Familien-Tragödie in Nordrhein-Westfalen: Eine junge Mutter in Solingen soll fünf ihrer sechs Kinder umgebracht haben. Anschließend hatte sich die Frau vor einen einfahrenden Zug geworfen und wurde schwer verletzt.

Gegen die 27-Jährige ermitteln die Behörden wegen fünffachen Mordes. Ihr 11 Jahre alter Sohn ist das einzige überlebende Kind und ist nun bei seiner Großmutter untergekommen. Seit dem Bekanntwerden der Tat drücken zahlreiche Bürger ihre Anteilnahme aus und möchten dem 11-Jährigen helfen - eine Bitte, der die Stadt Solingen nun mit einem Spendenkonto nachkommt.

Update vom 07.09.2020, 17.15 Uhr: Fünf Geschwister tot: Spendenkonto für überlebenden Marcel

Nach dem Tod seiner fünf Geschwister richtet die Stadt Solingen ein Spendenkonto zur Unterstützung des einzig überlebenden Kindes ein. Die eingehenden Beträge sollen dem derzeit Elfjährigen auf seinem weiteren Lebensweg helfen, zum Beispiel bei der Finanzierung einer Ausbildung, teilte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) am Montag mit. Die Kosten für die Bestattung der verstorbenen Geschwister sichert demnach die Stadt ab.

Das Konto werde als Treuhandkonto bei der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung geführt. Die IBAN lautet DE 97 3425 0000 0001 6633 84. Bei der Überweisung wird um die Angabe des Stichwortes "Licht" gebeten. Das Stichwort erinnere an die vielen Lichter, "die die Nachbarinnen und Nachbarn der Verstorbenen am vergangenen Samstag in Solingen entzündet haben", hieß es. Mit der Einrichtung des Kontos greife die Stadt sehr gerne eine Anregung auf, die viele Bürger über die sozialen Medien an den Oberbürgermeister gerichtet hätten.

Die Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung ist den Angaben zufolge eine rechtlich selbstständige Stiftung, die von der Stadt Solingen gegründet wurde, unter anderem mit Mitteln aus dem Nachlass des Solinger Alt-Oberbürgermeisters Gerd Kaimer. Sie widme sich sozialen und kulturellen Zwecken und der Förderung der Jugend.

Polizisten hatten am Donnerstag fünf Geschwister tot in ihrer Wohnung gefunden. Sie erstickten. Gegen die tatverdächtige, schwer verletzte Mutter, die sich in Düsseldorf vor eine S-Bahn geworfen hatte, ist Haftbefehl erlassen worden. Nur das älteste Kind der 27-Jährigen, Marcel, überlebte. Er befindet sich bei seiner Großmutter.

Update vom 07.09.2020, 04:52 Uhr: Was wird aus dem überlebenden Elfjährigen?

Eine 27-jährige Mutter aus Solingen in Nordrhein-Westfalen soll fünf ihrer Kinder in Solingen zuerst betäubt und dann erstickt haben.  Genaueres zum Tathergang soll eine toxikologische Untersuchung ergeben.  Wie die Ermittler vermuten, soll die mordverdächtige Mutter nach der Trennung von ihrem Mann überfordert gewesen sein.  Weil sich die 27-Jährige in Düsseldorf vor einen Zug geworfen und dabei schwere Verletzungen davongetragen hat, galt sie am Freitag noch nicht als vernehmungsfähig. Nähere Informationen über ihren Gesundheitszustand hatte es am Wochenende nicht gegeben.

Offen ist zu Wochenbeginn auch das weitere Schicksal des elfjährigen Sohnes, des einzig überlebenden Kindes der 27-Jährigen. Er ist derzeit bei seiner Großmutter in Mönchengladbach, müsste aber theoretisch am Montag in Solingen wieder in die Schule. Er könne sich kaum vorstellen, dass der Junge in die Schule gehen werde, sagte ein Solinger Stadtsprecher. Die Entscheidung liege allerdings bei den Jugendämtern in Solingen und Mönchengladbach.

Update vom 06.09.2020, 14.38 Uhr: Jugendamt kannte Familie bereits vor Drama

Alleingelassen und überfordert: Nach dem Drama von Solingen, bei dem fünf Kinder getötet wurden, fragen sich viele, wie diese Horror-Tat nur geschehen konnte? Hinter dem fünffachen Kindermord soll die Mutter stecken.

