Berlin
Tödlicher Unfall

SUV-Fahrer rast vier Menschen auf Gehweg in Berlin tot: Gab es medizinischen Notfall?

Ein schrecklicher Unfall in Berlin Mitte erschüttert. Am Freitagabend raste ein Auto auf einen Gehweg. Vier Menschen, darunter ein Kleinkind, wurden getötet. Die Polizei will jetzt den Hergang des Unfalls mit vier Toten klären - auch am Samstag ist die Ursache weiter unklar.
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In Berlin waren bei einem schweren Verkehrsunfall vier Menschen getötet worden. Ein Geländewagen war über einen Gehweg und durch einen Bauzaun in ein Baugrundstück gerast und hatte dabei Passanten getötet. Foto: Paul Zinken/dpa
In Berlin waren bei einem schweren Verkehrsunfall vier Menschen getötet worden. Ein Geländewagen war über einen Gehweg und durch einen Bauzaun in ein Baugrundstück gerast und hatte dabei Passanten getötet. Foto: Paul Zinken/dpa
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Horror-Unfall in Berlin: Am Freitagabend raste ein Porsche in Berlin-Mitte aus bislang ungeklärter Ursache auf einen Gehweg und kollidierte mit einer Gruppe Fußgänger. Vier Menschen kamen ums Leben, darunter ein Kleinkind. Es sei etwa drei bis vier Jahre alt, hieß es von Seiten der Polizei. Zudem wurden drei Menschen schwer verletzt.

Jetzt ist die Polizei dabei, den Unfallhergang zu klären. Auch am Morgen danach ist die Ursache weiter unklar. "Es gibt weiterhin keine Hinweise auf eine vorsätzliche Tat", sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten prüfen derzeit, ob ein medizinischer Notfall beim Fahrer des Wagens die Ursache gewesen sein könnte.

Gab es medizinischen Notfall beim Fahrer des SUV?

Erste Hinweise darauf flössen ebenso wie andere Aussagen, Informationen und Beweise in das Ermittlungsverfahren ein, teilte die Behörde am Samstag mit. Dem 42-Jährigen sei Blut entnommen worden. Er erlitt bei dem Unfall am Freitagabend Kopfverletzungen und liegt im Krankenhaus.

Bis in die Nacht waren Experten der Verkehrspolizei vor Ort, um Spuren des Unfalls zu sichern. Ein 3-D-Modell soll im weiteren Verlauf den Unfall rekonstruieren. Noch ist unklar, ob sich das Auto möglicherweise überschlagen hat. Nur rund drei Stunden später hat sich in Stuttgart ein ähnlich gelagerter Unfall ereignet. Ein Autofahrer verlor die Kontrolle und erfasste ebenfalls vier Fußgänger auf einem Gehweg. Drei Menschen wurden schwer verletzt.

Was war passiert?

Der Porsche - ein dunkler Geländewagen- war an der Ecke Invalidenstraße und Ackerstraße über den Gehweg, durch einen Bauzaun in ein Baugrundstück gerast. Ein drei Jahre alter Junge, eine 64-Jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren erlagen an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Die Mutter des Kleinkinds, die ein weiteres Kind dabei hatte, überlebte nach Feuerwehrangaben.

Laut Polizei erlitten eine 38-Jährige und ihr neunjähriger Junge einen Schock, ebenso die beiden weiteren Autoinsassen, ein sechs Jahre altes Mädchen und eine 67 Jahre alte Frau. Zu möglichen Verwandtschaftsverhältnissen machte die Polizei aus Pietätsgründen keine Angaben.

 

Zunächst war unklar, ob es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt haben könnte

Zunächst stand die Frage im Raum, ob diese Tat vorsätzlich war. Ein Polizeisprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur später, dass alles auf einen schlimmen Unfall hindeute. Ein Großaufgebot von Einsatzkräften war vor Ort.

Den Hilfskräften, die im Großaufgebot zum Unfallort kamen, bot sich ein Bild des Schreckens: Das schwarze Autowrack zerfetzt auf dem Grundstück, davor auf dem Gehweg vier sehr schwer verletzte Menschen. Die Versuche, sie zu reanimieren, blieben erfolglos. Überlebt hat die Mutter des getöteten Kleinkindes. "Sie war - zumindest körperlich - unversehrt und hatte ein weiteres Kind dabei, das auch nicht weiter verletzt wurde", berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Porsche war offenbar mit hoher Geschwindigkeit unterwegs

Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei befragt Zeugen, um den Unfallhergang zu klären. Der Fahrer des Autos sei schwer verletzt zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gekommen. Wie ein Feuerwehrsprecher berichtete, konnte er aber noch mitteilen, dass ein Kind im Wagen gesessen habe. Dieses wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie viele Menschen genau in dem Wagen saßen, war zunächst aber nicht geklärt.

Die Einsatzkräfte gingen offenbar zunächst davon aus, dass Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert wurden konnten.Deshalb suchte die Feuerwehr die Unfallstelle mit einer Wärmekamera ab, um sicherzugehen, dass alle Unfallopfer geborgen werden.

Zahlreiche Einsatzkräfte stundenlang vor Ort

Die Feuerwehr war mit 40 Einsatzkräften sowie Spezialteams am Ort, die Zeugen und auch eigenen Leuten psychologische Unterstützung anboten. Von der Polizei waren ein halbes Dutzend Streifenwagen und zudem mehrere Mannschaftstransporter vor Ort. Krankenwagen warteten hintereinander. In der Umgebung kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch mehrere Straßenbahnen kamen nicht vorwärts. red/mit dpa