Offenbach am Main
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Neues im Entführungsfall Würth: Frau erkennt Stimme - Tatverdächtiger geschnappt

Drei Jahre nach der Entführung des Sohnes von Milliardär Würth, kommen die Ermittler dem Täter Schritt für Schritt näher. Nun geben sie Details bekannt.
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Daniel Muth (Kriminaloberat. links im Bild) und Thomas Hauburger  (Sprecher der Staatsanwaltschaft, rechts im Bild)  äußerten sich am Donnerstag (15. März 2018) zur Vorgehensweise im Fall Markus Würth. Foto: Swen Pförtner/dpa
Daniel Muth (Kriminaloberat. links im Bild) und Thomas Hauburger (Sprecher der Staatsanwaltschaft, rechts im Bild) äußerten sich am Donnerstag (15. März 2018) zur Vorgehensweise im Fall Markus Würth. Foto: Swen Pförtner/dpa
Ermittler geben Details zu Entführungsfall: Am 17. Juni 2015 wurde der damals 50 Jahre alte Markus Würth, Sohn des Würth-Milliadärs Reinhold Würth, in Schlitz-Sassen entführt. Der Täter forderte damals rund drei Millionen Euro Lösegeld. Die Geldübergabe sollte in Unterfranken stattfinden: Im Bereich der BAB3 auf Höhe Würzburg. Sie scheiterte jedoch. Der Entführer hatte das Versteck preisgegeben. Am Folgetag konnte Markus Würth in einem Waldgebiet bei Würzburg-Kist gefunden werden. Er wurde an einen Baum gefesselt, gefunden. Die Staatsanwaltschaft Gießen übernahm 2015 die Ermittlungen und fahndete nach dem Entführer.


Tonbandaufzeichnung wird Entführer zum Verhängnis

Die heißeste Spur der Ermittler, eine Tonbandaufzeichnung des Entführers, wurde der Philipps-Universität Marburg übergeben. Die Stimmsequenz wurde analysiert und es entstand ein Täterprofil. Nachdem das Profil der Öffentlichkeit bereitgestellt wurde, meldete sich eine Frau, die den entscheidende Hinweis lieferte: Sie erinnerte sich an die Stimme eines Handwerkers. Während der Handwerker ihre Wohnung renovierte, hatte sie eine weitere Tonbandaufnahme angefertigt.

In Zusammenarbeit mit der Universität Marburg konnte eine Übereinstimmung festgestellt und ein Haftbefehl gegen den Verdächtigen erwirkt werden.


Tatverdächtiger wird festgenommen

Der 48 Jahre alte Mann wurde am Mittwochmorgen (14. März 2018) in seiner Wohnung in Offenbach (Hessen) festgenommen. Er lebt seit 1994 in Deutschland. Nach der Festnahme beziehungsweise Vernehmung wurde der 48-Jährige einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm wird erpresserischer Menschenraub vorgeworfen.