Washington
Blaulicht

Größte Kinderpornoseite im Darknet ausgehoben: 337 Täter überführt - 23 Kinder gerettet

Obwohl sich die Täter im anonymen Darkweb sicher glaubten, gelang es den Ermittlern nicht nur, die Website zu infiltrieren und zu schließen, sondern auch insgesamt 337 Täter dingfest zu machen.
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Die Ermittler konnten eine unfassbare Datenmenge sicherstellen. Symbolfoto: Gerd Altmann / Pixabay.com
Die Ermittler konnten eine unfassbare Datenmenge sicherstellen. Symbolfoto: Gerd Altmann / Pixabay.com

Ermittlern aus der ganzen Welt, darunter auch Deutschland, den USA, und Südkorea ist es nach eigenen Angaben gelungen, die bisher größte Webseite für Kinderpornografie im Darknet (auch Deepnet genannt) zu stoppen. Doch nicht nur die Website konnte aus dem Verkehr gezogen werden, auch Täter rund um den Globus, die sich der Verbreitung oder Anfertigung der Inhalte strafbar gemacht haben, konnten verhaftet und angeklagt werden. Insgesamt 337 Personen habe man überführen können, so das US-Justizministerium am Mittwoch.

 

23 Kinder gerettet

Außerdem konnten die Ermittler 23 Kinder, die wiederholt missbraucht und gequält wurden, aus den Fängen der Täter retten. Die bereits im März 2018 ausgehobene Plattform "Welcome to Video" funktionierte, wie die Ermittler angeben, mit der Hilfe von Kryptowährungen, allen voran Bitcoin. Dieser Art der Bezahlung wird nachgesagt, besonders schwer nachverfolgbar zu sein. Die Ermittler konnten insgesamt rund acht Terabyte (8.000 Gigabyte) Daten sicherstellen. Darunter waren rund 250.000 kinderpornografische Videos, heißt es weiter.

Millionen Nutzer auf der Kinderporno-Plattform

Rund die Hälfte der sichergestellten Bilder und Videos waren den Ermittlern zufolge vorher nirgends im Internet aufgetaucht. Die Plattform selbst hatte ungefähr eine Million Bitcoin-Adressen hinterlegt, von denen Geld geflossen ist. Das legt nahe, dass es bis zu eine Million Nutzer gegeben haben muss.

Der mutmaßliche Betreiber der Webseite, der 23-jährige Südkoreaner Jong Woo Son, wurde von der US-Justiz nun in neun Punkten angeklagt. Son ist für die Justiz kein unbeschriebenes Blatt: Er wurde bereits in Südkorea verurteilt und sitzt dort im Gefängnis.

 

Ermittlungen sollten nicht gefährdet werden

 

 

Das Vorgehen gegen die Website, ihre Betreiber und Nutzer wurde erst jetzt bekannt, da die Ermittler so ausreichend Zeit für weitere Untersuchungen und Festnahmen gehabt hätten. Die 337 festgenommenen Nutzer der Plattform kamen laut den zuständigen Behörden aus den USA sowie unter anderem aus Großbritannien, Südkorea, Deutschland, Saudi-Arabien, Irland, Spanien und Brasilien. Plattformen im Darknet sind deutlich schwieriger aufzuspüren als herkömmliche Websites und bieten Nutzern größere Anonymität.

"Wir werden solche Kriminelle im Darknet und anderswo, in den Vereinigten Staaten und im Ausland, weiter verfolgen, um sicherzustellen, dass sie die Strafen für ihre schrecklichen Verbrechen erhalten", erklärte US-Staatsanwältin Jessie Liu vor Journalisten in Washington.

Menschliche Abgründe

Die Plattform habe Nutzer explizit gewarnt, kein pornografisches Material hochzuladen, das bereits volljährige Personen zeige, erklärte sie weiter. Ein ranghoher Vertreter des Justizministeriums, Brian Benczkowski, erklärte: "Seiten im Darknet, die vom sexuellen Missbrauch von Kindern profitieren, gehören zu den abscheulichsten und verabscheuungswürdigsten Formen kriminellen Verhaltens."

Die US-Justiz bemüht sich zudem auch darum, die Bitcoin-Zahlungen der Nutzer der Plattform, die an 24 Personen gegangen sein sollen, zurückzugewinnen und an die Opfer der Plattform zu verteilen.

Erste Verfahren bereits abgeschlossen

In den USA wurden einige der Verfahren gegen Nutzer der Webseite der Justiz zufolge bereits abgeschlossen. Ein 45-Jähriger aus Washington etwa hat den Besitz von kinderpornografischem Material und Geldwäsche gestanden und wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ein 34-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Kalifornien wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Ein Mann aus Georgia musste sich zudem wegen versuchten Kindesmissbrauchs verantworten - er bekam zehn Jahre Haft.