Augsburg
Angriff am Königsplatz

Tödliche Attacke auf Feuerwehrmann: Trauergottesdienst findet heute statt

Nach der tödlichen Attacke auf ein Mitglied der Feuerwehr in Augsburg erklärte die Polizei in einer Pressekonferenz den Ablauf der Tat. Der 49-Jährige war mit einem gezielten Schlag getötet worden. Heute findet in Augsburg die Trauerfeier für den verstorbenen Feuerwehrmann statt.
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Augsburg: Am Königsplatz liegen Blumen neben Kerzen. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend (06.12.2019) hier in seiner Freizeit nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb. Foto: Stefan Puchner/dpa
Augsburg: Am Königsplatz liegen Blumen neben Kerzen. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend (06.12.2019) hier in seiner Freizeit nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb. Foto: Stefan Puchner/dpa

In Augsburg ist am Freitagabend (06. Dezember 2019) ein 49 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Aus einer siebenköpfigen Männergruppe heraus wird der Mann am Königsplatz attackiert und geschlagen. Kurze Zeit später ist er tot. Die Täter flüchten. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und hat am Sonntag zunächst zwei junge Männer festgenommen - später folgten weitere Festnahmen. Doch warum kam es zu dem Streit? Die neuesten Entwicklungen zu der tödlichen Attacke in Augsburg lesen Sie hier.

Update 14.12.2019: Trauerfeier für verstorbenen Feuerwehrmann

Rund eine Woche nach dem gewaltsamen Tod des 49-Jährigen auf dem Augsburger Königsplatz wird am heutigen Samstag (14. Dezember 2019) die Trauerfeier abgehalten. Der Abschiedsgottesdienst wird um 10.00 Uhr im Augsburger Vorort Neusäß stattfinden, in dem der Feuerwehrmann lebte.

Update 09.12.2019: Sieben Verdächtige festgenommen - "Handlungsablauf hat wenige Sekunden gedauert"

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann in Augsburg sprach die Polizei bei einer Pressekonferenz über die Umstände der Tat. Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, war der 49-Jährige von einer Gruppe Jugendlicher umringt. "Dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden", sagte der Leiter der Augsburger Kriminalpolizei, Gerhard Zintl. Er starb durch einen Schlag auf den Kopf, der von der Seite und mit voller Wucht kam, so der Kripo-Chef.

Als der 49-Jährige am Boden lag, ging die Gruppe auf den 50-jährigen Begleiter los, der seinem Bekannten helfen wollte. Der Mann wurde angegriffen und im Gesicht verletzt. "Der ganze Handlungsablauf hat wenige Sekunden gedauert", sagte Zintl.

Mittlerweile wurden sieben Verdächtige festgenommen. Darunter der 17-jährige Hauptverdächtige. Gegen ihn wird wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Einige der Verdächtigen seien polizeibekannt. Auch wegen Körperverletzung.

Update 08.12.2019: Bayerns Innenminister Herrmann lobt Videoüberwachung

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat nach den Festnahmen im Fall des getöteten Feuerwehrmannes die Bedeutung der Videoüberwachung bei den Festnahmen betont. "Die Bilder haben die Arbeit der Polizei deutlich erleichtert", sagte der CSU-Politiker der Zeitung Augsburger Allgemeine (Montag). Die Polizei hat bis Sonntagabend sechs Verdächtige festgenommen, die mit dem gewaltsamen Tod eines Feuerwehrmannes in Verbindung stehen sollen. Unter anderem hatten Kamerabilder zu ihnen geführt.

Die Videoüberwachung am Königsplatz, dem zentralen Bus- und Tram-Knotenpunkt der Stadt, war im Zuge eines Landesprogramms erst im Dezember 2018 ausgeweitet worden, wie die Zeitung berichtete. Seitdem überwache die Polizei mit 15 Kameras das Areal. Dort war der Tatort.

"Wir haben das immer gefordert, und solche Fälle zeigen, dass sich die Forderung als richtig erwiesen hat", sagte Herrmann. Man wisse auch, dass es für Augenzeugen einer Straftat schwierig sei, Täter genau zu beschreiben, weshalb Videoaufnahmen für die Ermittlungen wichtig seien. Allerdings sei es richtig, den Einsatz auf bestimmte Punkte zu beschränken: "Wir wollen keine totale Überwachung, das gibt es nur in autoritären Staaten", sagte Herrmann. Entscheidender sei es, bei der Frage anzusetzen, warum es zu solchen Gewaltexzessen im öffentlichen Raum komme.

