Ein Regionalzug ist im oberpfälzischen Freihung (Landkreis Amberg-Sulzbach) auf einem Bahnübergang in einen Schwertransporter gerast, der Lokführer und der Fahrer des Lastwagens starben. 18 Menschen wurden verletzt, vier davon etwas schwerer. Nach dem Zugunglück begann am Freitagmittag die Bergung der Fahrzeuge. Die Arbeiten sollten bis zum Abend geschlossen sein. "Das ist sehr kompliziert, weil sich viele Teile verkeilt haben", sagte Polizeisprecher Marco Müller. Auch die Gleise seien beschädigt worden.

Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.
Nach ersten Ermittlungen war der Tieflader, der einen Militär-Lastwagen transportierte, am späten Donnerstagabend auf dem Bahnübergang liegengeblieben. Der aus Nürnberg herannahende Regionalzug habe nicht mehr bremsen können: Er prallte auf das Führerhaus des Sattelschleppers, riss die Kabine ab und schob sie mehrere hundert Meter vor sich her. Der 35 Jahre alte Lokführer und der 30 Jahre alte Lastwagenfahrer wurden getötet. Der 25 Jahre alte Beifahrer des Transporters überlebte.

Im Zug waren 40 Reisende, 18 davon wurden verletzt. Zunächst war die Polizei von 16 Verletzten ausgegangen. Vier Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die meisten der Opfer stammen aus der Oberpfalz. In dem Zug saßen auch zehn Jugendliche und zwei Betreuer eines Jugendzentrums.



Wie schnell der Zug unterwegs war, muss der Gutachter klären, wie die Polizei mitteilte. Züge könnten auf der Strecke bis zu 140 Kilometer pro Stunde fahren. Auch das Wasserwirtschaftsamt war vor Ort, um zu prüfen, ob Gefahrstoffe in den Boden gesickert sind. Ein Ergebnis lag am Freitag noch nicht vor.

Der Bahnübergang ist nach Angaben eines Bahnsprechers mit Lichtzeichen und Halbschranken gesichert. Eine Routineprüfung habe die Funktionstüchtigkeit der Anlage kürzlich bestätigt.  Infolge des Aufpralls wurde der vordere Teil des Zugs zertrümmert. Beide Fahrzeuge gerieten in Brand. Sowohl die Lokführerkabine als auch der Führerstand des Lastwagens brannten aus. Zu einer Explosion kam es - entgegen ersten Annahmen - wohl nicht. Der Lastwagen sollte den beschädigten Militär-Truck der US-Streitkräfte von Rumänien zur US-Garnison nach Grafenwöhr transportieren.

Der Zugverkehr auf der Strecke blieb zunächst unterbrochen, die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Der Konzern rechnet damit, dass die Züge auf der Strecke ab Montag wieder rollen werden.