Bad Rappenau
Tödlicher Unfall

Rettungsgassen-Wahnsinn: Einsatzkräfte bespuckt und beleidigt

Immer wieder Ärger mit der Rettungsgasse: Nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A6 bei Heilbronn in Fahrtrichtung Nürnberg ist es laut Polizei zu "unglaublichen Szenen" in der Rettungsgasse gekommen.
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Autos bilden auf der A9 Richtung Nürnberg im Stau eine Rettungsgasse. Auf der A6 kam es kürzlich wieder einmal zu chaotischen Szenen nach einem Unfall. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa
Autos bilden auf der A9 Richtung Nürnberg im Stau eine Rettungsgasse. Auf der A6 kam es kürzlich wieder einmal zu chaotischen Szenen nach einem Unfall. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa

 

  • Tödlicher Unfall auf A6
  • Polizei schildert "unglaubliche Szenen"
  • Rettungsgasse blockiert
  • Rettungskräfte beleidigt und bespuckt

Am Mittwoch (17. Juli 2019) ist es auf der A6 bei Heilbronn (Baden-Württemberg) zu einem tödlichen Unfall gekommen. Gegen 18.30 Uhr ereignete sich das Unglück auf Höhe Heilbronn-Biberach gekommen. Im Zuge des Unfalls beklagte die Polizei wieder einmal Ärger in der Rettungsgasse. Es sei zu "unglaublichen Szenen" gekommen, meldete die Polizei am Donnerstag. Rettungskräfte wurden blockiert, beleidigt und sogar angespuckt. Aber der Reihe nach:

 

Tödlicher Unfall auf A6: Sprinter-Fahrer übersieht Stauende

Der Verkehr auf der A6 staute sich kurz vor dem Unfall auf dem rechten Fahrstreifen in Fahrtrichtung Nürnberg. Ein 55-jähriger Sprinter-Fahrer bemerkte diesen Umstand offensichtlich zu spät. Obwohl er noch versuchte, leicht nach rechts zu lenken, konnte er nicht verhindern, dass er mit großer Wucht gegen die rechte hintere Ecke eines Sattelzuges prallte. Dabei erlitt der Fahrer schwerste Verletzungen, denen er noch an der Unfallstelle erlag.

Den entstandene Sachschaden bezifferte die Polizei auf rund 35.000 Euro. Für die Bergung und Versorgung der Beteiligten musste die A6 in Richtung Nürnberg bis 19.50 Uhr voll gesperrt werden.

 

Feuerwehr in Rettungsgasse blockiert, beleidigt und bespuckt

Im Stau vor der Unfallstelle kam es laut Informationen der Polizei Heilbronn zu chaotischen und unglaublichen Verhältnissen: Ein Fahrzeug der Feuerwehr wollte zur Unfallstelle durchfahren. Der Fahrer eines Sattelzuges sah jedoch nicht ein, dass er nach rechts fahren muss, um eine anständige Rettungsgasse zu bilden. Die Besatzung des Einsatzfahrzeugs musste deshalb die Spiegel einklappen und versuchte auf diese Weise an dem Lkw vorbeizukommen. Hierbei wurden die Feuerwehrkräfte aus dem Führerhaus des Lkw heraus beschimpft. Zudem spuckte der Fahrer auf das Einsatzfahrzeug.

Bei der späteren Kontrolle war der Abdruck des Speichels noch deutlich zu sehen. Der Fahrer musste noch vor Ort eine Sicherheitsleistung als Strafe bezahlen.

Auto fährt einfach durch Rettungsgasse: Urlauber wollten schnell zum Flughafen

Außerdem fuhr ein Auto einfach durch die Rettungsgasse bis zur Unfallstelle. Die Insassen hatten es eilig, denn ihr Ziel war der Flughafen. Zudem gaben sie an, auf Weisung ihres Reiseleiters so gehandelt zu haben. "Wenn man der Polizei Flugtickets vorzeigt, wird man durchgelassen", war die Antwort gegenüber den verdutzen Beamten.

 

Zwischen 19.30 Uhr und 20.15 Uhr wurde die Einhaltung der Rettungsgasse zwischen Bad Rappenau und Heilbronn mit einem Videofahrzeug überwacht. Etwa 100 Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer müssen im Nachgang, wegen des Nichteinhaltens der Rettungsgasse sowie der Missachtung des Überholverbots durch den Schwerlastverkehr, mit einer Anzeige rechnen.

Immer wieder kommt es auf deutschen Straßen zu Chaos und Ärger rund um die Rettungsgasse - zuletzt vor wenigen Tagen, als auf der A9 in Franken dreiste Autofahrer in der Rettungsgasse einfach wendeten.

 

ak/tu