Update 08.12.2019: Polizei meldet: Weitere vier Verdächtige festgenommen - Pressekonferenz am Montag geplant

Nach dem tödlichen Angriff von jungen Männern auf einen Passanten in Augsburg hat die Polizei weitere vier Verdächtige festgenommen.

Damit haben die Ermittler inzwischen sechs Personen gefasst, die mit dem gewaltsamen Tod eines Feuerwehrmannes in Verbindung stehen sollen, wie die Polizei berichtete. Unter anderem hatten Videoaufnahmen zu den Verdächtigen geführt. Nach dem Verbrechen in der Innenstadt sollen laut Zeugen insgesamt sieben junge Männer vom Tatort geflohen sein.

Der getötete 49 Jahre alte Feuerwehrmann war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt, als die Paare auf die Gruppe stießen. Aus noch ungeklärten Gründen kam es dann zum Streit.

Am Montag will die Polizei an diesem Montag (14.30) die Öffentlichkeit über weitere Erkenntnisse informieren.

Update: 08.12.2019, 16.23 Uhr: Festgenommene 17-Jährige waren polizeibekannt

Die beiden nach der tödlichen Attacke auf einen Feuerwehrmann in Augsburg festgenommenen 17-Jährigen gelten als polizeibekannt. Sie sollen am Montag beim Amtsgericht Augsburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Die 20-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo hatte mit Hochdruck die Videos von Überwachungskameras am Tatort ausgewertet. Am frühen Sonntagnachmittag waren sich die Beamten sicher, die Täter ermittelt zu haben und griffen zu. Für den Montag planen die Ermittler eine Pressekonferenz, auf der weitere Details mitgeteilt werden sollen. Denn noch ist beispielsweise offen, weshalb es zum Streit und dann zur Tat kam und ob es sich bei den beiden angegriffenen Männern um Zufallsopfer handelte.

Update: 08.12.2019, 15.12 Uhr: Polizei meldet: Haupttäter ermittelt und festgenommen

Der Fall des bundesweit Aufsehen erregenden Tötungsdelikts von Augsburg steht vor der Aufklärung. Der Haupttäter sei ermittelt und festgenommen worden, teilte das bayerische Innenministerium am Sonntag mit. Außerdem sei ein Mittäter festgenommen worden, hieß es ergänzend.

Bei dem mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft. Die Ermittlungen zu den weiteren Gruppenmitgliedern laufen weiter, wie es hieß.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte den Ermittlungserfolg der Augsburger Kripo: "Der schreckliche Angriff hat viele Menschen in Augsburg und weit darüber hinaus erschüttert. Umso wichtiger war der schnelle Fahndungserfolg der Augsburger Kriminalpolizei."

Update: 08.12.2019, 13.48 Uhr: Seehofer äußert sich zu tödlicher Attacke in Augsburg

Im bayerischen Fernsehen hat sich am Sonntag Bundesinnenminister Horst Seehofer zu der tödlichen Attacke auf einen 49-jährigen Feuerwehrmann geäußert. "Was mich wirklich aufgewühlt hat, ist, dass in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde. So etwas wühlt mich auf", sagte der CSU-Politiker zu dem Vorfall.

Update: 08.12.2019, 12.16 Uhr: Ehefrau des getöteten Feuerwehrmanns psychisch am Boden

Nach der tödlichen Attacke gegen einen Feuerwehrmann in Augsburg kommen immer mehr schreckliche Details ans Licht: Die Ehefrau des getöteten 49-Jährigen musste die Attacke mitansehen. Aufgrund ihres psychischen Zustands konnte sie noch nicht verhört werden, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Hinweise, um die bislang flüchtigen Tatverdächtigen zu finden, könnten sich aus der Aussage der Frau ergeben.

Der 49-Jährige war am Freitagabend bei einem Streit mit einer Gruppe von jungen Männern angegriffen und getötet worden. Zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar war das spätere Opfer privat in der Augsburger Innenstadt unterwegs, als sie auf die Gruppe stießen und wo es zu der tödlichen Attacke kam.

Feuerwehrleute in Augsburg gedenken getötetem Kameraden

Derweil gedachten am Sonntag (8.12.2019) rund 100 bis 150 Feuerwehrleute ihrem getöteten Kameraden. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr hätten sich am Tatort zu einem stillen Gedenken eingefunden, sagte ein Sprecher auf Anfrage. "Sie wollten an der Stelle von ihm Abschied nehmen, wo er getötet wurde." Kerzen wurden entzündet und Blumen niedergelegt.

