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Berliner Zoo: Steht im Sommer Pandanachwuchs an?

Im Sommer könnte es Pandanachwuchs im Berliner Zoo geben. Die Tiere zeigen erste Signale der Paarungsbereitschaft.
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Berlin: Panda-Mann Jiao Qing knabbert in einem Außengehege an einem Bambuszweig. Foto: Paul Zinken/dpa
Berlin: Panda-Mann Jiao Qing knabbert in einem Außengehege an einem Bambuszweig. Foto: Paul Zinken/dpa

Schweinchen-Quieken und Ziegen-Meckern: So klingen paarungsbereite Pandas, erklärt der Berliner Zoo. Zeugen die noch unerfahrenen Bären in diesen Tagen Nachwuchs? Die deutsche Presseagentur (dpa) hat sich kundig gemacht.

Pandas in Berlin haben sich erstmals beschnuppert

Als Einzelgänger waren sich die beiden bisher ziemlich schnuppe: Doch jetzt stehen im Berliner Zoo bei Deutschlands einzigen Pandas die Zeichen auf Familiengründung. Am Freitag gab es hinter den Kulissen den ersten Paarungsversuch von Panda-Dame Meng Meng (5) und Männchen Jiao Qing (8), wie Panda-Revierleiter Norbert Zahmel bekanntgab. Fazit: "Sie müssen noch ein bisschen üben." Die beiden leben nebeneinander, aber in getrennten Gehegen und durften sich kürzlich erstmals etwas beschnuppern. Während der Paarungszeit sind sie für Besucher unregelmäßig zu sehen, teilte der Zoo mit.

Jiao Qing ("Schätzchen") müsse noch etwas mehr Männlichkeit zeigen, sagte Zoodirektor Andreas Knieriem über das erste Zusammentreffen der beiden. Meng Meng ("Träumchen") hingegen habe das wunderbar gemacht, so Zahmel. Pandas müssen bei der Fortpflanzung ziemlich treffsicher sein: Das Zeitfenster, in dem Pandaweibchen empfängnisbereit sind, ist mit maximal 72 Stunden - in der Regel im Frühjahr - sehr kurz.

Veränderte Urinwerte zeigen Paarungsbereitschaft

Bisher galt Meng Meng als zu jung für einen Paarungsversuch. Die Anzeichen, dass sich das geändert hat, häuften sich laut Zoo zuletzt. Das Weibchen fraß zum Beispiel weniger, wurde rastloser und wies veränderte Hormonwerte auf - das Urin wird streng überwacht. Unüberhörbar zudem die Paarungsrufe: Meng Meng quiekte laut Knieriem wie ein Schweinchen, Jiao Qing meckerte wie eine Ziege.

Obwohl es am Freitag zunächst noch nicht geklappt hat, will es der Zoo weiter mit natürlicher Paarung probieren. Er zieht gegebenenfalls aber auch künstliche Besamung in Betracht. Die rund neun Millionen Euro teure Panda-Anlage ist entsprechend ausgestattet. Menschliches Nachhelfen ist laut Angaben auch bei Pandas in Chinas Aufzuchtstationen eher die Regel als die Ausnahme.

Die Zoo-Pandas sind Leihgaben von dort und leben seit dem Sommer 2017 in Berlin. Ihre zweigeteilte Anlage im China-Stil ist zwar über einen sogenannten Liebestunnel für die Paarung verbunden - genutzt worden sei dieser aber noch nicht, so Zahmel. Zum ersten Kontakt kam es demnach in Meng Mengs Teil der Anlage, um ihr einen Heimvorteil zu geben und das Verhalten beider Pandas besser beobachten zu können.

Nachwuchs im Sommer?

Im Erfolgsfall könnte es laut Zoo im Juli/August Nachwuchs geben. Ganz genau lässt sich der Termin wegen der sogenannten Keimruhe nicht berechnen: Das ist eine Phase von unbestimmter Dauer, in der sich die befruchtete Eizelle bei manchen Tierarten nicht weiterentwickelt.

China betrachtet Pandas als chinesisches Eigentum

Bis zu drei Junge können Pandaweibchen gebären, oft überlebt aber nur eines. Sie sind anfangs ähnlich wie Eisbärenjunge sehr unreif und unbehaart. China betrachtet auch im Ausland geborene Pandas als Eigentum. In freier Wildbahn leben dort noch knapp 2000 Exemplare.

Die Berliner hatten mit Bao Bao und Yan Yan vor vielen Jahren schon einmal ein Pandapärchen ins Herz geschlossen - damals blieben die Bemühungen um ein Baby vergebens. Zuchterfolge bei Riesenpandas feierte in den vergangenen Jahren der Wiener Tiergarten Schönbrunn. 2016 kamen dort sogar Panda-Zwillinge zur Welt.

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