Franken
Unfälle

Tote und Verletzte bei Schnee und Glatteis: Viele Glätte-Unfälle in Franken, A3 war gesperrt

Schnee und Glatteis haben in Franken zu einigen Unfällen am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag geführt. Im Westen Deutschlands gab es zwei Todesopfer. Auch in Bayern kam eine Frau ums Leben.
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Glatte Straßen machen den Autofahrern zu schaffen - nicht nur in Franken. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Glatte Straßen machen den Autofahrern zu schaffen - nicht nur in Franken. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bei Schnee und Glätte sind auf den Straßen im Westen Deutschlands drei Menschen ums Leben gekommen.

In dichtem Schneetreiben: Auto gerät in Gegenverkehr

In Paderborn starb ein Autofahrer bei einem Unfall im dichten Schneetreiben. Wie die Polizei mitteilte, geriet am Freitagabend ein Fahrzeug in den Gegenverkehr und krachte in den Wagen des 49-jährigen Mannes. Seine Beifahrerin überlebte schwer verletzt. Der Verursacher schwebte in Lebensgefahr. Der Fahrer eines dritten Autos, das in die Unfallstelle fuhr, wurde ebenfalls schwer verletzt.

In Rheinland-Pfalz wurde ein 18-jähriger Fahranfänger bei einem Unfall auf schneeglatter Straße tödlich verletzt. Wie die Polizei mitteilte, rutschte sein Wagen in der Nacht zum Samstag nahe Haßloch von der Fahrbahn und überschlug sich auf einem Feld. Der 18-Jährige starb in den Trümmern. Seine 16 und 17 Jahre alten Begleiter wurden von der Feuerwehr befreit und blieben unverletzt.

Der Deutsche Wetterdienst hatte in der Nacht vor gefährlicher Straßenglätte in mehreren Regionen Deutschlands gewarnt - auch sämtliche Landkreise in Franken waren betroffen.

Tödlicher Unfall in Bayern

Auch in Bayern endete ein Glätteunfall tödlich. Bei einem Zusammenstoß zweier Autos auf schneebedeckter Fahrbahn ist eine 34-Jährige am Samstag tödlich verletzt worden. Die Frau war am Morgen auf der B20 bei Oberschneiding (Landkreis Straubing-Bogen) unterwegs, als sie die Kontrolle über ihr Auto verlor, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Dabei geriet sie auf die Gegenfahrbahn und stieß dort mit dem Wagen eines 23-Jährigen zusammen. Die Frau erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch am Unfallort starb. Der 23-Jährige wurde schwer verletzt. Ein Gutachter soll den Unfallhergang klären.

Zahlreiche Glätteunfälle in Franken

Entsprechend kam es auch in Franken zu mehreren Verkehrsunfällen bedingt durch Straßenglätte.

Unfälle in Oberfranken

In Gößweinstein (Landkreis Forchheim) wurde der einsetzende Schneefall einem 26-jährigen Autofahrer zum Verhängnis. Der junge Mann kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrfach und blieb schließlich auf dem Dach liegen. Der Fahrer konnte sich trotz mittelschwerer Verletzungen noch selbst aus dem total beschädigten Wrack befreien. Er wurde anschließend mit einem Rettungswagen in das Klinikum nach Bamberg eingeliefert. Dort musste sich der Patient zusätzlich einer Blutentnahme unterziehen, da offensichtlich Alkohol im Spiel war. Der Führerschein wurde von den Polizeibeamten sichergestellt. Die Feuerwehren aus Gößweinstein und Behringersmühle waren am Einsatzort tätig. Das Fahrzeug musste mit einem Abschleppdienst geborgen werden. Der Sachschaden beläuft sich auf 2000 Euro.

In Bamberg befuhr ein 32-Jähriger gegen 2.20 Uhr in der Nacht gerade die Pödeldorfer Straße stadtauswärts, aufgrund starken Schneefalls fuhr er mit einer - laut Polizei - an die Witterung angepassten Geschwindigkeit. Er wurde durch einen unbekannten Fahrzeugführer überholt, der sehr knapp vor ihm einscherte. Der 32-Jährige musste stark abbremsen und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er kollidierte mit einer Mauer und es entstand am Fahrzeug ein Schaden von 8000 Euro. Der Mann blieb zum Glück unverletzt. Der unbekannte Fahrzeugführer des überholenden Fahrzeuges entfernte sich von der Unfallstelle. Zeugenhinweise nimmt die Polizeiinspektion Bamberg Stadt unter der Telefonnummer 0951/9129-210 entgegen.

Im Landkreis Kronach kam es zu zwei Unfällen in Wilhelmsthal und Küps. In beiden Fällen waren die winterlichen Straßenverhältnisse unfallursächlich. Im Auslauf der Spitzkehre zwischen Hesselbach und Wilhelmsthal kam eine 42-Jährige nach links von der Fahrbahn ab prallte in die linke Leitplanke. Beim Gegenlenken geriet sie schließlich in den rechten Straßengraben und kam dort zum Stehen. Am Fahrzeug und an der Leitplanke entstand Sachschaden in Höhe von 5500 Euro. Bei Küps verlor am frühen Samstagmorgen ein 19-Jähriger in einer scharfen Linkskurve aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit bei Schneeglätte die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Wagen kam nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet mit dem rechten Außenspiegel und der Beifahrerseite gegen einen Betonpfeiler der Einfriedung des dortigen Eckhauses. Am Auto entstand Sachschaden in Höhe von 700 Euro.

