Brandenburg an der Havel
Tod im Einsatz

Feuerwehrmänner auf A2 in Brandenburg erschlagen : Mehrere Klagen gegen Lkw-Fahrer

Im September sind 2017 zwei Feuerwehrleute von einem umstürzenden Feuerwehrwagen erschlagen worden. Schuld daran hatte ein übermüdeter Lkw-Fahrer, der sich noch während des Prozess weitere Klagen zuzieht.
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Ein Unfall auf der A2, die Feuerwehr sperrt ab. Dann rast ein Lkw-Fahrer in die Absperrung, zwei Männer sterben. Der Unfallfahrer soll übermüdet gewesen sein. Symbolbild: Julian Stähle/dpa
Ein Unfall auf der A2, die Feuerwehr sperrt ab. Dann rast ein Lkw-Fahrer in die Absperrung, zwei Männer sterben. Der Unfallfahrer soll übermüdet gewesen sein. Symbolbild: Julian Stähle/dpa

Ein Prozess zum tragischen Tod von zwei Feuerwehrleuten hat am Dienstag beim Amtsgericht Brandenburg/Havel begonnen. Die 23 und 38 Jahre alten Männer waren im September 2017 bei einem Unfall-Einsatz auf der Autobahn 2 vor den Augen ihrer Kameraden von einem umstürzenden Feuerwehrwagen erschlagen worden.

Tod im Einsatz: Lkw-Fahrer räumt Schuld ein

Der Angeklagte räumte vor Gericht seine Schuld ein: "Ich bin allein für den Tod von zwei Feuerwehrleuten und die Verletzung eines weiteren Feuerwehrmannes verantwortlich", hieß es in einer vom Verteidiger des 57-Jährigen am Mittwoch vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel verlesenen Erklärung. Der 57-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Laut Anklage war der 57-Jährige zum Zeitpunkt des Unfalls übermüdet.

Zu Beginn des zweiten Prozesstages wurde bekannt, dass sich der Lastwagenfahrer erneut strafbar gemacht haben könnte. Der 57-Jährige sei nach dem ersten Prozesstag am Dienstag mit einem Wagen davongefahren, erklärte die Anwältin einer Nebenklägerin am Mittwoch vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel. Dafür gebe es Zeugen und eine Videoaufnahme. Da dem Angeklagten der Führerschein entzogen worden war, will die Staatsanwaltschaft nun ein weiteres Verfahren gegen den 57-Jährigen prüfen.

Freiwillige Feuerwehrleute sterben - war Lkw-Fahrer übermüdet?

Zu dem Prozess erschienen acht Hinterbliebene der Toten als Nebenkläger. Im Saal saßen zudem Kameraden von der Berufsfeuerwehr Potsdam und der Freiwilligen Feuerwehr Kloster Lehnin. Die beiden Feuerwehrmänner waren in der Unglücksnacht als freiwillige Helfer auf der Autobahn im Einsatz gewesen.

Der Tod der beiden Männer hatte damals große Betroffenheit und eine Diskussion über die finanzielle Absicherung der Helfer in den Freiwilligen Feuerwehren ausgelöst.

Das Verfahren wurde nach dem Verlesen der Anklage unterbrochen und auf Mittwoch vertagt. Dann will der Anwalt des 57-Jährigen eine Erklärung seines Mandanten verlesen. Als Grund der Vertagung nannte die Vorsitzende Richterin Susanne Götsche, dass der zuständige Staatsanwalt wegen anderer Termine verhindert sei. Deswegen hatte ein Vertreter von ihm die Anklage vorgetragen.

Ein Video aus dem September 2017 zeigt die ganze Tragik der Szenerie: