Franken
Bombendrohung

Bombendrohungen gegen Rathäuser: Wer steckt hinter den Droh-E-Mails? LKA äußert sich

In Deutschland wurden mehrere Drohungen gegen Rathäuser ausgesprochen. Die Behörden werden teilweise geräumt. Die Lage im Live-Ticker von inFranken.de.
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In mehreren deutschen Städten wurden Bombendrohungen gegen Rathäuser ausgesprochen - unter anderem im schwäbischen Augsburg. Foto: Stefan Puchner/dpa
In mehreren deutschen Städten wurden Bombendrohungen gegen Rathäuser ausgesprochen - unter anderem im schwäbischen Augsburg. Foto: Stefan Puchner/dpa

Bombendrohungen gegen Rathäuser:

  • In mehreren deutschen Städten gab es am Dienstagmorgen (26. März 2019) mehrere Bombendrohungen gegen Rathäuser.
  • Die Drohungen sind demnach per E-Mail eingegangen.
  • Zahlreiche Behörden wurden evakuiert.

Update am 05. April 2019: Polizei ermittelt Verdächtigen

Nach der deutschlandweiten Serie von Mails mit Bombendrohungen und rechtsextremistischen Inhalten hat die Polizei einen Verdächtigen aus Schleswig-Holstein ermittelt. Der Mann stehe unter dem Verdacht, Verfasser zahlreicher Mails unter anderem mit Drohungen an Gerichte und andere Einrichtungen zu sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin am Freitag mit.

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein durchsuchten am Donnerstagnachmittag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein und stellten Beweismittel sicher, wie mitgeteilt wurde. Nach Informationen von NDR und "Hamburger Abendblatt" soll die Wohnung im kleinen Ort Halstenbek wenige Kilometer nordwestlich von Hamburg liegen. Die Polizei nahm demnach unter anderem Computer und Handys mit. Das bestätigten die Ermittler in Berlin und Kiel nicht.

Der Mann wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen "Anfangsverdacht" in einem sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Nach Informationen des NDR soll der Mann Anfang 30 sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt sein. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll es eine Kette von Indizien sein, die die Polizei zu ihm führte. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichnet gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Sie gingen demnach an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt federführend. Beteiligt war auch das Bundeskriminalamt.

Ob die komplette Serie aller Drohungen aus den Jahren 2018 und 2019, die bei Finanzämtern, Rathäusern, Anwaltskanzleien, Verlagen und einzelnen Politikern in ganz Deutschland eingingen, auch auf das Konto des aktuellen Verdächtigen gehen könnte, soll jetzt mit Hilfe der beschlagnahmten Beweise untersucht werden. Daraus ergebe sich, "ob sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten lässt", hieß es.

Unterzeichnet wurden weitere Mails zum Teil auch mit "NSU 2.0", "Wehrmacht" oder "RAF". Betroffen waren öffentliche Einrichtungen in Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und im Saarland.

Gedroht wurde mit Bomben oder - wie im Fall der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) - damit, "Bürger auf offener Straße zu exekutieren". Mehrfach evakuierte die Polizei Gebäude wie einen Hauptbahnhof, Rathäuser, ein Finanzamt und auch einen Kindergarten. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Update zu Bombendrohungen: LKA-Ermittler äußern sich zu Augsburg

Weiterhin ist unklar, wer hinter den bundesweiten Bombendrohungen vom Dienstag steckt. Es gebe noch keine Hinweise auf den Verfasser der Droh-E-Mails, die in der Nacht auf Dienstag zahlreiche Rathäuser in Deutschland ereilten. Dies gab die Polizei bekannt. Die Deutsche-Presse-Agentur bezieht sich auf das bayerische Landeskriminalamt (LKA): Demnach war in Bayern keine weitere Stadt betroffen.

Rathäuser im Fokus: Die Evakuierungen im Ticker

+++ Augsburg: Polizei äußert sich:

+++ Kaiserslautern: Von der Evakuierung in Kaiserslautern waren laut Polizei mehr als 1000 Mitarbeiter betroffen. Beamte mit Sprengstoffhunden suchten Stock für Stock des Gebäudes ab.

+++ Neunkirchen: Auch in Neunkirchen (Saarland) ist der Polizeieinsatz beendet. Das Rathaus wurde laut Polizei ergebnislos durchsucht. Sprengstoffhunden fanden nichts Verdächtiges.

+++ Augsburg: Der Rathausplatz vor dem Augsburger Rathaus ist wieder frei begehbar.

+++ Entwarnung in Kaiserslautern: Laut der örtlichen Polizei besteht keine Gefahr vor Ort. Es wurde demnach kein verdächtiger Gegenstand gefunden. Die Gebäude sind wieder freigegeben:

+++ Entwarnung in Augsburg: Durchsuchung in Augsburg abgeschlossen: Laut örtlicher Polizei sind die Durchsuchungen im Augsburger Rathaus abgeschlossen. Demnach wurde dort nichts Verdächtiges gefunden.