Die 27-Jährige sei mit ihren sechs Kindern emotional überfordert gewesen, vermuten die Ermittler. Ihre Ehe war kaputt. Von ihrem Mann lebte sie seit einem Jahr getrennt. Er ist auch der Vater vier ihrer Kinder.

Das Solinger Jugendamt kannte bereits die Familie. Es habe aber kein Warnzeichen gegeben, heißt es laut offiziellen Angaben. „Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet“, teilte die Stadt Solingen mit, ohne Details zu nennen. „Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt.“

Update vom 06.09.2020, 13.05 Uhr: Ballons mit Kindernamen steigen zum Himmel - Solingen trauert 

Melina, Leonie, Sophie, Timo, Luca steht auf den bunten Ballons, die eine Nachbarsfamilie mitgebracht haben. Fünf Namen, fünf Kinder, die in Solingen einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Der Oberbürgermeister Tim Kurzbach kommt dazu, jeder nimmt einen Ballon. Schweigend schauen sie sich an, dann lassen sie die Ballons in den Himmel steigen. Solingen trauert.

Am Samstagabend (5. September 2020) folgten schätzungsweise 800 Menschen einem Aufruf des Stadtteils Hasseldelle, um mit Kerzen und einer Schweigeminute der toten Kinder zu gedenken. "Der Einzelne ist ja gar nicht in der Lage, so zu trauern, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. In der Gemeinschaft kann man das, in der Gemeinschaft ist das intensiver", sagte der Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins, Hans-Peter Harbecke, dem WDR. Es war ein stilles Gedenken, berichteten Teilnehmer. Viele schwiegen.

Mutter soll Kinder erst betäubt und dann erstickt haben

Die 27-jährige Mutter der Solinger Familie soll ihre ein bis acht Jahre alten Kinder erst betäubt und dann erstickt haben. Gegen die Frau wurde Haftbefehl erlassen. Nur der Elfjährige, der zur Tatzeit in der Schule war, überlebte. Die Mutter hatte sich später in Düsseldorf vor einen Zug geworfen und war schwer verletzt worden. Sie konnte nach Angaben der Behörden am Freitag noch nicht vernommen werden. Am Wochenende gab es zu ihrem Gesundheitszustand und zu den Hintergründen keine neuen Informationen.

Seit Bekanntwerden der Tat kommen immer mehr Menschen zu dem grauen mehrgeschossigen Wohnhaus der Familie. Neben dem blauen Briefkasten des Hauses türmen sich inzwischen Friedhofskerzen, Blumen und Plüschtiere - Zeichen der Anteilnahme. Viele Bürger hätten über die sozialen Medien Spenden angeboten, hieß es. Die Stadt werde am Montag ein Spendenkonto eröffnen, aus dem etwa Beerdigungskosten bezahlt werden könnten, sagte ein Stadtsprecher.

Unklar war zunächst die Zukunft des einzig überlebenden Kindes, eines elfjährigen Jungen. Er ist jetzt bei seiner Großmutter in Mönchengladbach.

Überlebender Junge (11) und Großmutter von Notfallseelsorgern betreut

Die Opferschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, Elisabeth Auchter-Mainz, sagte, sie habe den Eindruck, dass der Junge und die Großmutter - auch von Notfallseelsorgern - gut betreut würden. Für die Zukunft benötigten der Junge und seine Großmutter Zeit. "In so einer Lage brauchen die Menschen Zeit - und diese Zeit muss dem Jungen und seiner Großmutter gegeben werden."

Sehnsucht nach Erlösung?

Menschen, die sich selbst töteten und andere "mitnehmen" wollten, empfänden eine Sehnsucht nach "Erlösung", sagt der Psychiater Prof. Hans-Jörg Assion von der Klinik der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Dortmund. "Die eigene Erlösung von dem Leid wird auf andere Menschen übertragen, die in das lebensmüde Empfinden einbezogen werden, quasi um sie ebenfalls von dem Leiden zu "erlösen"." Ein solches Verhalten sei sehr selten. Bei Warnzeichen - etwa dem Reden von Erlösung anderer vom Leid auf Erden - könnten Traumaambulanzen helfen.

