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Riesenstern Beteigeuze wird wieder heller: Wann Kommt es zur Supernova?

Experten beschäftigt seit längerem der Riesenstern "Beteigeuze": Die Entwicklungen des erdnahen Riesensterns stehen unter genauer Beobachtung. Kommt es zur Supernova?
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  • Der Riesenstern "Beteigeuze" im Sternbild "Orion" könnte bald explodieren
  • Neben dem Helligkeitsverlust des Sterns, wurden auch verdächtige Gravitationswellen gemessen und eine ungewöhnliche Staubwolke entdeckt
  • Beteigeuze könnte zur Supernova werden, was wiederum Auswirkungen auf die Erde haben könnte
  • In der Fachpresse herrscht Uneinigkeit, wie die Veränderung des Supersterns zu bewerten ist
  • Neue Beobachtungen scheinen der Explosions-These jedoch zu widersprechen

Update, 24.02.2020: Experten mit neuen Details zu "Beteigeuze" - doch keine Supernova?

Die Supernova des Riesensterns "Beteigeuze" ist fürs Erste wohl unwahrscheinlich. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen und Monaten gewinnt der Stern wieder an Helligkeit. Das geht aus Angaben einer Gruppe von US-Astronomen aus Pennsylvania hervor. Sie beobachten "Beteigeuze" bereits seit längerem. Im Mitteilungsdienst "Astronomer's Telegram" machten sie ihre Erkenntnisse publik.

"Beteigeuze hat definitiv aufgehört, dunkler zu werden und stattdessen begonnen, langsam heller zu werden", zitiert heise.de die Astronomen.

Der Physiker Harald Lesch erklärt, dass es auf jeden Fall in "naher" Zukunft zur Explosion des Riesensterns komme. Dabei ist allerdings wichtig, dass Lesch mit "nah" einen Zeitplan aus astronomischer Perspektive meint. Kommt es zur Supernova von "Beteigeuze" werden dabei zahlreiche Stoffe freigesetzt. Die Experten Magazins "GEO kompakt" erklären das Phänomen: "Die Supernova ist der spektakulärste letzte Akt einer Sternenexistenz. Wenn etwa ein Stern von mindestens acht Sonnenmassen das finale Stadium der Kernfusion in seinem Zentrum erreicht hat, stürzt sein Innerstes im Bruchteil einer Sekunde in sich zusammen. Zurück bleibt ein kosmisches Objekt von unvorstellbarer Dichte: ein Neutronenstern oder ein schwarzes Loch", heißt es in Ausgabe 39.

Bei einer Supernova sind zudem glimmende Schleier zu sehen. Aus der nebelartigen Materie können Angaben des Magazins zufolge neue Sterne entstehen.

Update, 17.02.2020: Beteigeuze von Staubwolke umgeben - Kommt es zur Explosion?

Die Helligkeit des Riesensterns Beteigeuze nimmt weiter ab. Neue Teleskop-Aufnahmen der belgischen Universität Leuven zeigen, wie stark sich die Leutkraft innerhalb des letzten Jahres verändert hat. Ob diese Veränderung ein sicheres Anzeichen für eine baldige Explosion ist, bleibt unter Experten nach wie vor eine Streitfrage.

Mittels Infrarot-Aufnahmen konnte der Planet noch genauer untersucht werden. Dadurch wurden enorme Staubwolken im Umfeld des Riesensterns sichtbar. Doch wie kommt es zu solch einem Phänomen? Emily Cannon, vom Institut für Sternkunde an der Universität Leuven, erklärt: "Rote Überriesen wie Beteigeuze erzeugen im Laufe ihres Lebens riesige Mengen an Material und stoßen es aus, noch bevor sie als Supernova explodieren."

Doch die Forscher der Universität bleiben skeptisch und glauben nicht, dass solche Staubwolken die Ankündigung einer Supernova sind. Auf die Frage, wie die Zukunft von Beteigeuze aussehen wird, hat das Forscherteam jedoch auch keine konkreten Antworten. "Natürlich ist unser Wissen über die Roten Überriesen unvollständig, und dies ist noch Gegenstand intensiver Forschung, so dass es noch zu Überraschungen kommen kann", gesteht Miguel Montragès, führender Astronom der Universität Leuven.

Update, 05.02.2020: Helligkeit von Beteigeuze schon wieder verändert?

Die Meldungen zur sinkenden Helligkeit des roten Riesensterns Beteigeuze haben reichlich Spekulationen zu einer eventuell kurz bevorstehenden Explosion, einer Supernova, des Sterns in Sternbild Orion geführt. Nun scheint es jedoch Beobachtungen zu geben, die wiederum einen Anstieg der Helligkeit des Sterns feststellten. Das berichtet beispielsweise ein Leser im wissenschaftlichen Magazin "Spektrum". Also alles nur falscher Alarm?