+++ Durchsuchung in Kaiserslautern: Laut Polizei hat die Durchsuchung im pfälzischen Kaiserslautern bislang noch keine Funde ergeben. Die Durchsuchungen laufen allerdings noch: Spürhunde sind im Einsatz.

+++ Staatsanwaltschaft ermittelt in über 100 Fällen von Drohschreiben

Die Staatsanwaltschaft aus Berlin ermittelt mittlerweile gegen mehr als 100 Fällen von Drohschreiben. Diese sollen von mutmaßlichen Rechtsextremen stammen und wenden sich gegen Gerichte, Behörden und Politiker. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur.

Die bislang Unbekannten senden zudem Drohschreiben an Anwaltskanzleien, Finanzämter, Verlage und auch Rathäuser - so wie am Dienstag in sechs deutschen Städten.

+++ Bombendrohung im Rathaus Heilbronn (Baden-Württemberg):

+++ Eilmeldung: Rathaus Göttingen wieder freigegeben: Laut Göttinger Polizei besteht dort keine Gefahr mehr. Die Straßensperrungen werden abgebaut. Das Rathaus wurde freigegeben. Die Ermittlungen der Behörden laufen noch.

+++ Polizei Schwaben äußert sich: Laut den Beamten der Polizei Schwaben Nord ging das Drohschreiben in der Nacht von Montag auf Dienstag ein. Die Behörden sehen einen Zusammenhang zu Drohschreiben, die in weiteren deutschen Städten eingegangen sind:

+++ Bombendrohung in Neunkirchen: Rathaus evakuiert: Auch in Neunkirchen im Saarland wurde das Rathaus bedroht und in folge dessen evakuiert.

+++ Absperrungen in Göttingen: Die örtliche Polizei hat die Absperrungsbereiche bekanntgegeben: Via Twitter wurde bekannt, welche Straßen betroffen sind:

+++ Polizeieinsatz wegen Bombendrohung in Augsburg: Der Straßenbahnverkehr (ÖPNV) ist in Augsburg eingeschränkt: Die Linien 1 und 2 sind von den Absperrungen der Beamten betroffen.

Die Bombendrohung ging laut dpa auch in der Nacht ein.

+++ Evakuierung in Göttingen: In Göttingen ist insbesondere das Neue Rathaus betroffen. Aktuell befinden sich laut Informationen der örtlichen Polizei keinen Menschen mehr im Gebäude. Grund für die Evakuierung ist eine mutmaßliche Bombendrohung. Ein Großaufgebot an Feuerwehr- und Polizeikräften sind vor Ort.

+++ Chemnitz: Markt und Neumarkt in Chemnitz geräumt. Die Bereiche rund um das Rathaus wurden nach der Bombendrohung abgesperrt. Dies berichtet Radio Chemnitz.

+++ Augsburg: Drohungen gegen mehrere Einrichtungen: Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, gab es in Augsburg Drohungen gegen mehrere städtische Verwaltungsgebäude. Rund 500 Mitarbeiter sind von den Evakuierungen betroffen. Auch in Augsburg werden die Gebäude mit Spürhunden durchsucht.

+++ Droh-Mails gingen in der Nacht ein

+++ Bombendrohungen in sechs deutschen Städten: Laut Medienberichten sind in Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen und Rendsburg Bombendrohungen gegen Rathäuser eingegangen.

+++ Göttingen: Absperrungen rund um das Rathaus: Derzeit laufen umfangreiche Absperrungen rund um das Göttinger Rathaus. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind laut den Behörden vom Polizeieinsatz betroffen und werden umgeleitet.

+++ Spürhunde der Polizei vor Ort: Wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, sind in Kaiserslautern Spürhunde der Polizei im Einsatz. Dort wurde der Bereich rund um das Rathaus geräumt.

+++ Evakuierung in Augsburg: Im schwäbischen Augsburg wurde das Rathaus evakuiert. Der Rathausplatz in der Innenstadt wurde komplett abgesperrt. Laut örtlicher Polizei, sei eine Gewalttat im Zusammenhang mit der Stadt Augsburg angedroht worden. Der Polizeieinsatz läuft derzeit.

+++ Räumung in Kaiserslautern: In der Pfalz wurde ebenfalls ein Bombendrohung gegen ein Rathaus ausgesprochen. In Kaiserslautern wurde das Hauptgebäude am Willy-Brandt-Platz sowie das Rathaus Nord in der Morlauterer Straße evakuiert. Die Polizei spricht von einer Vorsichtsmaßnahme. Wie die Rheinpfalz berichtet, sind von der Evakuierung 600 Mitarbeiter betroffen.

+++ Bombendrohung in Chemnitz: Auch im sächsischen Chemnitz hat es eine Bombendrohung gegen das Rathaus gegeben.

+++ Bombendrohung in Göttingen: Das Rathaus im niedersächsischen Göttingen wurde evakuiert. Auch dort ging laut Polizei eine anonyme E-Mail ein. Dort war die Rede von einer Bombe, die dort möglicherweise deponiert wurde.

tu

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