Holthausen
Vergewaltigung

Fünf Kinder und Jugendliche vergewaltigen junge Frau im Gebüsch - Stadt will Schulverbot für Tatverdächtige

In Mühlheim an der Ruhr stehen fünf Kinder und Jugendliche im Verdacht eine junge Frau sexuell missbraucht zu haben. Die Tatverdächtige gehen in der Stadt noch zur Schule. Das will aber die Verwaltung verhindern.
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Die junge Frau wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Symbolfoto: Adobe Stock
Die junge Frau wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Symbolfoto: Adobe Stock

  • Vergewaltigung in Mühlheim an der Ruhr
  • Junge Frau im Gebüsch missbraucht
  • Fünf Kinder und Jugendliche unter Verdacht
  • Hund bemerkt grausames Verbrechen
  • Jugendamt kannte zwei Tatverdächtige bereits
  • Stadt will Tatverdächtige vorerst nicht mehr zur Schule lassen

Nach der Vergewaltigung einer jungen Frau in Mülheim an der Ruhr will die Stadt, dass die tatverdächtigen Schüler vorerst nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Man wolle die Bezirksregierung Düsseldorf als Schulaufsichtsbehörde bitten, die Schulpflicht für die in Mülheim gemeldeten Tatverdächtigen für die jetzt laufende letzte Schulwoche vor den Ferien auszusetzen, sagte Sozialdezernent Marc Buchholz am Montag. Ob einer der mutmaßlichen Tatbeteiligten am Montag zum Schulunterricht gegangenen sei, wisse er nicht.

Einer der 14-jährigen Täter sitzt seit Montagabend in Haft, wie die Staatsanwaltschaft Duisburg mitteilte. Das Amtsgericht habe den Haftbefehl erlassen - wegen Wiederholungsgefahr. Denn es sei bekanntgeworden, dass der 14-Jährige schon vor der Tat, damals noch im strafunmündigen Alter, wegen zweier sexueller Belästigungen aufgefallen war. Beteiligt sollen weiterhin zwei 14-Jährige sowie zwei Zwölfjährige gewesen sein. Am Wochenende hatte die Staatsanwaltschaft zunächst keinen Haftbefehl gegen die 14-Jährigen beantragt, da sie über einen festen Wohnsitz und familiäre Bindungen verfügten.

Das verletzte Opfer konnte nach Kenntnis der Polizei im Laufe des Samstags das Krankenhaus verlassen. Es soll sich um eine 18-Jährige handeln. Genaue Angaben machten die Ermittler aus Gründen des Opferschutzes nicht.

"Es ist richtig furchtbar. Wir waren alle hier, und keiner hat was mitbekommen", sagt eine 26-jährige - sie ist auch drei Tage nach der Vergewaltigung noch immer geschockt. Die Frau wohnt unweit des mutmaßlichen Tatorts und ist seitdem verunsichert: Als sie am Sonntag aus der Nachbarschaft spät nach Hause wollte, habe sie sich begleiten lassen. "Man hat ein mulmiges Gefühl, wenn man weiß, hier wurde eine erwachsene Frau von Kindern verschleppt." Laut Staatsanwaltschaft Duisburg sprachen die fünf Jugendlichen die Frau gezielt an und brachten sie dann in das Waldstück.

Jugendamt war bereits aktiv

Bei zwei der vier Mülheimer Tatverdächtigen sei das Jugendamt vor der Tat in den Familien bereits aktiv gewesen. "Was Gegenstand der Tätigkeit war, muss noch recherchiert werden. Da sind wir dabei, das aufzubereiten." Er machte keine Angaben darüber, welches Alter diese beiden Personen haben. Auch der Name des Opfers sei dem Jugendamt bekannt gewesen.

Sexueller Missbrauch in Mühlheim an der Ruhr: Junge Frau verletzt

Am Freitagabend (5. Juli 2019) ist es in Mühlheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfahlen) zu einem schwerem Fall von sexuellem Missbrauch gekommen. Informationen der örtlichen Polizei zufolge, wurde eine junge Frau Opfer von fünf Jugendlichen und Kindern. Demnach bemerkten aufmerksame Anwohner die Unruhe ihres Hundes gegen 22 Uhr und schauten sich in der Nachbarschaft um.

Im Gebüsch hinter ihrem Garten bemerkten sie plötzlich die grausame Tat. Zwei männliche Personen und eine junge Frau befanden sich, laut Polizei in diesem Bereich. Die Täter flüchteten sofort als sie die Anwohner bemerkten. Alarmierte Polizeikräfte fahndeten umgehend mit Streifenwagen Zivilbeamten und polizeilichen Hundeführern.

Vergewaltigung: Polizei findet Gruppe

Kurze Zeit später entdeckten die Beamten eine Gruppe Jugendlicher und Kinder. Relativ schnell "verdichtete sich der Verdacht", wie die Polizei mitteilt. Die drei männlichen Jugendlichen sind jeweils 14 Jahre alt. Die beiden Kinder sind 12 Jahre alt. Alle sind in Mühlheim an der Ruhr (NRW) offiziell gemeldet. Sie besitzen die bulgarische Staatsbürgerschaft.

Die Polizei ermittelt nun gegen die fünf "dringend" Tatverdächtigen. Nach einer Vernehmung am Samstag (6. Juli 2019) wurden die Kinder und Jugendlichen ihren Eltern übergeben, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die junge Frau wurde verletzt in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.

Die dringend tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen werden am Montag voraussichtlich ganz normal zur Schule gehen, während die Ermittlungen weiterlaufen. "Es gibt keine Begleitung für die drei 14-Jährigen", sagte ein Polizeisprecher. Die Jugendlichen seien am Samstag offiziell befragt und dann wieder ihren Eltern übergeben worden. Für sie gelte weiter die Schulpflicht. Das Opfer, eine junge Frau, wurde im Krankenhaus behandelt. Sie wird danach weiter polizeilich unterstützt, hieß es in einer Mitteilung.

Bei den Familien der beiden zwölfjährigen Verdächtigen werde sich am Montagvormittag das Jugendamt einschalten und Hilfe anbieten, sagte ein Stadtsprecher der dpa. Die Kinder dürften dann aber längst in der Schule sein, sagte er. Falls die Mitarbeiter den Eindruck gewännen, dass die Familien mit der Situation nicht fertig werden, sei bei den Zwölfjährigen generell auch ein aktives Eingreifen bis hin zur Entnahme der Kinder aus den Familien möglich.

Für den Rest der Woche rate die Stadt den Eltern, die Kinder nicht zur Schule zu schicken. Danach beginnen in Nordrhein-Westfalen ohnehin die Sommerferien.

Parallelen zum Fall in Velbert

Dieser Fall von sexuellem Missbrauch erinnert an die Gruppenvergewaltigung aus Velbert vor circa einem Jahr. Damals überfielen acht Jugendliche ein 13-jähriges Mädchen auf dem Heimweg vom örtlichen Freibad. Die Täter wurden mittlerweile verurteilt.

Für sexuelle Übergriffe in besonders schweren Fällen beziehungsweise Vergewaltigungen liegt das Strafmaß bei nicht unter zwei Jahren. Kinder gelten vor ihrem 14. Geburtstag in Deutschland als strafunmündig und können nicht vor Gericht gestellt werden, wie die dpa berichtet.

Die grausamsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte

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