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) waren von Polizisten am Donnerstag tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung der Familie gefunden worden. Rechtsmediziner fanden bei der Obduktion Hinweise darauf, dass die Kinder betäubt wurden und dann entweder erstickten oder erstickt wurden. Weitere toxikologische Untersuchungen müssten aber abgewartet werden.

Update vom 05.09.2020, 18.20 Uhr: Einzig überlebendes Kind jetzt bei Großmutter

Ein elfjähriger Junge ist der einzige Überlebende. Seine Mutter soll fünf seiner Geschwister getötet haben. Wieso er heute noch lebt, versucht nun die Mordkommission zu klären.

Der Leiter hat bereits eine Vermutung: Der Junge sei womöglich nur verschont worden, weil er zum Zeitpunkt der Tat in der Schule war. Die Vermutung sei aber noch nicht gesichert. Der Junge habe noch nicht befragt werden können.

In einem schulischen Gruppenchat habe der Elfjährige kurz nach der Tat geschrieben, dass alle seine Geschwister tot seien, sagte Einsatzleiter Robert Gereci.

Update vom 05.09.2020, 13.08 Uhr: Anwohner trauern um getötete Kinder - Mutter unter Mordverdacht

In Solingen wollen die Nachbarn der fünf toten Geschwister am Samstag (5. September 2020) mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute ihrer Trauer Ausdruck geben. Alle Anwohner seien gebeten, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. "Der Tod von fünf Kindern trifft unsere Nachbarn, uns und die Hasseldelle ins Herz", heißt es in einem Aufruf zur Lichterkette in dem Solinger Stadtteil Hasseldelle.

Die Mutter der fünf Kinder wird verdächtigt, die Kinder umgebracht zu haben. Gegen sie hat ein Richter Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen. Die Ermittler vermuteten am Freitag, dass die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat. Die Ehe sei zerrüttet gewesen, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Vor der Tat habe die Frau ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt. Sie sei die einzige Verdächtige.

"Die eigene Erlösung von dem Leid wird auf andere Menschen übertragen"

Menschen, die sich selbst töten und dabei andere "mitnehmen" wollten, empfänden eine Sehnsucht nach "Erlösung", sagt der Psychiater Prof. Hans-Jörg Assion von der Klinik der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Dortmund. "Die eigene Erlösung von dem Leid wird auf andere Menschen übertragen, die in das lebensmüde Empfinden einbezogen werden, quasi um sie ebenfalls von dem Leiden zu "erlösen"." Ein solches Verhalten sei sehr selten. Bei Warnzeichen - etwa dem Reden von Erlösung anderer vom Leid auf Erden - könnten Traumaambulanzen helfen.

Rechtsmediziner fanden bei der Obduktion Hinweise darauf, dass die Kinder betäubt wurden und dann entweder erstickten oder erstickt wurden. Weitere toxikologische Untersuchungen müssten aber abgewartet werden. Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) wurden von Polizisten am Donnerstag tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung der Familie gefunden. Überlebt hat nur der älteste Sohn (11). Er ist nun bei seiner Oma.

Die Verdächtige habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden. Nach 20 Minuten am Düsseldorfer Hauptbahnhof habe sie sich dann vor einen Zug geworfen. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer.

Elfjähriger überlebt als einziger - seine Geschwister sterben

Die Kinder seien zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag getötet worden. Einsatzkräfte hatten am Donnerstag die Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus mit Gewalt geöffnet. Der Elfjährige, der als einziger der sechs Geschwister überlebte, sei womöglich nur verschont worden, weil er zum Zeitpunkt der Tat in der Schule war, sagte der Leiter der Mordkommission.

Die Familie war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", teilte die Stadt mit, ohne Details zu nennen. "Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt."

Update vom 04.09.2020, 17.45 Uhr: Fünf Kinder vermutlich erstickt - Haftbefehl gegen Mutter erlassen (Zusammenfassung)

Eine junge Mutter soll fünf ihrer Kinder getötet haben. Vermutlich sind die kleinen Jungen und Mädchen erstickt. Gegen die 27-Jährige ermitteln die Behörden wegen fünffachen Mordes.

Die fünf tot aufgefundenen Kinder aus Solingen sind den Ermittlern zufolge vermutlich erstickt. Es gebe auch Hinweise, dass sie sediert worden seien, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag (4. September 2020) in Solingen, ohne Details zu nennen. Das habe die Obduktion der Leichen ergeben. Gegen die 27-jährige Mutter sei Haftbefehl erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl wegen fünffachen Mordes beantragt.

