Augsburg
Hetzjagd

"Black man go home": Polizisten (43 & 40) greifen Asylbewerber an - Beamten droht Entlassung

Zwei Polizisten veranstalteten 2016 eine Hetzjagd in Augsburg. Das Opfer: Ein schwarzer Asylbewerber. Nun wurde in diesem Fall das Urteil gesprochen. Einem der Männer droht die Entlassung. Doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Zwei Männer haben 2016 einen 25-jährigen Flüchtling in Augsburg angegriffen - sie waren Polizeibeamte. Symbolbild: Christopher Schulz
Zwei Männer haben 2016 einen 25-jährigen Flüchtling in Augsburg angegriffen - sie waren Polizeibeamte. Symbolbild: Christopher Schulz
Haftstrafe für Polizisten wegen Angriffs auf Asylbewerber : Im September 2016 waren fünf Männer und eine Frau aus Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) in Augsburg unterwegs. Nach einem Brauerei-Besuch, war die Gruppe auf einen nächtlichen Snack zu Mc Donalds gegangen. Dort traf die Gruppe auf einen 25-jährigen Asylbewerber aus dem Senegal. Prompt setzte sich die angetrunkene Gruppe zu ihm an den Tisch.

Nur wenige Momente später eskalierte die Lage im Schnellrestaurant: Ein 43-Jähriger drückte dem 25-Jährigen einen angebissenen Hamburger an die Schläfe und rief ihm zu "Black man, go home" (Schwarzer Mann geh nach Hause.). Anschließend verfolgte der 43-Jährige und ein weiterer 40-Jähriger den Senegalesen bis zur Tür des Fast-Food-Restaurants und schlugen ihm ein Tablett in Richtung seines Kopfes. Dies konnte der Mann jedoch noch abwehren. Zusätzlich schlug der Angreifer dem Asylbewerber unvermittelt ins Gesicht.

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    Als der 25-jährige Asylbewerber flüchten wollte, attackierten die Männer ihn weiter. Sie traten ihm in die Hacken, so dass er ins Schlingern geriet. Es folgten Beleidigungen und Beschimpfungen. Zwei Taxifahrer und ein Hotelgast wurden Zeugen der Hetzjagd. Als örtliche Polizisten eintrafen folgten auf schlimme Beleidigungen, Entsetzen: Die Angreifer waren Polizisten.


    Richter lässt keine Gnade walten

    Am Donnerstag (7. Juni 2018) fiel nun das Urteil in dieser Angelegenheit. Das Amtsgericht Augsburg hat den 43-Jährigen vom Polizeirevier Giengen an der Brenz wegen Körperverletzung des Flüchtlings zu einer Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Dem Beamten droht die Entlassung.

    Da der Angeklagte kein vollständiges Geständnis abgelegt habe, habe der Richter keine Bewährungsstrafe ausgesprochen, erklärte Gerichtssprecher Julian Küffer am Freitag. Bislang ist das Urteil vom Donnerstag noch nicht rechtskräftig. Ab einer Haftstrafe von einem Jahr sieht das Beamtenrecht zwingend die Entfernung aus dem Dienst vor.

    Der zweite Polizist wurde zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro verurteilt (240 Tagessätze zu je 60 Euro). Gegen die Polizisten sei früh ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das zunächst einen Beförderungsstopp vorsah, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Ulm. Das Dienstverfahren werde aber letztlich erst nach Rechtskraft des Strafurteils beendet.
    dpa/tu