München
Prozess

München/Bayern: Gift in Kartoffelsalat gemischt - Frau (74) wegen versuchten Mordes an Ehemann (81) vor Gericht

Weil die Ehe in Brüchen lag und sie unbedingt an das Erbe wollte, hat eine Frau (74) ihrem Mann (81) offenbar Frostschutzmittel in den Kartoffelsalat gemischt. Zuvor soll die Frau im Internet nach möglichen Tötungsarten gesucht und sogar eine Liste erstellt haben.
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Kartoffelsalate stehen auf einem Tisch. Am Landgericht München I startet am 26.03.2019 der Prozess gegen eine Frau, die versucht haben soll, den Mann mit vergiftetem Kartoffelsalat umzubringen. Foto: Friso Gentsch/dpa
Kartoffelsalate stehen auf einem Tisch. Am Landgericht München I startet am 26.03.2019 der Prozess gegen eine Frau, die versucht haben soll, den Mann mit vergiftetem Kartoffelsalat umzubringen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Sie soll versucht haben, ihren Ehemann mit einem vergifteten Kartoffelsalat zu töten: Beim Auftakt zum Prozess gegen eine 74-Jährige vor dem Landgericht München I hat die Angeklagte am Dienstag die Aussage verweigert. Ihr Verteidiger erklärte zudem, mehrere Beweise gegen seine Mandantin seien rechtswidrig erhoben worden.

Laut Anklage hatte die 74-Jährige ihrem 1937 geborenen Ehemann an einem Abend im Mai 2018 Frostschutzmittel in seinen Kartoffelsalat gemischt, um ihn zu töten. Daraufhin habe sich das Opfer mehrmals erbrochen. Eine Freundin habe schließlich den Notruf gewählt. Der Mann kam ins Krankenhaus und überlebte.

Ehekrise und Streit um die Finanzen: Frau wollte mit aller macht an Erbe des Mannes

Laut Staatsanwaltschaft steckte die fünf Jahre früher geschlossene Ehe der beiden schon seit längerem in der Krise und sie stritten um die finanziellen Folgen einer möglichen Trennung. Nach Ansicht der Ermittler wollte die Frau an das Erbe ihres Mannes und eine Witwenrente beziehen. Deshalb soll sie im Internet nach möglichen Tötungsarten gesucht und sogar eine Liste mit verschiedenen Giften angelegt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 1944 geborenen Frau zudem Betrug, Missbrauch von Titeln und Urkundenfälschung vor. Sie soll den Titel "Diplom-Finanzwirtin" verwendet haben, ohne dazu berechtigt zu sein. Für das Verfahren sind sechs Verhandlungstage angesetzt.

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