Die Frau habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden und sich dann in Düsseldorf vor einen Zug geworfen. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer. Die Ermittler verdächtigen nicht die Väter der Kinder.

Polizei und Staatsanwaltschaft gingen davon aus, dass die Frau die Tat in einem Zustand der emotionalen Überforderung begangen habe. Zuvor habe sie ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt, sagte Maierhofer.

Die fünf Kinder im Alter von einem bis acht Jahren hätten tot in ihren Kinderbetten gelegen, als die Einsatzkräfte am Donnerstag die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus aufbrachen. Sie seien zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag getötet worden, sagte Maierhofer.

Die Familie war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", teilte die Stadt mit, ohne Details zu nennen. "Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potentiellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt."

Update vom 04.09.2020, 17.40 Uhr: Keine Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung

Im Fall Solingen hat es vor der Tat nach Ermittlerangaben keine Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung gegeben. "Wir haben keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine Auffälligkeit in der Familie", sagte Heribert Kaune-Gebhardt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag.

Zuvor hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Familie der fünf getöteten Kinder dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt war. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", erklärte die Stadt. "Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potentiellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt."

Update vom 04.09.2020, 17.39 Uhr: Überlebender Elfjähriger konnte noch nicht befragt werden

Nach dem Tod von fünf Kindern in Solingen konnte der einzig überlebende Elfjährige aus rechtlichen Gründen noch nicht befragt werden. Das teilten die Ermittler am Freitag mit. Seine Mutter habe Beschuldigtenstatus, deshalb sei eine Befragung nicht ohne Weiteres möglich.

Update vom 04.09.2020, 17.37 Uhr: Rettete Schulbesuch Elfjährigem das Leben?

Im Fall der fünf getöteten Kinder in Solingen hat möglicherweise der Schulbesuch das sechste Kind gerettet. Eventuell sei der elfjährige Sohn nicht ums Leben gekommen, weil der Junge zum Tatzeitpunkt eventuell in der Schule gewesen sei, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer, am Freitag in Solingen. Die Vermutung sei aber noch nicht gesichert. Der Junge habe noch nicht befragt werden können.

Update vom 04.09.2020, 17.35 Uhr: Kinder starben Mittwoch oder Donnerstag

Im Fall Solingen sind die fünf Kinder nach Erkenntnissen der Ermittler am Mittwoch oder Donnerstag getötet worden. Der Tatzeitpunkt liege zwischen dem Mittwochnachmittag und dem Donnerstagvormittag, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer, am Freitag in Solingen.

Update vom 04.09.2020, 17.33 Uhr: Haftbefehl wegen Mordes für Mutter beantragt

Nach der Tötung von fünf Kindern in Solingen haben die Ermittler Haftbefehl für die Mutter beantragt. Der Vorwurf laute auf Mord in fünf Fällen, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag in Solingen.

Die 27-Jährige sei nach einem mutmaßlichen Suizidversuch weder vernehmungs- noch haftfähig - deshalb könne das zuständige Gericht über den beantragten Haftbefehl noch nicht entscheiden.

Update vom 04.09.2020, 17.30 Uhr: Tat ging wohl emotionale Überforderung nach Trennung voraus

Die dringend verdächtige Mutter der fünf toten Kinder von Solingen hat die Tat wohl in einem Zustand der emotionalen Überforderung begangen. Das sagte der Leiter der Mordkommission Marcel Maierhofer am Freitag vor der Presse.

Zuvor habe sie ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt. Sie habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden und sich dann in Düsseldorf vor einen Zug geworfen. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten.

Update vom 04.09.2020, 17.20 Uhr: Bruder (11) postete Nachricht von toten Geschwistern in Gruppenchat

Kurz nach der Tötung von fünf Kindern in Solingen hat der überlebende Elfjährige in einem schulischen Gruppenchat mitgeteilt, dass alle seine Geschwister tot seien. Das sagte Einsatzleiter Robert Gereci am Freitag in Solingen.

Der älteste Sohn der tatverdächtigen 27-Jährigen sei zu dem Zeitpunkt von den Einsatzkräften noch nicht ausfindig gemacht worden.

Update vom 04.09.2020, 17.10 Uhr: Obduktion ergibt: Kinder sind vermutlich erstickt

Die fünf tot gefundenen Kinder aus Solingen sind den Ermittlern zufolge vermutlich erstickt.