Nein, sagt beispielsweise der bekannte Physiker und Philosoph Harald Lesch. In einem Faktencheck zu Beteigeuze stellt er fest: Der Stern wird auf "jeden Fall" in "naher" Zukunft explodieren - wobei der Astronom eben von astronomisch "nah" spricht, was schon mal einige tausend Jahre dauern kann.

Doch einen anderen wichtigen Punkt stellt Lesch heraus: Ein Helligkeitsverlust allein, kann eigentlich kaum ein Hinweis auf eine bevorstehende Supernova sein. Eigentlich würde man zeitlich vorgelagert auch eine Zunahme der Helligkeit erwarten.

Weiterführende Informationen zum Funktionieren einer Supernova hat auch das "Max-Planck-Institut für Astrophysik" zusammengetragen. Denn unabhängig davon, ob eine Supernova Beteigeuzes unmittelbar bevorsteht: Das Phänomen gehört zu den spannendsten und beeindruckendsten, was das Universum zu bieten hat.

Update, 28.01.2020: Experten sind ratlos - Supernova morgen oder erst in ferner Zukunft?

In den letzten Wochen hat sich der Riesenstern "Beteigeuze" stark verdunkelt. Normalerweise ist er einer der zehn hellsten Sterne am Himmel, ist jedoch aktuell auf Platz 21 abgerutscht. Das ist ein starkes Indiz für eine bevorstehende Supernova - das Sterben eines Sternes.

Eine "Supernova" gleicht einer Explosion, bei der ein Stern komplett zerstört wird. Die dabei freigesetzte Energie kann weitreichende Folgen haben - auch für die Erde. Bei einer Entfernung von bis zu zehn Lichtjahren wäre das Leben eines Großteils der Menschen in Gefahr. Damit gehört sie zu einer der größten Gefahren überhaupt.

Wie weit der "Beteigeuze" jedoch von der Erde entfernt ist, können Wissenschaftler nicht genau berechnen. Durch seine enorme Größe und die relative Nähe zur Erde bleiben viele Fragen offen. So könnte die aktuelle Verdunklung auch ganz einfach nur eine regelmäßig wiederkehrende Dunkelphase sein. Jedoch haben die Wissenschaftler kürzlich ein Raumzeitbeben aus Richtung des Sternes gemessen.

Der Astrologe Nathan Smith von der "University of Arizona" bezeichnet die bevorstehende Supernova jedoch als "Wunschdenken". Die Beobachtungen seien einfach zu unsicher, erklärt er dem Magazin Spektrum: "Deshalb kann ich auch nicht die Möglichkeit ausschließen, dass Beteigeuze morgen explodiert oder erst in 200.000 Jahren."

Auch andere Experten und Astronomen sind sich unsicher: Das gemessene Raumzeitbeben könnte dabei auch ein Messfehler gewesen sein und nicht genau dem "Beteigeuze" zugeordnet werden. Sollte es dennoch zur Supernova kommen, wäre sie, mit 650 Lichtjahren Entfernung, die nächstgelegene je beobachtete Sternenexplosion. Mit einer geschätzten Entfernung von fünf- bis achthundert Lichtjahren Entfernung, besteht jedoch keine Gefahr für die Menschheit.

Update vom 27.1.2020: Beteigeuze - weitere Forscher berichten über Helligkeitsverlust des Riesensterns

Der "Beteigeuze" könnte vor einer "Supernova" stehen. Vor allem der Verlust der Helligkeit ist ein starkes Indiz dafür. Nun berichten weitere Forscher über ihre Beobachtungen des Riesensterns. Im Astronomers Telegram schreiben Edward F. Guinan und Richard J. Wasatonic darüber, dass die Helligkeit des Sterns seit September 2019 abgenommen hat.

Das Magazin Spektrum der Wissenschaft verdeutlicht, dass Beteigeuze normalerweise stets zu den zehn hellsten Sternen am Himmel gehöre. Im letzten Quartal des Jahre 2019 sei er jedoch auf Platz 21 abgerutscht.

Guinan und Wasatonic zufolge, die beide an der Villanova University in Pennsylvania (USA) forschen, könne dies einerseits mit Gas-Ausstößen zu tun haben, die den Stern verdecken, aber auch mit dem natürliche Helligkeitszyklus des Sterns. Der Tiefpunkt der Helligkeit wird im Januar oder im Februar erwartet. Sollte die Leuchtkraft von Beteigeuze danach nicht mehr zunehmen, wäre das ein weiteres starkes Indiz für eine bevorstehende Explosion des Sterns.

