Die Bildungshoheit haben allerdings die Länder. Die meisten geben den Schulen bei dem Thema bisher freie Hand, mehr und mehr Schulen verzichten auf die Schreibschrift.

Wanka sagte der "Bild am Sonntag": "Bei uns gibt es Tendenzen, sie abzuschaffen, weil es auf den ersten Blick leichter wirkt, gleich Druckbuchstaben zu benutzen. Das wäre ein Fehler. Wir müssen die Schreibschrift retten!" Studien belegten, dass bewusster schreibe, wer Schreibschrift schreibe. "Schreibschrift fördert außerdem die Feinmotorik und das logische Denken."

Auch eine deutliche Mehrheit von 83 Prozent der Deutschen will, dass Schüler weiterhin die Schreibschrift erlernen, wie eine Emnid-Umfrage für die Zeitung ergab. Bei jüngeren Befragten (14-29 Jahre) plädieren nur 59 Prozent dafür.

Wanka wünscht sich ferner, dass die Länder ein Unterrichtsfach "Alltagswissen" einführen. "Dort könnten die Schüler Dinge lernen, die für ihr praktisches Leben wichtig sind. Ich denke da an die Fallen in Handyverträgen, handwerkliche Fähigkeiten, aber auch an Grundkenntnisse in richtiger Ernährung und Kochen", sagte sie.