Frankfurt am Main
Flucht

Lkw-Fahrer versucht Polizisten zu überfahren - überraschende Erklärung für Verfolgungsjagd auf A5

Eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich ein Lkw-Fahrer auf der A5. Ein Polizist konnte sich nur mit einem Sprung vor dem Laster retten. Nun stellte sich heraus: Es lag ein medizinischer Notfall vor.
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Wilde Verfolgungsjagd auf der A5 bei Frankfurt: Lkw-Fahrer versucht Polizisten zu überfahren. Symbolbild: NEWS5 / Grundmann
Wilde Verfolgungsjagd auf der A5 bei Frankfurt: Lkw-Fahrer versucht Polizisten zu überfahren. Symbolbild: NEWS5 / Grundmann

Eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich ein Lkw-Fahrer am Montagabend auf der A5 bei Frankfurt am Main. Zunächstermittelt die Polizei laut eigenen Angaben wegen eines versuchten Tötungsdelikts, Unfallflucht, Widerstand gegen Polizeibeamte und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Später wird klar: Es war ein medizinischer Notfall. Erst vor knapp einer Woche hatte ein Autofahrer in Erlangen bei der Flucht vor der Polizei beinahe eine Mutter und ihr Kind überfahren.

Die Polizei hat den Lkw-Fahrer, den sie am Montagabend bei Frankfurt festgenommen hatte, wieder freigelassen. Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte, hatte der 50-Jährige seinen Lkw wegen eines medizinischen Notfalls nicht unter Kontrolle, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag sagte. "Er war nicht mehr Herr seiner Sinne." Nähere Details wollte sie nicht nennen. Der Mann leide unter einer Krankheit.

Lkw-Fahrer greift Polizisten an und rammt Polizeiauto

Am Montagabend war der 50-Jährige auf der A5 bei Frankfurt mit seinem Lkw in Schlangenlinien gefahren, mit der Mittelleitplanke kollidiert und langsam auf der linken Spur weitergefahren. Mehrere Streifenwagen hatten die Verfolgung aufgenommen. Sie stoppten ihn zunächst.

Ein 41-jähriger Polizist ging der Sprecherin zufolge dann zum Führerhaus und öffnete die Tür, woraufhin der Fahrer versuchte, ihm ins Gesicht zu treten. Prompt habe er die Tür wieder geschlossen und sei auf den Beamten zugefahren. Dieser rettete sich mit einem Sprung über die Mittelleitplanke - in letzter Sekunde: "Das hätte richtig schlimm ausgehen können", sagte die Sprecherin der dpa.

Lkw-Fahrer rammt auf Flucht nochmals Leitplanke

Der 50-Jährige fuhrt erneut mit dem Lkw davon, schob den unbesetzten Streifenwagen 50 Meter vor sich her. Niemand verletzte sich.

Die Beamten sperrten die A5 in Richtung Norden voll. Der Fahrer habe auch weitere Anhaltezeichen missachtet. Nach etwa 1,5 Kilometern krachte der Lkw kurz hinter dem Bad Homburger Kreuz laut Sprecherin ein weiteres Mal so stark gegen die Leitplanke, dass die Polizei ihn schließlich stoppen und festnehmen konnte.

Nun werde geprüft, ob der Mann trotz seiner Krankheit, die tags darauf bemerkt worden sei, schuldfähig ist. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes nicht eingestellt. Zunächst hatte die Hessenschau berichtet.rowa/mit dpa