In Helmbrechts (Landkreis Hof) war eine Frau mit abgefahrenen Winterreifen unterwegs - obwohl die 39-Jährige wusste, dass ihre Reifen nicht mehr die erforderliche und vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufwiesen. In einer leichten Rechtskurve rutschte sie mit ihrem Auto links in den Straßengraben und blieb dort stecken. Der Wagen konnte nur durch einen Abschleppdienst geborgen werden. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 2000 Euro. Die 39-Jährige muss mit einem empfindlichen Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen, berichtet die Polizeiinspektion Münchberg.

Unfälle in Mittelfranken

Im Stadtgebiet Ansbach kam es zu zwei glättebedingten Unfällen. Zum ersten Unfall kam es schon am Freitag gegen 14.35 Uhr in Neuses, Zur Schanz. Hier geriet ein junger Mann mit seinem Kleintransporter in einer Linkskurve ins Schleudern, drehte sich um 180 Grad, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte mit der rechten Fahrzeugseite gegen einen Torpfosten eines Privatanwesens. Verletzt wurde niemand. Am Transporter entstand Sachschaden in Höhe von rund 2000 Euro. Der Schaden am Tor beläuft sich auf etwa 500 Euro. Der zweite Unfall ereignete sich am Samstag gegen 04.45 Uhr in der Eyber Straße. Auf schneebedeckter Fahrbahn geriet eine junge Frau mit ihrem Fahrzeug ins Rutschen und kam in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab. Ihr Fahrzeug knallte mit dem Heck gegen einen Baum. Die Fahrerin blieb hierbei unverletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 4000 Euro.

Im Landbereich wurde der Polizei nur ein glättebedingter Verkehrsunfall bei Leutershausen mitgeteilt. Um 04.45 Uhr befuhr ein junger Mann mit seinem Auto die Staatstraße 2249 von Jochsberg in Richtung Clonsbach. Aufgrund glatter Fahrbahn kam er in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn ab, überschlug sich mit seinem Fahrzeug und kam im Straßengraben auf dem Dach zum Liegen. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt. Am Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von 3000 Euro.

Zu einem Unfall aufgrund von Schnee- und Eisglätte kam es auch in der Moselstraße in Eckental, Ortsteil Oberschöllenbach (Landkreis Erlangen-Höchstadt). Hier kam ein 18-jähriger Fahranfänger von der Fahrbahn ab und stieß in einen Gartenzaun. Der Gartenzaun wurde nicht unerheblich beschädigt. Am Auto entstand lediglich geringer Sachschaden, meldet die Polizeiinspektion Erlangen-Land.

Unfälle in Unterfranken

Auf der A3 bei Weibersbrunn war ein Landrover mit Hubbühnenaufbau am frühen Samstagmorgen gegen 05.00 Uhr in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs. Scheinbar war er mit dem überraschenden Schneefall und winterlichen Straßenverhältnissen überfordert, kam der Fahrer aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit kurz nach der Rohrbuchbrücke ins Schleudern und durchbrach die im Baustellenbereich aufgestellte Mittelabtrennung. Danach prallte er gegen die rechte Betonleitwand der Richtungsfahrbahn Frankfurt, kippte um und kam auf der rechten Seite auf dem rechten Fahrstreifen zum Liegen. Der 46-jährige Fahrer und der 43-jährige Beifahrer konnten sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien. Durch eine Kettenreaktion wurde die Mittelabtrennung auf ca. 500 Meter Länge umgeworfen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wurde beide Fahrtrichtungen kurz gesperrt. Anschließend wurde der linke Fahrstreifen in Fahrtrichtung Nürnberg für den Verkehrs freigegeben. Die Richtungsfahrbahn Frankfurt musste für rund zwei Stunden voll gesperrt bleiben, bis die Feuerwehren aus Waldaschaff, Weibersbrunn, Esselbach, Oberndorf, Marktheidenfeld und Altfeld die Unfallstelle abgesichert, die Mittelabtrennung wieder aufgerichtet und das Unfallfahrzeug geborgen hatten. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde zur Begutachtung vom BRK ins Klinikum nach Wertheim verbracht, der Beifahrer blieb unverletzt. Am Fahrzeug entstand Totalschaden in Höhe von mindestens 20.000 Euro. Der Gesamtschaden dürfte wesentlich höher sein. Nachdem beide Fahrbahnen wieder freigegeben wurden, musste die Polizei noch mehrere Lkw-Fahrer wecken, die es sich im Stau schon mal bequem gemacht hatten. Sehr zum Ärger der Räum- und Streufahrzeuge der Autobahnmeisterei Hösbach, die Schwierigkeiten hatten, an den parkenden Lkw vorbei zu kommen.

Auf schneebedeckter Fahrbahn verlor der Fahrer eines Autos in Karlstein am Main (Landkreis Aschaffenburg) am Samstag gegen 00.15 Uhr die Kontrolle, als auf der Staatsstraße von Karlstein in Richtung Aschaffenburg nach rechts in die Lindig-Haag Siedlung abbiegen wollte. Er kam nach links von der Fahrbahn ab und streifte die Leitplanke. An seinem Wagen entstand ein Sachschaden von rund 6000 Euro.