Der Name Beteigeuze kommt aus dem Arabischen und bedeutet in etwa "Hand der Riesin". Zum Teil wird der Stern auch Betelgeuse genannt. Seine offizielle wissenschaftliche Bezeichnung lautet "alpha orionis" oder "Schulter des Orions". Sein Durchmesser ist etwa 500 bis 800 Mal größer als der unserer Sonne.

Update, 21.01.2020: Detektoren messen Gravitationswellen - Beteigeuze im Sternbild Orion ausgebrochen?

Der Riesenstern "Beteigeuze", der seit Anfang Januar 2020 in den Fokus von Wissenschaftlern gerückt ist, verliert massiv an Helligkeit. Der Verdacht von Astronomen, dass der Stern demnächst sterben könnte, wurde kürzlich durch gemessene Gravitationswellen unterstrichen. Wie c.net.com unter Berufung auf Expertenkreise berichtet, haben die Detektoren "Ligo" und "Virgo" Gravitationswellen gemessen, die auf einen unerwarteten Ausbruch hinwiesen.

Die Daten wurden am 14. Januar 2020 aufgezeichnet. Den Forschern war zunächst nicht klar, mit was genau sie es zu tun hatten. Derartige Gravitationswellen waren noch nie gemessen worden. Sie konnten auf eine Supernova oder einen Gammastrahlenausbruch hinweisen.

Dem Ausbruch wurde der Titel "S200114f" zugeordnet. Nachforschungen der beteiligten Wissenschaftler verfolgten das Phänomen im Weltall. Ergebnis war, dass es grob aus der Region des Sterns "Beteigeuze" stammte.

Allerdings wurde festgestellt, dass "Beteigeuze" nicht explodiert sei. Mehrere beteiligte Forscher äußerten sich dazu via Twitter. Andy Howell, einer der Wissenschaftler, betonte, dass "Beteigeuze" nicht aus der exakten Region des Ausbruchs komme. Allerdings ist weiterhin unklar, was die Gravitationswellen verursacht hat. Eine Möglichkeit ist, dass es sich um einen falschen Alarm gehandelt hat.

Erstmeldung, 11.01.2020: Explosion im Weltall? "Beteigeuze" im Fokus

Supernova-Gefahr des Sterns Beteigeuze im Sternbild Orion? Beteigeuze ist einer der hellsten Sterne am Nachthimmel. Bis vor kurzem war er sogar unter den Top 10 der hellsten Sterne - nun liegt er jedoch nur noch auf Platz 21.

Was im ersten Moment widersprüchlich klingt: Dieser Abfall der Helligkeit seit Oktober 2019 könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Riesenstern bald explodieren könnte. Die Helligkeit der Riesensonne hat sich seit Oktober mehr als halbiert.

In der Fachpresse herrscht Uneinigkeit, was "bald" in diesem Zusammenhang heißt - und welche Gefahren mit einer solchen Explosion einhergehen würden. Wir haben Fragen und Antworten zu Beteigeuze, Supernovae und Gefahren aus dem All gesammelt.

Was ist Beteigeuze?

Beteigeuze bildet die Schulter des Himmelsjägers Orion und ist der zweithellste Stern dieser Konstellation. Er ist mit bloßem Auge als heller roter Punkt erkennbar. Der Riesenstern besitzt etwa die zwanzigfache Masse und rund den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne. Damit gilt er als roter Riese - der eine wesentlich kürzere Lebensdauer als unsere Sonne hat und nur wenige Millionen Jahre lebt.

Die Helligkeit des Roten Riesen schwankt in zwei unregelmäßigen Zyklen, die jeweils knapp sechs Jahre und etwa 425 Tagen dauern. "Wir wissen nicht genau, was die Variabilität von Beteigeuze ausmacht", erläuterte der Sternforscher Thomas Janka vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München. Möglicherweise schluckten unter anderem vom Stern ins All geblasene Materiewolken vorübergehend das Licht der Riesensonne.

Beteigeuze hat unter anderem zahlreiche Autoren inspiriert. So ist der Stern in der Romanreihe "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams das Heimatsystem der Protagonisten Ford Prefect und Zaphod Beeblebrox. Auf einem fiktiven Planeten um Beteigeuze spielt zudem Pierre Boulles mehrfach verfilmtes Buch "Der Planet der Affen". Und der deutsche Schriftsteller Arno Schmidt bezieht sich in den physikalischen Abhandlungen seiner Erzählung "Leviathan" auf Beteigeuze.

Was passiert mit Beteigeuze?