Es gebe auch Hinweise, dass sie sediert worden seien, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag in Solingen, ohne Details zu nennen. Das habe die Obduktion der Leichen ergeben.

Update vom 04.09.2020, 17.05 Uhr: Drei Väter der Kinder sind unverdächtig

Im Fall der getöteten Kinder aus Solingen ist keiner der Väter tatverdächtig. Die 27 Jahre alte Mutter sei die einzige Tatverdächtige, betonte der Einsatzleiter Robert Gereci am Freitag vor der Presse.

Die insgesamt sechs Kinder der Frau stammten von drei verschiedenen Vätern.

Update vom 04.09.2020, 16.50 Uhr: Jugendamt war mit Familie in Kontakt

Die Familie der fünf getöteten Kinder aus Solingen war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", teilte die Stadt am Freitag (4. September 2020) mit, ohne Details zu nennen.

"Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potentiellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt." Weitere Angaben könnten mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Familienmitglieder nicht gemacht werden, schrieb die Stadtverwaltung.

Die fünf Kinder - den Ermittlern zufolge drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren - waren am Donnerstag tot in einer Wohnung in Solingen entdeckt worden. Die 27-jährige Mutter steht im Verdacht, sie getötet zu haben. Anschließend soll sie sich im nahe gelegenen Düsseldorf vor einen Zug geworfen haben. Sie überlebte schwer verletzt.

Update vom 04.09.2020, 15.20 Uhr: Familienministerin Giffey zeigt sich erschüttert 

Nach dem Fund von fünf getöteten Kindern in einer Wohnung in Solingen hat sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erschüttert gezeigt. Der Fall mache "traurig, wütend und fassungslos zugleich", hieß es am Freitag (4. September 2020) in einer Reaktion der SPD-Politikerin. "Fünf kleine Leben sind gestern ausgelöscht worden - das übersteigt unsere Vorstellungskraft von dem, was Menschen imstande sind zu tun."

Die fünf Kinder - den Ermittlern zufolge drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren - waren am Donnerstag tot in einer Wohnung in Solingen entdeckt worden. Die 27-Jährige Mutter steht im Verdacht, sie getötet zu haben. Anschließend soll sie sich im nahe gelegenen Düsseldorf vor einen Zug geworfen und schwer verletzt überlebt haben.

"Jetzt gilt es, die Ermittlungen der Polizei abzuwarten und zu prüfen, ob es Hinweise auf Probleme innerhalb der Familie gegeben hat. Hier sollten wir nicht vorschnell urteilen", erklärte Giffey. "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für mich als Familienministerin höchste Priorität. Es ist daher wichtig zu erfahren, was hinter dieser schrecklichen Tat steht." Polizei und Staatsanwaltschaft wollen ab 16.45 Uhr in Solingen über ihre Ermittlungen informieren.

"Meine Gedanken sind bei Familie und Freunden der Kinder und bei den Einsatzkräften vor Ort, die schreckliche Bilder verkraften müssen", fügte Giffey hinzu.

Update vom 04.09.2020, 12.00 Uhr: Fünf getötete Kinder - Mordkommission übernimmt Ermittlungen  

Nach dem gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen rückt nun die Aufklärung des Tötungsdeliktes in den Mittelpunkt. Tatverdächtig ist die 27-jährige Mutter. Die Ermittler wollen nach dem Fund der Opfer Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag (4. September 16.45 Uhr) über die Hintergründe des Falls informieren.

In der Nacht war vor dem Wohnhaus Stille eingekehrt. Bedrückte Menschen zündeten weitere Kerzen vor dem Eingang des Mehrfamilienhauses an. Dazu wurden Blumen und Teddybären als Zeichen der Trauer abgelegt. Am frühen Freitagmorgen waren kaum noch Menschen vor Ort. Die Polizei baute die Absperrungen um das Haus in Solingen-Hasseldelle zurück.

Großmutter alarmierte Polizei

Die Leichen der Kinder waren am Donnerstag entdeckt worden. Die 27 Jahre alte Mutter war nach Angaben der Polizei nicht in der Wohnung. Sie habe sich etwa eine Viertelstunde, bevor die toten Kinder entdeckt wurden, am Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und werde schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Die Großmutter der Kinder hatte die Polizei per Notruf nach einem Kontakt zu ihrer Tochter alarmiert. Weitere Informationen, auch zum Gesundheitszustand der Mutter, gab die Polizei am Freitag bis zum Mittag nicht bekannt.

