Dass Chefs ihre Mitarbeiter gerne einmal mit Nummern versehen, um nicht den Überblick zu verlieren, ist durchaus legitim - so lange keiner davon weiß. Wenn aber Mitarbeiter in persönlichen Anschreiben mit einer Ziffer gekennzeichnet werden, ist das eher als dreist zu bezeichnen. Genau das wird Bernhard Blaszkiewitz, seines Zeichens Direktor des Berliner Zoos, zur Last gelegt. Dem bekannten Biologen wurde angeraten, wegen der erneuten Vorwürfe gegen seine Person sein Amt niederzulegen. Wie der "Berliner Tagesspiegel" nun berichtet, bleibt der 58-Jährige jedoch zunächst Leiter des Tiergartens.

In einem Schreiben an eine Arbeiterin hatte Blaszkiewitz das Kürzel 0,1 in der Kopfzeile verwendet. Die Zahlenfolge ist jedoch ein zoologisch-geschlechtsspezifischer Code, der Zoodirektor hatte die Dame damit wissentlich als "ein Weibchen", weiterhin sogar als "Zuchtstute" definiert.