"Ich kannte ihn sehr gut", sagte der Sprecher der Augsburger Berufsfeuerwehr der Deutschen Presse-Agentur. Er selbst wie auch seine Kollegen seien von der Tat emotional sehr angegriffen. Die Feuerwehr sei eine "total starke Gemeinschaft" mit einem sehr großen Zusammenhalt. Umso mehr seien jetzt alle betroffen.

Update: 08.12.2019, 09.22 Uhr: Polizei kündigt Öffentlichkeitsfahndung für heute Nachmittag an

Heute Nachmittag (08.12.2019) startet eine Öffentlichkeitsfahndung nach den Schlägern, die für den Tod eines Feuerwehrmannes in Augsburg verantwortlich sein könnten. Das kündigt die Polizei am Morgen an.

Update: 08.12.2019, 6.58 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft könnten heute Video veröffentlichen

Am Sonntag (08.12.2019) sind die Schläger von Augsburg weiter auf der Flucht, die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren.

Die Polizei setzt bei der Fahndung auf die Auswertung von Bild- und Video-Material. Möglicherweise noch am heutigen Sonntag könnten die Ermittler in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft mit derartigem Material an die Öffentlichkeit gehen, sagte ein Polizeisprecher. Dies werde gegenwärtig geprüft.

Oberbürgermeister von Augsburg entsetzt nach tödlicher Attacke

Nach der tödlichen Attacke herrscht in der Stadt Trauer und Entsetzen. Am Tatort, dem zentralen Königsplatz, legten Menschen am Samstagabend Blumen nieder, Kerzen und Grablichter brannten. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) zeigte sich bestürzt über die Tat. Die Stadt sei Schauplatz einer folgenschweren Gewalttat geworden, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. "Unser aller Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen des Verstorbenen, seinen Freunden und Kollegen bei der Stadt Augsburg, insbesondere den Kameradinnen und Kameraden bei der Berufsfeuerwehr."

Toter nach Schlägerei am Königsplatz in Augsburg

Das spätere Opfer hatte gemeinsam mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar den Christkindlesmarkt in Augsburg besucht und war am späten Freitagabend gegen 22.40 Uhr in Richtung Königsplatz unterwegs, wie die Polizei am Samstag mitteilte.

Am Königsplatz traf das Quartett dann auf eine Männergruppe, bestehend aus sieben Personen. Es kam zum Streit, der zunächst nur verbal ausgetragen wurde. Plötzlich schlug ein Mann aus der Gruppe dem 49-Jährigen gegen den Kopf. Das Opfer stürzte und blieb am Boden liegen. Auch der 50 Jahre alte Begleiter wurde aus der Männergruppe heraus attackiert, von mindestens einem Mann geschlagen und im Gesicht verletzt. Die beiden Frauen wurden nicht angegriffen.

Mann stirbt nach Schlag - genaue Todesursache ist noch unklar

Nach dem Angriff flohen die Täter in Richtung Bahnhofstraße und ließen ihre Opfer einfach zurück. Eine Reanimation des 49-Jährigen durch Notärzte brachte keinen Erfolg - der Mann starb noch im Rettungswagen. Er war Mitglied der Berufsfeuerwehr Augsburg, wie ein Polizeisprecher sagte. Die genaue Todesursache stehe noch nicht fest.

Nach tödlichem Schlag in Augsburg: Kripo richtet 20-köpfige Ermittlungsgruppe ein

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, gebe es derzeit noch keine konkreten Anhaltspunkte zum Aufenthaltsort oder zu den Identitäten der Männer. Die Polizei hat eine 20-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. Zur Zeit werte man die Aufnahmen der 15 Videokameras am Königsplatz aus.

Die Polizei sucht nun nach den mutmaßlichen Tätern und bittet Zeugen, die die Männergruppe möglicherweise gesehen oder ihren Fluchtweg beobachtet haben, sich bei der Kripo Augsburg unter Telefon: 0821 / 3233810 zu melden.

Immer wieder spontane Gewalttaten in Bayern

Wahrscheinlich haben sich Täter und Opfer rein zufällig getroffen. Immer wieder kommt es zu spontanen Gewalttaten. So wurde im Frühjahr in München ein 17-Jähriger durch Stichverletzungen wegen eines Streits um ein Handy getötet. Zuvor waren zwei Gruppen Jugendlicher aufeinandergetroffen. Der Täter wurde später im Ausland gefasst.

Im August wurde ein 36-Jähriger in Kronach bei einem Streit durch Tritte gegen den Kopf schwer verletzt. Das Opfer war in der Nacht auf eine Gruppe von Männern getroffen. Drei davon gingen laut Polizei auf den 36-Jährigen los und traten noch auf ihn ein, als er am Boden lag. Der 18-Jährige Haupttäter konnte ermittelt werden.mit dpa