Astronomen rätseln über eine außergewöhnliche Schwächeperiode des Roten Riesen Beteigeuze im Sternbild Orion. Die Helligkeit der Riesensonne hat sich seit Oktober mehr als halbiert. Die genaue Ursache für den starken Helligkeitsabfall sei nicht bekannt, erläuterte Janka. Dies heizte Spekulationen an, ob eine Explosion unmittelbar bevorstehe.

Da Beteigeuze seinen Vorrat extrem schnell verbrennt, hat der Rote Riese eine vergleichsweise geringe Lebenserwartung: Obwohl er erst etwa acht Millionen Jahre alt ist, wird er bald als Supernova explodieren. Bald bedeutet in astronomischen Maßstäben allerdings irgendwann in den kommenden 100 000 Jahren. "Es kann in ein paar Jahren, in ein paar Jahrhunderten oder in ein paar Jahrtausenden soweit sein", sagte Sternforscher Thomas Janka vom Max-Planck-Institut gegenüber der dpa.

Was ist eine Supernova und welche Gefahren drohen durch sie?

Sterbende Sterne ab einer bestimmten Größe enden in einer riesigen Explosion - Supernova genannt. Eine Supernova ist sozusagen der "Todesschrei" eines sterbenden Sterns: Die Kernfusion im Inneren geht in seine letzte Phase, der letzte Kernbrennstoff wird verbraucht. Dann kollabieren die Sternhüllen unter der Masse des Sterns und in einer darauf folgenden Explosion werden Abermilliarden Tonnen Material und hochfrequente Strahlung ins Weltall geschleudert. Als "Sternleiche" bleibt dann, je nach Masse, ein Schwarzes Loch oder ein Neutronenstern zurück.

Je nach der Entfernung einer Supernova von der Erde, können die Folgen für uns Menschen fatal sein. Die entstehende Gammastrahlung könnte Abermillionen Menschen augenblicklich töten. Allerdings müsste die Explosion dafür in eine Entfernung von maximal 10 Lichtjahren stattfinden, wie der Physiker und Astronaut Professor Ulrich Walter von der Technischen Universität München gegenüber der "Welt" verriet.

Da Beteigeuze etwa 700 Lichtjahre entfernt ist, droht diese Gefahr nicht. Allerdings könnten durchaus tödliche Gefahren lauern: Die Strahlung könnte die Ozonschicht der Erde stark beeinträchtigen. Die dann ungefiltert einfallende UV-Strahlung würde die Krebsrate in die Höhe treiben. Außerdem würden elektromagnetische Signale beeinträchtigt - die Telekommunikation könnte zusammenbrechen.

Sicher ist: Wenn Beteigeuze explodiert, wird die Explosion mindestens so hell sein, wie unser Mond: Auch am Tag wird man dann ein helle Kugel am Himmel sehen können. Ob dies noch zu unseren Lebzeiten passiert, ist aber weiterhin unklar.

Tipp für Interessierte: Weitere Informationen über Supernovae und andere spannende Himmelsphänomene bereiten auch Harald Lesch und Kollegen auf ihrem Internet-Auftritt "Weltall, Urknall und das Leben" auf.

Steht eine Explosion Beteigeuzes unmittelbar bevor?

Während verschiedene Medien die Entwicklung Beteigeuzes als Hinweis auf eine nahende Explosion interpretieren, ist die Forschergemeinde zurückhaltender: Als Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Supernova-Explosion des Stern sieht beispielsweise Wissenschaftler Janka das Phänomen nicht. Die auffällige Schwächeperiode scheine daher zu rühren, dass beide beobachteten Aktivitätszyklen des Sterns gleichzeitig ein teils ungewöhnlich tiefes Minimum erreicht hätten, schrieben Forscher im "Astronomer's Telegram".

Spekulationen hatten den jetzt beobachteten außergewöhnlichen Helligkeitsverlust als möglichen Vorboten einer solchen Supernova gedeutet. Das ist nach Jankas Worten jedoch nicht plausibel. Der Grund sei eine Entkopplung der Sternhülle von seinem Kern. "Die Helligkeit der Hülle ist unabhängig vom Kern", erläuterte der Astrophysiker. Wenn sich überhaupt eine Veränderung bemerkbar mache, sei eher zu erwarten, dass der Rote Riese vor einer Supernova-Explosion heller werde. "Beteigeuze ist ein Supernova-Kandidat, aber wann es soweit ist, lässt sich momentan nicht vorhersehen", so Janka.

Doch selbst wenn eine Explosion nicht unmittelbar bevorstehen sollte, in kosmologischen Begriffen wird eine Explosion sehr wohl innerhalb kürzester Zeit erfolgen.

rowa/mit dpa