Nittenau
Obduktion

Tragischer Jagdunfall: Beifahrer (47) während Autofahrt von Querschläger getroffen und gestorben

Während einer Autofahrt in der Oberpfalz ist am Sonntag ein 47-jähriger Mann plötzlich zusammengesackt und gestorben. Schnell gab es erste Indizien für einen Jagdunfall. Die Obduktion des Leichnams scheint diese Theorie zu bestätigen. Inzwischen steht fest, woher das Geschoss kam.
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Ein Mann ist während einer Autofahrt in der Oberpfalz  tödlich verletzt worden. Der Getötete ist von einem Geschoss aus einem Jagdgewehr getroffen worden.   Symbolfoto: Frank Molter/dpa
Ein Mann ist während einer Autofahrt in der Oberpfalz tödlich verletzt worden. Der Getötete ist von einem Geschoss aus einem Jagdgewehr getroffen worden. Symbolfoto: Frank Molter/dpa
Beifahrer stirbt während Autofahrt in Nittenau - vermutlich war es ein Jagdunfall: Der 47-Jährige, der am Sonntag in Nittenau (Oberpfalz, Landkreis Schwandorf) während einer Autofahrt plötzlich zusammengesackt und gestorben war, wurde offenbar Opfer eines Jagdunfalls. Der Mann wurde von einem Geschoss aus einem Jagdgewehr getroffen. Das habe die Obduktion des Leichnams ergeben, teilte die Polizei am Dienstag mit.


Obduktion: Projektil aus Gewehr ursächlich für den Tod

"Die Obduktion hat ergeben, dass der Mann durch ein Projektil aus einem Gewehr getötet wurde", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. "Es gibt Erkenntnisse, die für einen Jagdunfall sprechen."

In der Nähe des Einsatzortes an der Bundesstraße 16 waren mehrere Jäger unterwegs. Die Polizei stellte mehrere Jagdgewehre sicher. Ob das Projektil einem dieser Gewehre zugeordnet werden kann, war zunächst unklar. Nähere Erkenntnisse sollte ein Schussgutachten eines Sachverständigen des Landeskriminalamts liefern. "Mit Blick auf das laufende Ermittlungsverfahren können derzeit keine weiteren Auskünfte zu den Todesumständen und polizeilichen Maßnahmen gemacht werden", heißt es seitens der Polizei.


Jagdvereinigung Nittenau spricht von tragischem Unfall

Nach Einschätzung der Jagdvereinigung Nittenau wurde der 47-Jährige von einem Querschläger getroffen. "Es muss ein tragischer Unfall während einer Erntejagd gewesen sein", sagte der Vorsitzende Otto Storbeck der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Bei dieser Jagdvariante umstellen die Jäger ein Feld, in dem Wildtiere nach Nahrung suchen.

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands sind im vergangenen Jahr zwei Menschen durch Schusswaffen bei der Jagd gestorben und zwei verletzt worden. Im Jahr 2016 seien neun Menschen verletzt worden.


Nicht der erste tödliche Jagdunfall

Erst Mitte Juli war es in Thüringen zu einem tödlichen Jagdunfall gekommen. Ein 56-jähriger Jäger wurde bei einer Erntejagd in einem Feld bei Unterwellenborn von einer Kugel getroffen und starb. Wenige Tage zuvor war ein sechsjähriges Mädchen in einer Kleingartenanlage im thüringischen Großsaara angeschossen worden und musste operiert werden. Im März hatte ein 76-jähriger Jäger im Landkreis Celle in Niedersachsen lebensgefährliche Verletzungen erlitten, als sich aus dem ungesicherten Gewehr seines Schwiegersohnes ein Schuss löste.

Ursprüngliche Meldung vom 13.08.2018
Wie die Polizei berichtet, zerbarst am Sonntagvormittag (12.08.2018) gegen 10.10 Uhr an einem Kia, der auf der Bundesstraße 16 von Regensburg in Richtung Nittenau (Landkreis Schwandorf) fuhr, die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Derzeit gehen die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg davon aus, dass der Mann von einem Projektil getroffen wurde.


47-jähriger Beifahrer stirbt noch im Auto

Der 61-jährige Fahrer des Wagens fuhr bei der nächsten Gelegenheit an der Anschlussstelle Nittenau ab und kümmerte sich um den Beifahrer. Trotz der Erste-Hilfe-Maßnahmen des Fahrers und einer umgehenden Information des Rettungsdienstes starb der 47-Jährige an der Anhaltestelle im Ortsteil Bergham.

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg übernahm nach der Mitteilung sofort die Sachbearbeitung. Derzeit sind die Fachkommissariate - K1 Todesfallermittlungen und Spurensicherung - damit befasst, die genauen Umstände des Todesfalles aufzuklären.

Nach den ersten Feststellungen könnte der 47-Jährige von einem Projektil getroffen worden sein. Genauere Erkenntnisse dazu solle eine rechtsmedizinische Untersuchung bringen, die noch im Laufe des Montags durchgeführt werden soll.


Schusssachverständiger hinzugezogen

Aufgrund der bisher unklaren Situation haben die Amberger Ermittler zudem einen Schusssachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, um sich ein möglichst genaues Bild - auch aus der Luft - vom Ort des Geschehens machen zu können.


Jagdunfall kann nicht ausgeschlossen werden

Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt in alle Richtungen. Den Schwerpunkt bilden dabei aktuell Überprüfungen bei Jägern, die am Sonntagvormittag im Umfeld von Nittenau eine Jagd durchgeführt haben. Laut Andreas Weidauer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, hat zur fraglichen Zeit im näheren Umfeld eine Jagd mit mehreren Jägern stattgefunden. Trotz der Schwerpunktermittlungen könne man aber noch nicht sagen, ob es sich um einen Jagdunfall handele.

Die Ermittlungen laufen in enger Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Amberg auf Hochtouren. red/ak/dpa