Bochum
Vor Gericht

Millionenbetrug mit Pfandflaschen: 27-Jähriger erbeutet 1,2 Millionen

Ein 27-Jähriger muss sich jetzt wegen seines betrügerischen Millionenverdienstes mit Pfandflaschen vor dem Bochumer Landgericht verantworten.
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Ein 27-Jähriger muss sich jetzt wegen seines betrügerischen Millionenverdienstes mit Pfandflaschen vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Symbolfoto: Philipp Brandstädter/dpa
Ein 27-Jähriger muss sich jetzt wegen seines betrügerischen Millionenverdienstes mit Pfandflaschen vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Symbolfoto: Philipp Brandstädter/dpa

Zwei umgebaute Automaten für Einwegpfand sollen dem Geschäftsführer eines Getränkehandels in Bochum einen betrügerischen Millionenverdienst beschert haben. Seit Mittwoch muss sich der 27-Jährige aus Castrop-Rauxel vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

Den Schaden, der der Getränkeindustrie zwischen Sommer 2013 und Frühjahr 2014 entstand, beziffert die Staatsanwaltschaft auf rund 1,2 Millionen Euro.


Laut Anklage soll an zwei Automaten für Einweg-Pfandflaschen die Schredderfunktion ausgeschaltet worden sein. Die Dosen und Plastikflaschen konnten so demnach mehrmals gescannt werden. Die Automaten erfassten dabei jeden einzelnen Vorgang neu, und die Getränkehersteller zahlten an das Unternehmen die entsprechende Summe aus, hieß es in der Anklage.

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Zu Prozessauftakt wies der 27-Jährige die Vorwürfe von sich. Er räumte zwar ein, im Sommer 2013 die Geschäftsführung des Getränkehandels übernommen zu haben. Dabei habe es sich jedoch um einen Freundschaftsdienst für einen Bekannten gehandelt. "Ich war nur ein Strohmann", sagte der Angeklagte. Das Bochumer Landgericht hat für den Prozess noch zehn Verhandlungstage bis zum 4. Juni angesetzt.