Bielefeld
Bluttat

Nach Mord an Halbbruder: 15-Jährige soll psychiatrisch untersucht werden

Das 15-jährige Mädchen,d as ihren Halbbruder im Schlaf erstochen hat, wird psychiatrisch untersucht werden. Ein Gutachten soll Auskunft über Schuldfähigkeit und geistige Entwicklung geben.
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Update, 11.11.2019, 10.55 Uhr: Psychiatrische Untersuchung der 15-Jährigen soll Aufschluss geben

Das Motiv der 15-Jährigen, die ihren dreijährigen Halbbruder im Schlaf erstochen hat, ist weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, dass ein Gutachter Einschätzungen zu Schuldfähigkeit und geistiger Entwicklung geben soll. Mit 15 Jahren ist das Mädchen bereits strafmündig.

Der Anwalt der 15-Jährigen, Helmut Wöhler, strebe eine rasche psychiatrische Untersuchung seiner Mandantin in der U-Haft in Iserlohn an, teilt die Deutsche Presse-Agentur mit. Das Mädchen sei schwer zugänglich und auch der Anwalt wisse nicht, was in ihr vorgehe.

Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft sagte, dass der Persönlichkeitsschutz der 15-Jährigen ein zentraler Punkt sei. Einen "Bild"-Bericht, dem zufolge das Mädchen angeblich nach der Tat Botschaften mit Blut an die Wand schmierte, bevor es flüchtete, wollte er nicht kommentieren.

Experten warnten vor voreiligen Schlüssen. Wenn jemand seine Wut nicht unter Kontrolle habe, liege das immer an einem Mix an Gründen, sagte Mareike Schüler-Springorum, Ärztliche Direktorin des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie Marsberg in NRW. "Das ist ein komplexes Zusammenspiel." Die Psychotherapeutin Gisela Dreyer aus Bonn betonte: "Wut ist das intensivste und am schwierigsten zu kontrollierende Gefühl." Selbst Erwachsenen falle die Kontrolle darüber schwer. "Kontrolle der Wut gelingt allein über Selbstreflexion und über Sprache", so Dreyer. Defizite darin könnten zum Problem werden. Beide Expertinnen unterstrichen, dass zum Detmolder Fall bislang zu wenig bekannt sei, um sich konkret dazu äußern zu können.

Bei jugendlichen Straftätern müssten Experten verschiedene Punkte klären - etwa, ob der Täter Unrecht überhaupt verstehen und sein Handeln steuern könne, erklärte Schüler-Springorum. Oder auch, ob eine psychische Störung vorliegt. Zudem müsse ein Gutachter prüfen, wie die betreffende Person mit Gefühlen, Frust oder Stress mit den Eltern umgehe. Auch das Lernumfeld in der Schule sei zu beleuchten.

Update, 08.11.2019, 13.42 Uhr: 15-Jährige hält sich für Mörderin

Nach der Tötung eines Dreijährigen in Detmold bei Bielefeld hat die 15 Jahre alte Halbschwester angegeben, sie halte sich selbst für die Täterin. Allerdings berufe sie sich auf Erinnerungslücken, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. "Als Motiv für die Tat ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte in einem schwierigen familiären Umfeld lebte und eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder entwickelt hat", schrieben die Ermittler. Einen konkreten Anlass für die Tat habe sie nicht genannt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließt das Amtsgericht Detmold am Freitag Haftbefehl wegen Mordes.

Der Haftrichter sei davon ausgegangen, dass die 15-Jährige die Tat aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke verübt habe. Wegen der Schwere der Tat und möglicher Fluchtgefahr sollte die 15-Jährige im Jugendgefängnis in Iserlohn untergebracht werden. Dort soll sie ein Psychiater auf ihre Schuldfähigkeit untersuchen.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Junge mit 28 Messerstichen getötet wurde. "Es wird davon ausgegangen, dass das Opfer zum Zeitpunkt der Tatbegehung schlief", teilten die Ermittler mit.

Die 15 Jahre alte Halbschwester des Jungen war nach der Tat zunächst geflüchtet. Nach einem Zeugenhinweis wurde sie am Donnerstagmorgen in Lemgo gefasst.

Update, 07.11.2019, 14.58 Uhr: Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl wegen Totschlags

Nach der Tötung eines Dreijährigen in Detmold bei Bielefeld hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Totschlags gegen die 15 Jahre alte Halbschwester beantragt. Die Tatverdächtige werde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt, teilten die Ermittler am Donnerstag mit.

Die Jugendliche war nach stundenlanger Flucht am Donnerstagmorgen im benachbarten Lemgo festgenommen worden. Sie habe sich im Beisein eines Verteidigers zu dem Tatvorwurf geäußert, hieß es. Über den Inhalt der Aussage machten Polizei und Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Der Dreijährige war am Mittwochabend von Angehörigen tot in der heimischen Wohnung gefunden worden. Die Obduktion habe ergeben, dass der Junge an "multiplen Stichverletzungen" starb. Zu Hintergründen und möglichen Motiven für die Tat äußerten sich die Ermittler zunächst nicht.

Update, 07.11.2019, 09.52 Uhr: 15-Jährige aufgegriffen und festgenommen

Die gesuchte Jugendliche wurde nach stundenlanger Flucht am Donnerstagvormittag im benachbarten Lemgo festgenommen, wie ein Sprecher der Bielefelder Polizei sagte. Ein Zeuge habe den entscheidenden Hinweis für die Festnahme gegeben. Der drei Jahre alte Junge war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler in der heimischen Wohnung erstochen worden. Es gebe mehrere Stichverletzungen, sagte der Sprecher der Detmolder Staatsanwaltschaft, Christopher Imig, der Deutschen Presse-Agentur. "Es spricht alles für ein Messer."

Die Leiche solle am Donnerstagvormittag obduziert werden, sagte Imig. Das Ergebnis werde am Mittag erwartet. Bei der Kripo wurde eine 15-köpfige Mordkommission eingerichtet.

Die betroffene Familie sei polnischstämmig, sagte Imig. Die Angehörigen hätten die Leiche am Mittwochabend gegen 21 Uhr in der Wohnung gefunden und die Polizei alarmiert. Sie wurden betreut, sagte Imig. Am Morgen nach der Tat war die Polizei mit mehreren Streifenwagen am Tatort, wie ein dpa-Reporter berichtete.

15-Jährige soll Halbbruder erstochen haben

Ein 15-jähriges Mädchen soll am Mittwoch (6. November 2019) ihren dreijährigen Halbbruder mit einem Messer getötet haben.Kriminalbeamte der Polizei Bielefeld fahnden dringend nach der Jugendlichen.

Wie die Polizei mitteilt, leiteten die Staatsanwaltschaft und Kripo am Donnerstagmorgen eine Öffentlichkeitsfahndung nach der 15-Jährigen ein. Unter anderem waren am Vortag bereits Hubschrauber und Polizeihunde im Einsatz. Der Teenager flüchtete nach der Tat am Mittwoch in unbekannte Richtung. Seither fehlt jede Spur von der 15-Jährigen.

15-Jährige soll dreijährigen Halbbruder getötet haben

Das Mädchen soll ihrem dreijährigen Halbbruder mit einem Messer in einem Mehrfamilienhaus im nordrhein-westfälischen Detmold tödliche Verletzungen zugefügt haben.

Bei der Kriminalpolizei wurde eine 15-köpfige Mordkommission eingerichtet. Die Hintergründe waren laut Polizei zunächst unklar. Zeugenhinweise nimmt die Kripo unter der Telefonnummer 0521/5450 oder der Notrufnummer 110 entgegen. red/dpa