahrer mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Stadt gerast und missachtete dabei mehrere rote Ampeln. Die Polizei wollte den Mann zuvor kontrollieren, weil er auf einer Straße trotz durchgezogener Mittellinie gewendet hatte.

Gegen den 34-Jährigen wurde am Samstagabend Haftbefehl erlassen. Er muss sich unter anderem wegen dreifachen versuchten Mordes und unerlaubtem Entfernens vom Unfallort verantworten.

Ursprüngliche Meldung vom 16.11.2019: Tödlicher Raserunfall in München

Der Unfallfahrer flüchtete zunächst von der Unglücksstelle, wurde aber wenig später gefasst, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Auch in Franken ist es in den vergangenen Tagen zu tödlichen Unfällen gekommen: In der Fränkischen Schweiz starb ein 38-jähriger Autofahrer, als er in den Gegenverkehr geriet und frontal mit einem anderen Wagen kollidierte.Bei einem Unfall auf der A9 mit zwei Toten waren sogar die Ersthelfer fassungslos - weil etliche Autos einfach vorbei fuhren.

Tödlicher Unfall: Raser flieht vor Polizei und prallt in Jugendliche

Der Autofahrer (34) aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am Freitag kurz vor Mitternacht einer Polizeistreife aufgefallen, als er verbotenerweise mit seinem BMW wendete. Als die Beamten den Mann kontrollieren wollten, flüchtete dieser so schnell, dass ihn die Streifenbesatzung aus den Augen verlor und Verstärkung rief.

 

Der 34-Jährige flüchtete - auf der falschen Fahrbahnseite fahrend - weiter und missachtete dabei mehrere rote Ampeln. An einer Kreuzung in der Aindorferstraße stieß er mit den beiden Jugendlichen zusammen. Sie waren mit weiteren Jugendlichen in einer kleinen Gruppe unterwegs. Ersten Erkenntnissen nach zeigte die Fußgängerampel grün, sagte ein Polizeisprecher.

 

Unfallfahrer nach Flucht in Park gefasst

Streifenpolizisten leisteten Erste Hilfe, bis der Notarzt eintraf. Die Verletzten wurden in eine Klinik gebracht, wo der 14-Jährige wenig später starb. Der 34-Jährige verursachte bei seiner weiteren Flucht einen zweiten Unfall, bei dem ein Autofahrer leicht verletzt wurde. Kurz darauf verließ der Flüchtige sein Auto und lief in einen Park, wo ihn Beamte stellten. Bei seiner Festnahme leistete er zunächst Widerstand.

Weil der Mann auch selbst Verletzungen erlitten hatte, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Ob er unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand, war zunächst unklar. Die Kripo ermittelt.