Eschwege
Unfall

Gondelabsturz in Hessen: Unglück vermutlich Fremdverschulden

Anfang September 2019 stürzten drei Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten an einer Gondel in Nordhessen ab. Seit dem laufen die Ermittlungen. Nun deutet alles darauf hin, dass der Absturz auf menschliches Versagen zurückzuführen ist.
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Am Dienstagvormittag hat sich in Hessen ein tragisches Unglück ereignet. Foto: Uwe Zucchi/dpa
Am Dienstagvormittag hat sich in Hessen ein tragisches Unglück ereignet. Foto: Uwe Zucchi/dpa

 

  • Wartungsgondel in Hessen abgestürzt
  • Alle drei Insassen gestorben
  • Sendeturm gehört zum Hessischen Rundfunk

 

Update 18.11.2019: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Firmen

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt nach dem Absturz einer Wartungsgondel in Nordhessen nun gegen zwei Firmen. Ein Sprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass die Ermittlungen konkrete Anhaltspunkte ergeben hätten, dass das Unglück auf Fremdverschulden zurückzuführen ist. Es gebe den Verdacht, dass die Drahtseilwinde fehlerhaft zusammengebaut worden sei und die Anlage geltenden Sicherheitsanforderungen nicht entsprochen habe. Der Ermittlungen laufen gegen die Firma der verunglückten Mitarbeiter aus Berlin und gegen eine Wartungsfirma aus Brandenburg.

Update 4. September, 11.20 Uhr: Nach Gondelabsturz in Hessen dauern die Ermittlungen an

Die Experten suchen nach dem Gondelabsturz in Hessen weiterhin nach der Ursache des Unglücks, wie die dpa mitteilte. Nach bisherigen Ermittlungen soll es einen technischen Defekt an der Seilwinde gegeben haben. Bei dem Absturz waren am Dienstag drei Männer ums Leben gekommen. Die Arbeiter einer Berliner Firma stürzten 50 Meter in die Tiefe auf eine Asphaltfläche. Sie starben noch am Unfallort. Der 220 Meter hohe Sendemast des Hessischen Rundfunks steht auf dem Berg Hoher Meißner im Werra-Meißner-Kreis.

Update, 16.22 Uhr: Identität der Toten des Gondelabsturzes in Hessen geklärt

Bei den verunglückten Arbeitern handelt es sich nach Aussage der Polizeidirektion Werra-Meißner um einen 50-Jährigen aus Neureichenau, Landkreis Freyung-Grafenau, sowie einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen.

Die Wartungskabine, in der sich die Arbeiter einer Berliner Firma befanden, von der Konstruktion ähnlich einer Seilbahn, fährt für gewöhnlich an einem im Boden verankerten, diagonal verlaufenden, Stahlseil zu dem Sendemast hinauf. Nach jetzigem Erkenntnisstand kam es zu Komplkationene. Die Kabine konnte nicht mehr weiter zum Sendemast gelangen und hing freischwingend im Stalseil und stürzte dann zu Boden. Durch den Aufprall auf den Boden wurden sie tödlich verletzt.

Update, 14.30 Uhr: Neue Details zum Gondelabsturz in Hessen bekannt

Erste Ermittlungsergebnisse des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel ergaben, dass ein technischer Defekt an einer Seilwinde die Ursache für das Unglück ist, teilte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Arbeiter versuchten demnach, sich von der Seite aus über gespannte Seile zu dem Sendemast hochzuziehen. Als sie auf einer Höhe von 50 Metern waren, stürzten sie ab.

Erstmeldung: Gondelabsturz in Eschewege (Hessen)

Am Dienstag gegen 9.15 Uhr stürzte nach ersten Erkenntnissen eine Gondel in Nordhessen ab. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Die Godel befand sich auf der Sendeanlage Hoher Meißner" im Werra-Meißner-Kreis, um Wartungsarbeiten durchzuführen. Die Insassen der Gondel stürzten aus einer Höhe von 50 Metern ab und starben.

Die Ermittlungen nach dem Unglück übernahm das Amt für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel. Dafür wurde die Unglücksstelle abgesperrt. Laut dpa, gab es mehrere Zeugen des Unfalls, die durch Notfallseelsorger betreut werden.

Bei dem Hohen Meißner handelt es sich um ein Mittelgebirge, das im Werra-Meißner-Kreis und 30 Kilometer südöstlich von Kassel liegt. Viele nutzen das Gebirge als Ausflugsziel. Der Sender, der dort steht ist ein wichtiger Standort des Hessischen Rundfunks.

Gondelabsturz in Hessen: Zeugen beobachten Unglück

Wie hessenschau berichtet, befand sich dort eine Firma, die mit Wartungsarbeiten beauftragt wurde. 1955 ging die Sendeanlage in Betrieb. Der hr nutzt sie, um sein Fehrnseh- und Radioprogramm auszustrahlen. Drei Masten sind aktuell Teil der Anlage, die bis zu einer Höhe von 220 Metern reichen. Ersten Erkenntnissen zu Folge ereignete sich der Unfall an dem höchsten Masten.

Der Hessische Rundfunk reagierte betroffen auf das Unglück bei Twitter: "Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der drei Arbeiter am Sender #HoherMeißner aufgenommen. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen."

Eine neue Antenne wird auf der Sendeanlage "Hoher Meißner" aufgebaut, wie der Hessische Rundfunk Ende August mitteilte. Ende September sollen die Arbeiten daran abgeschlossen sein. Ein Zusammenhang zu dem Unfall war noch unklar.

Erst vor wenigen Monaten waren auch in Franken Männer in einer Gondel in Gefahr - die Fensterreiniger steckten mit einem technischen Defekt in 18 Metern Höhe fest. Ein Spezialteam konnte sie aber retten.