Eine Mordkommission ermittelt. Die Todesursache der Kinder werde im Rahmen der Ermittlungen und einer Obduktion geklärt, teilte die Polizei mit. Die getöteten Kinder sind drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren.

Ein weiteres Kind, ein elf Jahre alter Junge, hatte die Mutter, die Deutsche ist, zunächst zum Hauptbahnhof in Düsseldorf begleitet. Dann fuhr das Kind alleine weiter zu einer Großmutter nach Mönchengladbach. "Er befindet sich im sicheren Familienumfeld", erklärte die Polizei.

Kerzen, Blumen, Kuscheltiere: Nachbarn in tiefer Trauer

Am Donnerstagabend versammelten sich viele Menschen vor dem Mehrfamilienhaus, in dem immer noch Ermittler waren. Nachbarn stellten Kerzen auf, sie legten Blumen und ein Kuscheltier als Zeichen der Trauer ab. Gegen Mitternacht wurden die Leichen der Kinder abtransportiert.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. "Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat", sagte Kurzbach. Er wolle ein kurzes Gebet sprechen. Am Abend gab es eine Schweigeminute vor dem Haus.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte seine Erschütterung. "Das lässt einen im Tagesgeschäft innehalten" und an die "wichtigen Dinge im Leben" denken, sagte Laschet am Freitag in Düsseldorf.

Blieben Warnzeichen wegen Corona unerkannt?

Der Fall deutet nach Ansicht des Kriminalexperten Axel Petermann auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hin. Mögliche Warnzeichen für die Tat seien zudem womöglich wegen der Coronavirus-Pandemie nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur.

So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten.

Erstmeldung vom 03.09.2020, 16.00 Uhr: Fünf Kinderleichen aufgefunden: Mutter unter Tatverdacht

Erschütternder Fund: Fünf Kinder sind tot, die Mutter steht unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt die Aufklärung in den Mittelpunkt. Am Freitag wollen die Ermittler Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz über die Hintergründe des Falls informieren.

Die Leichen der Kinder waren am Donnerstag entdeckt worden. Die 27 Jahre alte Mutter war nach Angaben der Polizei nicht in der Wohnung. Sie habe sich etwa eine Viertelstunde, bevor die toten Kinder entdeckt wurden, am Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und werde schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Die Großmutter hatte die Polizei per Notruf nach einem Kontakt zu ihrer Tochter alarmiert. Weitere Informationen gab die Polizei bis zum Morgen nicht bekannt.

Eine Mordkommission ermittelt. Die Todesursache der Kinder werde im Rahmen der Ermittlungen und einer Obduktion geklärt, teilte die Polizei mit. Die getöteten Kinder sind drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren.

Junge begleitet Mutter zum Hauptbahnhof

Ein weiteres Kind, ein elf Jahre alter Junge, hatte die Mutter, die Deutsche ist, zunächst zum Hauptbahnhof in Düsseldorf begleitet. Dann fuhr das Kind alleine weiter zu einer Großmutter nach Mönchengladbach. "Er befindet sich im sicheren Familienumfeld", erklärte die Polizei.

Am Donnerstagabend versammelten sich viele Menschen vor dem Mehrfamilienhaus, in dem immer noch Ermittler waren. Nachbarn stellten Kerzen auf, sie legten Blumen und ein Kuscheltier als Zeichen der Trauer ab. Gegen Mitternacht wurden die Leichen der Kinder abtransportiert.

Die Polizei hat inzwischen Kontakt zum Vater. Weitere Angaben machte die Polizei am Donnerstag aber nicht. Die Mutter kann derzeit nicht vernommen werden.

Experte: Fall deutet auf Hilf- und Perspektivlosigkeit hin

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. "Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat", sagte Kurzbach. Er wolle ein kurzes Gebet sprechen. Am Abend gab es eine Schweigeminute vor dem Haus.

Auch Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich erschüttert gezeigt: "Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden."

Der Fall deutet nach Ansicht des Kriminalexperten Axel Petermann auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hin. Mögliche Warnzeichen für die Tat seien zudem womöglich wegen der Coronavirus-Pandemie nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur. So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten.